26.01.2015

Unterweisungen – fester Bestandteil des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes

Aus einer Vielzahl von Gesetzen, Verordnungen und weiteren Vorschriften ergibt sich die Verpflichtung zur Unterweisung für den Arbeitgeber (u.a. § 12 ArbSchG, § 9 BetrSichV, § 14 GefStoffV).

Aus einer Vielzahl von Gesetzen, Verordnungen und weiteren Vorschriften ergibt sich die Verpflichtung für den Arbeitgeber, dass sämtliche Beschäftigte regelmäßig in verständlicher Form und Sprache über die vorhandenen Gefährdungen bei der Arbeit zu unterweisen sind (u.a. § 12 ArbSchG, § 9 BetrSichV, § 14 GefStoffV).

Grundsätzlich ist es die Aufgabe des Unternehmers, die Unterweisung durchzuführen. Er hat allerdings auch die Möglichkeit, die Unterweisungsverpflichtung auf Führungskräfte, in der Regel der unmittelbare Vorgesetzte gemeinsam mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebsarzt und/oder Sicherheitsbeauftragte übertragen. Der Unternehmer behält in jedem Fall die Gesamtverantwortung, egal wer die Unterweisung durchführt.

Ziele und Inhalte der Unterweisung

Das Ziel von Unterweisungen ist, arbeitssicherheits- und gesundheitsgerechte Zustände und Verhaltensweisen für Beschäftigte und Führungskräfte zu erreichen bzw. zu erhalten. Neben allgemeinen Arbeitsschutzthemen, wie Verkehrssicherheit, Erste Hilfe, Brandschutz kann es betriebsbedingt weitere Unterweisungsthemen u.a. zu Gefahrstoffen, Biologischen Arbeitsstoffen oder Strahlenschutz geben.

Für den Unterweisungserfolg bedarf es einer sorgfältigen Vorbereitung in Form eines Unterweisungskonzeptes:

  • Themenauswahl (aus der Gefährdungsbeurteilung, für alle Teilnehmer relevant)
  • Hilfsmittel (Materialien, ggf. Dolmetscher, Maschinen, Medien, Betriebsanweisungen, externe Berater)
  • Teilnehmerkreis (max. 15, evtl. Beschäftigte, die einen Termin verpasst haben, bei Praxisanteilen, Beschäftigtenanzahl reduzieren)
  • Terminierung, Zeitdauer (günstig: nach Arbeitsbeginn oder direkt nach Arbeitspause für ca. 30 min, Teilnehmer rechtzeitig über Zeit, Ort und Dauer informieren)
  • Unterweisungsort (u.a. Arbeitsplatz, Schulungsraum, Meisterbüro in möglichst ruhiger Umgebung; ggf. rechtzeitige Raumbuchung erforderlich)

In jedem Fall bietet es sich an, die Beschäftigten durch aktives Tun und Erarbeiten einzubeziehen und mehrere Eingangskanäle (visuell, auditiv, kinästhetisch…) anzusprechen.

Wie oft müssen Sie unterweisen?

Sie müssen eigene Beschäftigte als auch Beschäftigte von Fremdfirmen, die Sie für sich
arbeiten lassen unterweisen:

  • erstmalig vor Aufnahme der Beschäftigung (Erstunterweisung bei Neueinstellung,
    Arbeitsplatzwechsel),
  • verhaltensabhängig, aber mindestens jährlich (Widerholungsunterweisungen),
  • bei Änderungen in Arbeitsverfahren, an Maschinen, Stoffen, Geräten,
  • bei besonderen Anlässen: u.a. nach Eintritt eines Unfalls, Berufskrankheit, Beinaheunfall,
  • auffällige sicherheitswidrige Verhaltensweisen, ungewöhnlich oder selten vorkommende Arbeiten, Arbeitsaufgaben mit besonders hohen Gefährdungen

Themen und Inhalte der Unterweisung

Sie müssen Ihren Beschäftigten die betriebsspezifischen Gefahrenschwerpunkte und
wirksame Abhilfemaßnahmen in der Unterweisung nahebringen; einige Beispiele:

  • Verkehrssicherheit, Ladungssicherung
  • Erste Hilfe, Brandschutz, Verhalten bei Unfällen
  • Gefährliche Arbeitsverfahren
  • Hautschutz, rückengerechtes Arbeiten
  • Umgang mit Arbeitsmitteln, persönlicher Schutzausrüstung
  • Gefahrstoffe (ggf. Messergebnisse)
  • Biologische Arbeitsstoffe
  • Umgebungsfaktoren: Lärm, Beleuchtung, Klima, Gerüche
  • Zusammenarbeit mit Fremdfirmen
  • Arbeitsmedizinische Vorsorge

Wichtig ist, dass die Unterweisung in einem Unterweisungsprotokoll mit Angabe des Datums, Anlasses und Inhaltes (Themen/Unterthemen), schriftlich festgehalten, von den Teilnehmern per Unterschrift quittiert und mindestens zwei Jahre aufgehoben wird. Bei Unfällen oder Berufskrankheiten verbessert der Nachweis durchgeführter Unterweisungen die Rechtssicherheit für den Unternehmer. Ferner muss die Unterweisung vom Unterweisenden konzeptoptimierend reflektiert werden.

Hinweis: Die Unterweisung mit elektronischen Hilfsmitteln kann nicht die persönliche Unterweisung vor Ort und das Gespräch mit dem Vorgesetzten ersetzen.

Unterweisungsinhalte müssen auch praktisch umgesetzt werden können. Dazu sollten praktische Übungen und Verständniskontrollen (u.a. Arbeitsschutz-Kurzgespräche) durchgeführt werden, um das Wissen zu nachhaltig zu festigen.

Autor: Stefan Johannsen