Fachbeitrag | Unterweisung
20.06.2016

Brandschutzunterweisung in der Praxis

Die Brandschutzunterweisung erfüllt eine lebenswichtige Funktion. Über 700 Menschen sterben jährlich durch Brände – zumeist durch Rauchvergiftungen. Neben Haushaltsunfällen bergen auch unterschätzte Gefahren in Betrieben ein hohes Risiko. Ziel der Brandschutzunterweisung ist es also, über mögliche Gefahren aufzuklären und verantwortungsbewusstes Verhalten zu trainieren. Nur wer seine Aufgaben kennt, kann Brände vermeiden helfen und im Ernstfall seine Pflichten erfüllen.

Die Brandschutzunterweisung kann im Ernstfall Leben retten.© drvarayu/​iStock/​Thinkstock

Eine Brandschutzunterweisung hilft wirksam Brände zu verhüten, wenn damit

  • sicherheitsbewusstes Handeln
  • sicherheitsgerechtes Gestalten von Arbeitsplätzen
  • technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen
  • umsichtiges Handeln

vermittelt wird. Die Verantwortung im Brandschutz tragen Unternehmer und Vorgesetzte.

Was die Brandschutzunterweisung beinhalten soll

Verhalten im Brandfall

Vor jeder Brandschutzunterweisung informieren Sie über die entsprechenden Verhaltensmaßnahmen und Regeln. Wichtigstes Instrument ist der Alarmplan, um die Handlungsreihenfolge und die Aufgaben bekannt zu machen.
Grundsätzlich gilt: zuerst den Brand melden. Dabei können Brandmeldeanlagen genutzt werden oder telefonische Meldungen an über die Rufnummer 112 der Feuerwehrleitstelle erfolgen. Andere Nummern (z.B. einer betriebseigenen Feuerwehr) müssen unbedingt bekannt gemacht werden und an jedem Arbeitsplatz sichtbar vorhanden sein! Bei einer Brandmeldung werden, wie bei anderen Notrufen auch, dieselben Angaben abgefragt:

  • Wer meldet?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Verletzte?
  • Wo ist es passiert?
  • Warten auf Rückfragen.

 

Evakuierung

Nach der Brandmeldung müssen Sie sich und andere gefährdete Personen in Sicherheit bringen. Um Paniken zu vermeiden, sollten Flucht- und Rettungswegepläne sowie Sammelplätze bekannt bzw. Rettungswege erprobt sein. Denken Sie bei der Evakuierung auch an Gäste bzw. Fremdfirmenarbeiter, die mit den Räumlichkeiten nicht vertraut sind und Hilfe benötigen. Für die Evakuierung gilt außerdem: Um die Sauerstoffzufuhr für den Brandherd zu mindern, sind Brandschutztüren auf Fluren und in Gängen, sowie Bürotüren zu schließen – wenn Sie sicher sind, dass niemand im Zimmer zurückbleibt. Nur wer im Umgang mit dem Feuerlöscher sicher ist, sollte versuchen, eventuell einen kleineren Brand selbst zu bekämpfen.

 

Brandrisiken

Zur Brandschutzunterweisung gehört auch die Aufklärung über die Brandgefahren bzw. Brandentstehung. Dazu gehören: das Vorhandensein brennbarer Stoffe (in einem Bürobetrieb keine Frage), Sauerstoff und eine Zündquelle. Ist das richtige Mischungsverhältnis von Sauerstoff und brennbarem Material vorhanden, ist ein Brand kaum zu stoppen. Die häufigsten Zündquellen sind:

  • Rauchen (Asche und Zündhölzer bzw. ausgedrückte Zigaretten)
  • offenes Feuer oder glühende Späne (Kerzen, Flex-/Metallsägespäne)
  • Reibe- oder Schleiffunken (Schweißen)
  • heiße Oberflächen (Herdplatten in Teeküchen)
  • elektrostatische Aufladung
  • Selbstentzündung.

Daher sind die Mitarbeiter aufgefordert, diese Gefahren zu vermeiden und andere darauf hinzuweisen.

 

Brandbekämpfung

Brandbekämpfung bzw. Löschen bis zum Eintreffen weiterer Hilfe basiert auf einfachen Regeln: Können brennbare Materialien entzogen, oder die Sauerstoffzufuhr und Brandtemperatur so reduziert werden dass der Brand eingedämmt wird, dann sollte dies geschehen.

 

Brandklassen und ihre Bekämpfung

Aufgrund ihres unterschiedlichen Brandverhaltens werden brennbare Stoffe in verschiedene Brandklassen eingeteilt.

  • Brandklasse A sind feste, glutbildende Stoffe.
  • Brandklasse B sind flüssige bzw. flüssig werdende Stoffe.
  • Brandklasse C umfasst gasförmig Stoffe.
  • Brandklasse D stellen die brennbaren Metalle dar.
  • Brandklasse F sind brennbare Speiseöle/-fette.

Um Brände wirkungsvoll bekämpfen zu können, müssen entsprechende Feuerlöscher vorhanden sein. Die Standorte sind den Plänen zu entnehmen und ggf. vor Ort zu zeigen.

 

Einsatz von Feuerlöschern

In Bürogebäuden kommen meist Pulverlöscher, je nach Gefahren aber auch Schaum- oder Kohlendioxidlöscher zum Einsatz. Die Gefahrenklassen A, B und C sind im Büro häufig vertreten, daher sollten die Feuerlöscher entsprechend befüllt sein, was am Typenschild zu erkennen ist. Bedienungs- und Sicherheitshinweise sollten auch in Fremdsprachen neben dem Gerät ausgehängt werden, um die Anwendung allen zu ermöglichen. Empfohlen werden regelmäßige Übungen mit Feuerlöschern und ausgebildeten Brandschützern.

 

Unterweisungsprotokoll und Lehrmaterialien

Abschließend sollte jeder unterwiesene Mitarbeiter ohne besondere Brandschutzaufgaben Kenntnis und einen Ausdruck von der Brandschutzordnung, Teil B haben. Personen mit besonderen Aufgaben erhalten die Brandschutzordnung Teil C. Wie alle Unterweisungen, muss auch die Brandschutzunterweisung vom dokumentiert und vom Teilnehmer unterschreiben werden.

Autoren: Susanne Steiger, WEKA Redaktion 

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