Fachbeitrag | Unterweisung
12.01.2015

Erstes Gebot: Ruhe bewahren!

Fehlverhalten im Brandfall kann Menschenleben kosten und Sachwerte zerstören. Eine Unterweisung zum richtigen Verhalten im Brandfall ist deshalb elementarer Bestandteil des betrieblichen Brandschutzes.

Brand in der Produktion© Phonix_a /​ iStock /​ Thinkstock

Viele Betroffene geraten in helle Aufregung, wenn es zu einem Brand kommt. Anstatt Ruhe zu bewahren und geregelt vorzugehen, werden hektisch Entscheidungen getroffen, die oftmals mehr schaden als nutzen. Im Extremfall kann das Fehlverhalten im Brandfall Menschen das Leben kosten oder unnötig hohe Sachschäden verursachen. Mit einer Brandschutzunterweisung kann deshalb sehr viel für den Brandschutz getan werden.

Übung macht nicht nur den Meister

Wenn die Beschäftigten wissen, wie sie sich zu verhalten haben, wenn es brennt, reagieren sie im Ernstfall viel ruhiger und besonnener. Irrationale Entscheidungen, die in Angst und Unsicherheit getroffen werden, bleiben aus. Dazu muss das Verhalten im Brandfall regelmäßig eingeübt werden, damit die Betroffenen schnell auf das Gelernte zugreifen können, wenn es darauf ankommt.

Schulung und Aushang ergänzen sich

Der Aushang zum Verhalten im Brandfall ist sehr wichtig, doch er ersetzt natürlich keine entsprechende Unterweisung. Niemand sollte sich erst im Brandfall mit dem richtigen Verhalten befassen, denn dann kann die verfügbare Zeit schnell knapp werden. Deshalb darf die Unterweisung zum richtigen Verhalten im Brandfall nicht fehlen.

Wichtige Aspekte der Brandschutzunterweisung

  • Brandschutz- und Alarmübungen zum richtigen Verhalten im Brandfall sollten angekündigt und nicht angekündigt stattfinden.
    Die unangekündigte Übung ist der Testfall, um zu prüfen, ob das in der angekündigten Übung vermittelte Wissen auch umgesetzt werden kann.
  • Bei der Übung muss nicht nur der Alarmplan bekannt sein, sondern auch die Flucht- und Rettungswege.
  • Eine Teilnahme der örtlichen Feuerwehr an der Alarmübung zum Verhalten im Brandfall ist mehr als wünschenswert.
  • Sorgen Sie dafür, dass Alarmübungen dokumentiert werden, insbesondere die aufgetretenen Probleme. Diese müssen umgehend analysiert und behoben werden.

Alarmplan kennen und umsetzen

Entscheidend ist es, im Brandfall Ruhe zu bewahren. Dafür ist entscheidend, dass der Alarmplan bekannt ist und Schritt für Schritt befolgt wird:

Der Alarmplan

  • Im Brandfall: Ruhe bewahren!
  • Feuer über die bekannten Meldeeinrichtungen melden, Notruf absetzen.
  • Gefährdete Personen warnen.
  • Wenn ohne Selbstgefährdung möglich: Löschversuch unternehmen.
  • Bei Feueralarm sofort die bekannten Sammelplätze aufsuchen.
  • Kontrolle, dass keine hilflose Person zurückbleibt.
  • Fenster und Türen schließen.
  • Fluchtwege nur nutzen, wenn diese nicht bereits verraucht sind.
  • Keine Aufzüge nutzen.
  • Am Sammelplatz Vollständigkeit prüfen.

Alarmplan muss mit Leben gefüllt werden

Das richtige Verhalten im Brandfall setzt allerdings weitere Kenntnisse voraus, die im Rahmen des Alarms und der Alarmübung bei den Beschäftigten abgerufen werden. Diese Kenntnisse müssen im Rahmen der angekündigten Alarmübungen und Brandschutzunterweisungen vermittelt werden.

Dazu gehören Kenntnisse

  • zu den Meldeeinrichtungen (Ort, Bedienung),
  • zum Inhalt des Notrufs,
  • zum Ort der Sammelplätze,
  • zu den Fluchtwegen,
  • zu den genauen Aufgaben und Verantwortlichkeiten
    (z.B. wer prüft die Vollzähligkeit am Sammelplatz, wer weist die Feuerwehr ein, wer ist Brandschutzhelfer).
Autor: Oliver Schonschek 

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