10.01.2020

Die Erstunterweisung für neue Mitarbeiter – Ziele und Inhalte

Gerade in der Anfangsphase besteht für neue Mitarbeiter erhöhter Stress, denn sie müssen sich an eine enorme Anzahl von Regeln und arbeitsplatzspezifischen Gegebenheiten gewöhnen und sind nicht zuletzt deswegen auch einer erhöhten Unfallgefahr ausgesetzt. Ein wichtiges Mittel dagegen: Die Erstunterweisung. Bei der Erstunterweisung werden neue Mitarbeiter über sicherheitsrelevante Themen ihres Arbeitsplatzes informiert. Welche Themen das sein können und welche Pflichten Sie dabei haben, lesen Sie hier.

Wer als neuer Mitarbeiter bei einem Unternehmen startet, braucht immer auch eine Erstunterweisung.

Erstunterweisung für neue Mitarbeiter ist Pflicht

Arbeitgeber sind gemäß § 12 des Arbeitsschutzgesetzes zur Erstunterweisung, das heißt zur Unterweisung vor Aufnahme der Tätigkeit verpflichtet. In Absatz 1 heißt es dort:

„Die Unterweisung muss bei der Einstellung, bei Veränderungen im Aufgabenbereich, der Einführung neuer Arbeitsmittel oder einer neuen Technologie vor Aufnahme der Tätigkeit der Beschäftigten erfolgen.“

Diese und weitere Vorschriften (z.B. § 12 BetrSichV, § 14 Abs. 2 GefstoffV) sprechen übrigens grundsätzliche davon, dass die Erstunterweisung vor Aufnahme der Tätigkeiten erfolgen muss. Sie nennen keine Toleranzzeit.

Allerdings dürfen Betriebe die Unterweisung den jeweiligen Aufgaben und betrieblichen Begebenheiten anpassen. Näheres ist der DGUV Information 211-005 „Unterweisung – Bestandteil des betrieblichen Arbeitsschutzes“ zu entnehmen und sollte in Abstimmung mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt festgelegt werden.

Ziele der Erstunterweisung

Die Frage, warum der Arbeitsschutz überhaupt existiert, ist wohl die wichtigste, die Sie jedem neuen Mitarbeiter beantworten können.

Damit es ihm am Arbeitsplatz gut geht, er sich keinen Gefahren aussetzt, die sein Leben oder seine Gesundheit bedrohen können, und durch ihn auch keine solchen Gefahren ausgehen.

Die Unfallstatistiken zeigen, dass in den ersten Jahren der Betriebszugehörigkeit das Unfallrisiko um ein Mehrfaches gegenüber dem von schon länger Beschäftigten gesteigert sein kann. Azubis und Neulinge kennen die arbeitsplatzspezifischen Besonderheiten nicht und müssen daher besonders intensiv auf ihre Tätigkeit vorbereitet und unterwiesen werden. Darum ist die Erstunterweisung entsprechend wichtig für jeden.

Die Erstunterweisung kann die Risiken, denen neue Mitarbeiter im Arbeitsalltag begegnen können, zusammenzufassen. Einhergehend damit dient sie dazu, ihnen Gesundheitsgefahren bewusst zu machen und ein entsprechendes gesundheitsschonendes Verhalten zu fördern.

Darüber hinaus hat die Erstunterweisung die Aufgabe, dem Mitarbeiter Verhaltensregeln und betriebliche Vorgaben im Gefahrenfall zu vermitteln.

Sie dient also zusammenfassend dazu, eine Grundlage dafür zu schaffen, dass sich alle Beschäftigten sicherheitsgerecht und gesundheitsbewusst verhalten und dadurch helfen Unfälle zu vermeiden.

Neben lästiger Pflicht kann die Erstunterweisung auch Werbung für die Sicherheitsfachkraft sein. Es kommt darauf an, die Unterweisung so zu gestalten, dass sie neben den notwendigen Informationen auch die Bedeutung des Arbeitsschutzes veranschaulicht.

Allgemeine Themen

Die Erstunterweisung deckt zunächst meist allgemeine Themen ab. Hierzu gehören beispielsweise:

Arbeitsplatzspezifische Themen

Zusätzlich zu den allgemeinen Themen der Erstunterweisung sind für neue Mitarbeiter auch arbeitsplatzspezifische Informationen von großer Bedeutung. Das könnten beispielsweise sein:

  • persönliche Schutzausrüstung
  • Verhalten bei Unfällen
  • Umgang mit bestimmten Arbeitsmitteln

Die Durchführung der Unterweisung muss in jedem Fall dokumentiert werden.

Vorlagen für die Erstunterweisung

Fertige und sofort einsetzbare Vorlagen, die Sie bei Bedarf noch an Ihre betriebliche Situation anpassen können, einschließlich weitere Tipps für Ihre betriebliche Erstunterweisung finden Sie in Arbeitsschutz Unterweisen plus, unter anderem zu folgenden Themen:

  • Pflichten der Beschäftigten
  • Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung
  • Verhalten bei Notfällen
  • Verhalten im Brandfall
  • Hygiene am Arbeitsplatz
  • … und viele mehr!

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Autoren: Susanne Steiger , WEKA Redaktion