Fachbeitrag | Unterweisung
12.01.2015

Das richtige Verhalten bei einem Arbeitsunfall

Die richtige Reaktion bei einem Arbeitsunfall kann Leben retten und den Betroffenen und den Arbeitgeber vor Schlimmeren bewahren. Verhindern Sie mit Ihrer Unterweisung, dass Unfallzeugen lieber nichts tun, als etwas falsch zu machen.

Construction accident© pojoslaw /​ iStock /​ Thinkstock

Das sieht aber wackelig aus, was der Kollege da macht, denkt sich der Lagerarbeiter, und schon kippt die Leiter. Er wollte noch zu seinem Kollegen laufen und die Leiter festhalten, doch es ist es zu spät.

Dem Lagerarbeiter war sofort klar, was sein Kollege falsch gemacht hat. Schließlich hat man als Lagerist eine entsprechende Ausbildung und in der Arbeitsschutz-Unterweisung wurden auch die Leitern angesprochen.

Aber was ist jetzt zu tun? Wie muss sich ein Zeuge eines Arbeitsunfalls verhalten?

Nach einem Arbeitsunfall ist Erste Hilfe nicht alles

Bei einem Arbeitsunfall muss dem Verletzten sofort geholfen werden. Damit beginnen für viele Unfallzeugen bereits die Probleme, denn auch Erste Hilfe will gelernt sein.

Doch die Erstversorgung des Verletzten ist nicht alles, was zu tun ist. Die Unsicherheit, was nach einem Arbeitsunfall wann zu tun ist und welches Verhalten jetzt richtig ist, lähmt viele Unfallzeugen: Muss ich zuerst die Unfallstelle sichern und dann den Notruf absetzen – oder umgekehrt? Was muss ich sagen, wenn ich den Notruf wähle?

Lassen Sie es in Ihrem Unternehmen nicht dazu kommen, dass Unfallzeugen lieber nichts tun, als etwas falsch zu machen!

Den Ernstfall „Arbeitsunfall“ einüben

Üben Sie deshalb mit Ihren Beschäftigten das richtige Verhalten nach einem Arbeitsunfall, am besten mit einer realistischen Simulation, natürlich ohne jede Gefährdung für die Beteiligten.

Dazu eignet sich besonders ein Rollenspiel, bei dem ein Kollege oder eine Kollegin das Unfallopfer spielt: Die Teilnehmer Ihrer Unterweisung kommen zu einem gestellten Arbeitsunfall, das Unfallopfer liegt am Boden, die umgefallene Leiter schräg daneben.

Sie müssen aus Ihrer Unterweisung natürlich kein Theaterstück machen und brauchen auch kein Theaterblut. Es reicht, wenn das gespielte Unfallopfer angeblich bewusstlos ist.

Nun heißt es: Was tun?

Was Mitarbeiter wissen müssen

Um nach einem Arbeitsunfall richtig reagieren zu können, müssen die Mitarbeiter wissen,

  • wann ein Notruf zwingend ist,
  • wann der Durchgangsarzt aufzusuchen ist,
  • wann die Erste Hilfe ausreicht,
  • wann und wie ein Notruf abgesetzt werden muss,
  • wo sich die Notruftelefone befinden,
  • die Inhalte des Notrufs (die 5 Ws: Wo? Was? Wie viele? Welche? Wer meldet?),
  • wer die Ersthelfer sind,
  • an welchen Standorten die Erste-Hilfe-Kästen hängen und
  • wer im Unternehmen zu informieren ist.

Übung durch Mitarbeiterinformation ergänzen

Ein simulierter Arbeitsunfall macht etwas Aufwand, aber er ist viel einprägsamer als die reine Theorie. Doch ohne Papier oder Präsentationsfolie geht es trotzdem nicht. Das liegt auch daran, dass viele Menschen sich etwas besser merken können, wenn sie es gelesen haben.

Nutzen Sie dazu unsere Mitarbeiterinformation zum Verhalten bei Arbeitsunfällen.

Autor: Oliver Schonschek 

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