24.09.2018

Flucht- und Rettungsplan mühelos selbst erstellen – so geht´s

Wenn in den Betrieben die Entscheidung getroffen wurde, Flucht- und Rettungspläne zu erstellen, stellt sich oft die Frage, wer denn nun diese Pläne erstellt. Sicher gibt es sehr viele Firmen, die diese Pläne professionell und gut erstellen, jedoch hat diese Qualität auch ihren Preis. Eine Alternative ist, die Pläne selbst zu erstellen.

Feuerlöscher

Flucht- und Rettungspläne haben die Aufgabe, das sagt schon der Name, die Fluchtmöglichkeit von Personen aus einem Gebäude zu regeln und zum anderen die Rettung von gefährdeten Personen durch Hilfskräfte sicherzustellen.
Regelungen findet man in den Konkretisierungen der Arbeitsstättenverordnung, insbesondere in der ASR A2.3 und ASR A1.3. Die prinzipielle Anforderung der ASR A2.3 ist (Zitat):

Der Arbeitgeber hat für die Bereiche in Arbeitsstätten einen Flucht- und Rettungsplan aufzustellen, in denen dies die Lage, die Ausdehnung und die Art der Benutzung der Arbeitsstätte erfordern.

Wann müssen Sie einen Flucht- und Rettungsplan erstellen?

Da diese Anforderung keine exakte Aussage trifft, wann Sie einen Flucht- und Rettungsplan erstellen müssen, besteht oft die Unsicherheit, ob für eine bauliche Anlage ein Flucht- und Rettungsplan notwendig ist. Die Festlegung, wann ein Flucht- und Rettungsplan gebraucht wird, kann nur durch eine Gefährdungsbeurteilung ermittelt werden.

Wesentliche Kriterien bei der Ermittlung der Gefährdung sind:

  • unübersichtliche und verwinkelte Fluchtwege
  • Fluchtwege, die durch andere Bereiche führen
  • Bereiche mit ortsunkundigen Personen
  • Bereiche mit einer erhöhten Gefährdung

Die Gefährdungsermittlung ist nicht erforderlich, wenn die Flucht- und Rettungspläne behördlich gefordert werden:

Tipp: Die Checkliste zeigt detailliert auf, welche Inhalte Flucht- und Rettungspläne haben müssen.

 

Worauf müssen Sie achten, wenn Sie einen Flucht- und Rettungsplan erstellen?

  • Flucht- und Rettungspläne müssen farbig angelegt werden.
  • Auch wenn die Allgemeinbeleuchtung ausfällt, muss die Erkennbarkeit der Flucht- und Rettungswege durch hinterleuchtete Pläne oder die Verwendung lang nachleuchtender Materialien gewährleistet sein. Für hinterleuchtete  Flucht- und Rettungspläne gilt die DIN EN 1838 und für lang nachleuchtende Materialien die DIN 67510-4.
  • Für Flucht- und Rettungspläne ist das Mindestformat A3 und für Zimmerpläne A4.
  • Fluchtwegpläne müssen auf den jeweiligen Standort bezogen lagerichtig dargestellt werden.
  • Rettungs- und Brandschutzzeichen nach DIN 4844 -2 sowie DIN 4066 und ASR A2.3 müssen unmissverständlich und ortsbezogen eingezeichnet werden.
  • Flucht- und Rettungspläne müssen jederzeit deutlich erkennbar und dauerhaft angebracht werden (z.B. licht- und feuchtebeständig).
  • Für alle Flucht- und Rettungspläne innerhalb eines Gebäudes ist vorzugsweise 1:100, in jedem Fall aber ein einheitlicher Maßstab anzuwenden.
  • Bei partieller Aufteilung der Flucht- und Rettungspläne ist die Lage im Gesamtkomplex auf einem Übersichtsplan darzustellen.
  • Regeln für das Verhalten im Brandfall und für das Verhalten bei Unfällen sind in Flucht- und  Rettungspläne zu integrieren.
  • Im Zeichnungskopf sind Planersteller, Objektbezeichnung, Stockwerksbezeichnung, Erstellungsdatum und Plannummer anzugeben.
  • Zimmerpläne stellen eine spezielle Form von Flucht- und Rettungsplänen dar, die in allen Gästezimmern einer Beherbergungsstätte auszuhängen sind. Sie sind in der Regel mehrsprachig auszuführen.

Tipp: Flucht- und Rettungspläne können Sie ganz einfach und ohne externe Kosten selbst erstellen mit der Software Feuerwehr- Flucht- und Rettungspläne. Das Programm führt Sie in nur 3 Schritten und ohne fremde Hilfe durch das Thema.

>> Jetzt testen….

Wie und wo wird der Fluchtwegplan angebracht?

Flucht- und Rettungspläne sind in einer Höhe von etwa 1,60 m, gemessen vom Boden zur Planmitte, zu montieren. Es ist eine Stelle auszuwählen, an der Personen häufig vorbeigehen oder sogar verweilen. Solche Stellen sind z.B. Hauszugänge, Flure, Türinnenseiten von Hotelzimmern usw.

Was ist bei Schulungen und Räumungsübungen zu beachten?

Arbeitgeber haben ihre Beschäftigten mindestens jährlich über den Inhalt der  Flucht- und  Rettungspläne zu informieren. Auf der Grundlage von  Flucht- und Rettungsplänen und in Abstimmung mit der zuständigen Behörde sind Räumungsübungen durchzuführen.

Sind Prüfungen notwendig?

Flucht- und Rettungspläne sind entsprechend ASR A2.3 regelmäßig zu überprüfen. Der Prüfungszyklus darf maximal 2 Jahre betragen.

Einen Flucht- und Rettungsplan anzufertigen, erfordert also durchaus gewisse Sachkenntnisse und entsprechenden Zeitaufwand. Insbesondere Personen mit wenig Erfahrung können aber das Risiko, etwas falsch zu machen, minimieren, indem Sie auf entsprechende Hilfsmittel zurückgreifen. So bietet etwa WEKA MEDIA eine entsprechende Software für die Erstellung von Flucht- und Rettungsplänen an. Damit können auch Ungeübte Schritt für Schritt professionelle Pläne selbst erstellen.

Autoren: Peter Beck (Seit 2001 von der IHK Rhein Neckar öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger), Donald Kowalke , WEKA Redaktion