04.08.2016

Brandschutzkonzept

Notausgang

Unter einem Brandschutzkonzept versteht man eine Darstellung, in der alle vorgesehenen Einzelmaßnahmen des Brandschutzes und ihre Verknüpfung im Hinblick auf die Schutzziele beschrieben werden. Des Weiteren bewertet es den Erreichungsgrad der definierten Schutzziele. Dabei ist ein Brandschutzkonzept notwendig, wenn es erforderlich ist, von den baurechtlichen Vorlagen abzuweichen, oder wenn es sich um einen Sonderbau handelt (z.B. Krankenhäuser, Sportstätten, Industrieanlagen usw.)

Wann muss ein Brandschutzkonzept erstellt werden?

Brandschutzkonzepte werden von sog. Fachplanern erstellt. Dabei ergibt sich die Problematik, dass der Begriff des Fachplaners als Berufsbezeichnung nicht gesetzlich geschützt ist. Direkte Qualifizierungsnachweise existieren nur wenige, meistens in der Form von berufsbegleitenden Fortbildungen, da auch im Rahmen eines Architektur- oder Bauingenieur-Studiums nur wenige Inhalte speziell zum Brandschutzkonzept vermittelt werden.

In der Praxis findet die Vergabe oft an auf baulichen Brandschutz spezialisierte Ingenieurbüros statt, da das Brandschutzkonzept im Rahmen des vorbeugenden Brandschutzes bei der Planung und Errichtung von Gebäuden besonderer Art und Nutzung eine hohe Bedeutung hat, welche sich in allen Gewerken niederschlägt.

So findet das Brandschutzkonzept im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens Anwendung als Grundlage für:

  • die Planung, die Genehmigung und bauaufsichtliche Nutzung des Gebäudes
  • die Organisation des betrieblichen Brandschutzes sowie die Ausbildung der Mitarbeiter
  • Fachplanung, Erstellung und Koordination der am Bau beteiligten Gewerke
  • Bauabnahme und wiederkehrende Prüfungen
  • Versicherungsaudit
  • Übungen und Einsatzplanungen zusammen mit den öffentlichen Feuerwehren

Der Brandschutzbeauftragte wirkt mit beim Erstellen des Brandschutzkonzepts

Die Verpflichtungen des Brandschutzbeauftragten ergeben sich aus seiner Bestellung. Die Aufgabenliste nach der vfdb-Richtline 12/09-01 zur Bestellung, zu den Aufgaben, zur Qualifikation und Ausbildung von Brandschutzbeauftragten beinhaltet das „Mitwirken bei der Umsetzung des Brandschutzkonzepts“.

Bereich allgemeine Angaben

Der Brandschutzbeauftragte kann beim Erstellen des Brandschutzkonzepts beratend tätig werden. Seine Erfahrungen hinsichtlich der Personenanzahl, Brandlasten und Brandgefahren sind äußerst wichtig. Werte, die sich aus einem laufenden Betrieb ergeben, geben wertvolle Hinweise für eine sachgerechte Planung, die nicht von zu geringen Zahlen ausgeht.

Bereich vorbeugender Brandschutz
Insbesondere im Bereich der Rettungswege sind Angaben aus dem Betrieb wichtig, um die gesetzlichen Vorgaben so umzusetzen, dass sie auch alltagstauglich sind. Im Plan ist nicht zu sehen, wie ein Weg im Alltag genutzt wird.

Beispielsweise kann eine Rauchschutztür zur Abtrennung eines Rettungsweges bzw. eine Brandschutztür in der Planung durchaus als eine „ständig geschlossen zu haltende Tür” eingeplant werden. Muss diese Tür jedoch von Mitarbeitern sehr oft genutzt werden und haben diese Personen möglicherweise noch Gegenstände in den Händen, so ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Konzept unterlaufen wird. Über kurz oder lang wird diese Tür beständig offen gehalten – durch einen Türkeil. Die Nachrüstung mit einem Selbstschließer und den dazugehörigen Rauchmeldern ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit teurer als der Einbau im Rohbau.

Derartiges Alltagswissen in die Planung einfließen zu lassen, spart also letztendlich bares Geld und stärkt den Brandschutz auch in den Augen der Mitarbeiter, die nicht zu einem falschen Verhalten „genötigt” werden.

Bereich organisatorischer Brandschutz

Der organisatorische Brandschutz besteht in seinen wesentlichen Teilen aus der Brandschutzordnung, den Selbsthilfegeräten und den Plänen für die Rettungswege sowie die Evakuierung. Auch hier ist die beratende Tätigkeit des Brandschutzbeauftragten eine wertvolle Stütze der Planung.

Er kann innerbetriebliche Strukturen und Notwendigkeiten einfließen lassen und schon in dieser Phase mit den ersten Entwürfen beginnen. Dadurch lassen sich erste Abgleiche auf Durchführbarkeit machen, und vor allem ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Elemente des Brandschutzes bei Inbetriebnahme fertiggestellt sind, sehr groß.

Autor: WEKA Redaktion

Sie sehen nur einen Ausschnitt aus dem Produkt „Betriebliches Brandschutzmanagement“. Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, „Betriebliches Brandschutzmanagement“ 30 Minuten lang live zu testen - sofort, ohne Registrierung und mit Zugriff auf fast alle Funktionen.

„Betriebliches Brandschutzmanagement“ jetzt 30 Minuten live testen!