27.07.2015

Das sind Ihre Aufgaben als Brandschutzbeauftragter

Die Aufgaben, Qualifikation, Ausbildung und Bestellung von Brandschutzbeauftragten sind in der neuen DGUV Information 205-003 jetzt klar beschrieben.

Im November 2014 hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung die DGUV Information 205-003 „Aufgaben, Qualifikation, Ausbildung und Bestellung von Brandschutzbeauftragten“ herausgegeben.

Diese 26 Aufgaben hat ein Brandschutzbeauftragter

Folgenden Aufgabenkatalog für Brandschutzbeauftragte führt die DGUV Information 205-003 auf:

  • Erstellen und Fortschreiben der Brandschutzordnung
  • Mitwirken bei Beurteilungen der Brandgefährdung an Arbeitsplätzen
  • Beraten bei feuergefährlichen Arbeitsverfahren und bei dem Einsatz brennbarer Arbeitsstoffe
  • Mitwirken bei der Ermittlung von Brand- und Explosionsgefahren
  • Mitwirken bei der Ausarbeitung von Betriebsanweisungen, soweit sie den Brandschutz betreffen
  • Mitwirken bei baulichen, technischen und organisatorischen Maßnahmen, soweit sie den Brandschutz betreffen
  • Mitwirken bei der Umsetzung behördlicher Anordnungen und bei Anforderungen des Feuerversicherers, soweit sie den Brandschutz betreffen
  • Mitwirken bei der Einhaltung von Brandschutzbestimmungen bei Neu-, Um- und Erweite-rungsbauten, Nutzungsänderungen, Anmietungen und Beschaffungen
  • Beraten bei der Ausstattung der Arbeitsstätten mit Feuerlöscheinrichtungen und Auswahl der Löschmittel
  • Mitwirken bei der Umsetzung des Brandschutzkonzeptes
  • Kontrollieren, dass Flucht- und Rettungspläne, Feuerwehrpläne, Alarmpläne usw. aktuell sind, ggf. Aktualisierung veranlassen und dabei mitwirken
  • Planen, Organisieren und Durchführen von Räumungsübungen
  • Teilnehmen an behördlichen Brandschauen und Durchführen von internen Brandschutzbegehungen
  • Melden von Mängeln und Maßnahmen zu deren Beseitigung vorschlagen und die Män-gelbeseitigung überwachen
  • Unterstützen der Führungskräfte bei den regelmäßigen Unterweisungen der Beschäftig-ten im Brandschutz
  • Aus- und Fortbilden von Beschäftigten mit besonderen Aufgaben in einem Brandfall, z.B.in der Handhabung von Feuerlöscheinrichtungen (Brandschutzhelfer gemäß ASR A2.2
  • Prüfen der Lagerung und/oder der Einrichtungen zur Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten, Gasen usw.
  • Kontrollieren der Sicherheitskennzeichnungen für Brandschutzeinrichtungen und für die Flucht- und Rettungswege
  • Überwachen der Benutzbarkeit von Flucht- und Rettungswegen
  • Organisation der Prüfung und Wartung von brandschutztechnischen Einrichtungen
  • Kontrollieren, dass festgelegte Brandschutzmaßnahmen insbesondere bei feuergefährlichen Arbeiten eingehalten werden
  • Mitwirken bei der Festlegung von Ersatzmaßnahmen bei Ausfall und Außerbetriebssetzung von brandschutztechnischen Einrichtungen
  • Unterstützen des Unternehmers bei Gesprächen mit den Brandschutzbehörden und Feuerwehren, den Feuerversicherern, den Unfallversicherungsträgern, den staatlichen Arbeitsschutzbehörden usw.
  • Stellungnahme zu Investitionsentscheidungen, die Belange des Brandschutzes betreffen
  • Mitwirken bei der Implementierung von präventiven und reaktiven (Schutz)Maßnahmen im Notfallmanagement z.B. für kritische Infrastrukturen (Stromausfall), für lokale Wetterereignisse mit Schadenspotenzial (extreme Hitze-/Kältewelle, Starkregen, Sturm, Hagel, Schneelast, etc.)
  • Dokumentieren seiner Tätigkeiten im Brandschutz

 

Tipp: Prüfen Sie mit Hilfe der Checkliste Brandschutzbeauftragter, ob alle wichtigen Punkte hinsichtlich Bestellung, Qualifikation und Aufgaben klar festgelegt sind.

 

Als Brandschutzbeauftragter sollten Sie unmittelbar dem Arbeitgeber unterstellt sein

Die DGUV-Information hebt im Rahmen der Brandschutzorganisation im Betrieb in besonderer Weise die Bedeutung des Brandschutzbeauftragten hervor. Sie empfiehlt, den Brandschutzbeauftragten hinsichtlich seiner betrieblichen Stellung der Fachkraft für Arbeitssicherheit gleichzustellen und unmittelbar dem Arbeitgeber zu unterstellen.

Ergibt die Gefährdungsbeurteilung Brandschutz, dass im Betrieb eine Brandgefährdung vorliegt, die über einer normalen Brandgefährdung (Brandgefährdung vergleichbar mit einer Büronutzung) liegt, sollte ein Brandschutzbeauftragter bestellt werden.

Eine Besonderheit stellt die Empfehlung zur Bestellung eines koordinierenden Brandschutzbeauftragten dar, z.B. in Einkaufszentren, Industrie-, Gewerbe-und Technologieparks oder Forschungseinrichtungen. Begründet ist diese Funktion aufgrund der gemeinsamen Rettungswege, der Mischnutzungen und der damit verbundenen vielfältigen Schnittstellen zwischen den Betrieben.

Brandschutzbeauftragte sind vom Arbeitgeber schriftlich zu bestellen. Festzulegen sind der Zuständigkeitsbereich, die konkreten Aufgaben und die Rahmenbedingungen.

 

Beschrieben wird auch die Möglichkeit der Beauftragung eines externen Brandschutzbeauftragten. Dies ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn dieser in die interne Brandschutzorganisation eingebunden wird und er in der Lage ist, kurzfristig beratend und unterstützend tätig zu werden. Aufgaben, Zuständigkeiten und die rechtzeitige Einbindung in bestimmte Abläufe im Betrieb sind vertraglich zu regeln.

Ihre Qualifikation als Brandschutzbeauftragter

Was Ihre Qualifikation als Brandschutzbeauftragter betrifft, sollten Sie im allgemeinen folgendes mitbringen:

  • Grundkenntnisse in der Brandschutzorganisation des Betriebs
  • abgeschlossene Berufsausbildung

Für Betriebe mit erhöhter Brandgefährdung wird empfohlen, Personen auszuwählen, die wahlweise z.B. eine der folgenden Qualifikationen mitbringen:

  • eine feuerwehrtechnische Ausbildung
  • eine Werkfeuerwehrausbildung
  • ein Studium mit Studienschwerpunkt Brandschutz
  • Erfahrung als Fachkraft für Arbeitssicherheit

Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten

Zur Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten enthält die DGUV Information 205-003

  • eine Auflistung der anerkannten Ausbildungseinrichtungen
  • Anforderungen an gleichermaßen qualifizierte Einrichtungen
  • Aufbau, Inhalt und Dauer der Ausbildung

Aufgrund der sich häufig ändernden Regelwerke und Vorschriften ist es erforderlich, dass sich der Brandschutzbeauftragte regelmäßig fortbildet. Der Arbeitgeber hat ihm die erforderliche Fortbildung zu gewähren, z.B. zu Themen des baulichen, anlagentechnischen und organisatorischen Brandschutzes, aber die Teilnahme an Fachtagungen oder Veranstaltungen zum Thema Kommunikation, Didaktik oder Präsentation zu ermöglichen. Innerhalb von drei Jahren wird der Besuch von mindestens 16 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten als erforderlich angesehen.

Mit der DGUV Information 205-003 ist es gelungen, die bisher zu diesem Thema existierenden Veröffentlichungen

  • BGI/GUV-I 847 „Aufgaben, Qualifikation und Ausbildung von Brandschutzbeauftragten“,
  • VdS 3111 „Brandschutzbeauftragter (Fachkraft für Brandschutz)“ sowie
  • Vfdb 12-09/01 „Bestellung, Aufgaben, Qualifikation und Ausbildung von Brandschutzbeauftragten“ mit zum Teil voneinander abweichenden Aussagen zu vereinheitlichen.

 

Weitere Infos zu den Aufgaben eines Brandschutzbeauftragten…

Autor: Reimund Roß