24.10.2018

Schritt für Schritt zur Gefährdungsbeurteilung Brandschutz

Die Schritte der Gefährdungsbeurteilung Brandschutz werden durch die ASR V3 "Gefährdungsbeurteilung" geregelt. Auf was Sie besonders achten müssen und wie Sie die Gefährdungsbeurteilung Brandschutz mühelos erstellen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Gefährdungsbeurteilung Brandschutz

Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR V3 „Gefährdungsbeurteilung” hilft dabei, die Gefährdungsbeurteilung Brandschutz richtig durchzuführen. Sie ist mit der Veröffentlichung im Gemeinsamen Ministerialblatt (GMBl, Ausgabe Nr. 22 vom 05.07.2017 ) offiziell in Kraft getreten und repräsentiert damit nach § 7 ArbStättV den Stand der Technik.

Wenn Sie die einzelnen Punkte der ASR V3 Schritt für Schritt durchlaufen, haben Sie die Gewissheit: Sie berücksichtigen und dokumentieren die Anforderungen, die das Arbeitsschutzgesetz, die Arbeitsstättenverordnung und andere gesetzliche Vorschriften vorschreiben.

Die ASR V3 beschreibt eine in der Praxis bewährte Vorgehensweise zur Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen in folgenden Schritten:

Die Gefährdungsbeurteilung Brandschutz vorbereiten

Die Gefährdungsbeurteilung ist je nach Art der Tätigkeiten in der Arbeitsstätte durchzuführen. Bei gleichartigen Arbeitsbedingungen können Sie Arbeitsplätze oder Tätigkeiten innerhalb einer Arbeitsstätte zusammenfassen. Dabei kann es erforderlich sein, dass Sie die Aufgaben z.B. in Arbeitsbereiche oder Tätigkeitsgruppen untergliedern.

Gliederung in Arbeitsbereiche

Arbeitsstätten bestehen in der Regel aus verschiedenen Arbeitsbereichen, wie z.B. Verwaltung, Produktion oder Logistik mit unterschiedlichen, jedoch innerhalb des Arbeitsbereichs ähnlichen Gefährdungen. Eine weitere Unterteilung kann notwendig werden, wenn innerhalb eines Arbeitsbereichs verschiedene Arbeitsräume mit sehr unterschiedlichen Gefährdungen vorkommen, wie z.B. Werkstätten. Gegebenenfalls müssen Sie einzelne Arbeitsplätze jedoch auch einzeln betrachten, wenn an ihnen spezifische Gefährdungen, z.B. durch Maschinen, Einrichtungen und andere Arbeitsmittel, bestehen.

Gliederung in Tätigkeitsgruppen

Innerhalb der Arbeitsbereiche haben Mitarbeiter an verschiedenen Arbeitsplätzen gleichartige Aufgaben. Auch die Gefährdungen gleichen sich und können gemeinsam bewertet werden. Wenn Beschäftigte jedoch arbeitsbereichsübergreifende Tätigkeiten (z.B. Hausmeistertätigkeiten, Instandhaltung, Reinigung) ausführen, ist zu prüfen, ob diese Tätigkeiten gesondert zu betrachten sind. Falls erforderlich, erfassen Sie Tätigkeiten so, dass ersichtlich wird, wie lang sie jeweils dauern (z.B. temporär, täglich, quartalsweise jährlich).

Hinweis

Software-Lösungen helfen, bei all den Tätigkeiten in Ihrem Unternehmen den Überblick zu behalten. Dort können Sie beispielsweise völlig individuell Ihre Betriebsstruktur anlegen und  Tätigkeiten, Arbeitsmittel und Gefahrstoffe, für die Sie Gefährdungen beurteilen müssen, definieren.

Gefährdungen ermitteln

Nach dem Arbeitsschutzgesetz ergeben sich Gefährdungen insbesondere durch:

  • die Gestaltung und die Einrichtung der Arbeitsstätte, einschließlich aller Verkehrswege, Arbeits-, Lager-, Sanitär-, Aufenthaltsräume und des Arbeitsplatzes
  • physikalische, chemische und biologische Belastungen
  • die Gestaltung, die Auswahl, den Einsatz, den Zustand von Arbeitsmitteln (Maschinen, Geräte, Anlagen, Werkzeuge) und Arbeitsstoffen, sowie den Umgang damit und den Umgang mit den zu bearbeitenden Arbeitsgegenständen
  • die Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren
  • die Gestaltung der Arbeitsorganisation (Arbeitsabläufe, Arbeitsteilung, Arbeitszeit, Pausen, Verantwortung)
  • die unzureichende Qualifikation, Fähigkeit und Fertigkeit sowie unzureichende Unterweisung der Beschäftigten
  • psychische Belastungen bei der Arbeit

Wenn Sie physikalisch-chemische Gefährdungen beurteilen, müssen Sie auch Brandereignisse sowie durch Gefahrstoffe bedingte Brand- und Explosionsgefahren berücksichtigen. Daher sollten Sie alle Möglichkeiten einer Brandentstehung und der damit verbundenen Gefährdungen in die Gefährdungsbeurteilung einbeziehen. Die Gefährdungsfaktoren sind sowohl einzeln als auch zusammen mit möglichen Wechselwirkungen zu beurteilen.

Gefährdungen beurteilen

Um die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten bei der Arbeit zu gewährleisten und kontinuierlich zu verbessern, hat der Arbeitgeber die ermittelten Gefährdungen systematisch dahingehend zu beurteilen, ob Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind.

Die Beurteilung der Brandgefährdung muss alle für die Entstehung, Ausbreitung und Auswirkung eines Brands relevanten Faktoren berücksichtigen:

  • Wahrscheinlichkeit, dass ein Brand entsteht
  • Geschwindigkeit, mit der sich ein Brand ausbreitet
  • Gefährdung von Beschäftigten und anderen Personen durch Rauch oder Wärme

Hinweis

Gerade Brandgefährdungen zu ermitteln und zu beurteilen kann recht kompliziert sein muss es aber nicht. Auch hier kann der Automatismus einer Software helfen, aus Angaben zu Tätigkeiten, Gefahrstoffen oder Löschmitteln die jeweilige Brandgefährdung abzuleiten.

Konkrete Arbeitsschutzmaßnahmen festlegen

Die Maßnahmen müssen geeignet sein, die ermittelten Gefährdungen zu beseitigen bzw. so weit zu reduzieren, dass das Schutzziel erreicht wird. Beim Festlegen von Maßnahmen sind die Zusammenhänge bzw. die Wechselwirkungen aus den resultierenden Gefährdungsfaktoren von

  • Arbeitsstätte,
  • Arbeitsplatz,
  • Arbeitsmitteln,
  • Arbeitsstoffen,
  • Arbeitsorganisation und
  • Arbeitsaufgabe

zu berücksichtigen.

Technische Maßnahmen, die Gefährdungen an den Quellen beseitigen oder reduzieren, stehen an erster Stelle. Nur, wenn technische Maßnahmen unmöglich umzusetzen sind, sollten Sie prüfen, ob die Gefährdungen durch organisatorische Maßnahmen zu beseitigen oder zu reduzieren sind. Lautet das Ergebnis Ihrer Prüfung „nein“, können Sie Gefährdungen durch den Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung vermeiden oder reduzieren.

Insbesondere zum Schutz der Beschäftigten in einem Brandfall sind technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes zum sicheren Betreiben der Arbeitsstätte und der Arbeitsplätze zu beachten.

Alle Maßnahmen müssen dem Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene sowie den Anforderungen der Ergonomie entsprechen.

Der Stand der Technik

Der Stand der Technik ist der Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen, der die praktische Eignung einer Maßnahme zum Schutz der Gesundheit und der Sicherheit der Beschäftigten gesichert erscheinen lässt. Bei der Bestimmung des Stands der Technik sind vergleichbare Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen – insbesondere sind die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales nach § 7 Abs. 4 ArbStättV bekannt gemachten Regeln und Erkenntnisse – zu berücksichtigen.

Maßnahmen umsetzen

Die ArbStättV nennt, neben allgemeinen Anforderungen an die Beschaffenheit der Arbeitsstätte, auch Anforderungen an die Sicherheitskennzeichnung und an Maßnahmen zum Schutz vor Gefahren, z.B. vor Bränden. Sie macht des Weiteren Vorgaben für Flucht- und Rettungswege. Verkehrswege, Fluchtwege und Notausgänge muss ein Unternehmen ständig frei halten, damit sie jederzeit benutzt werden können.

  • Der Arbeitgeber hat Vorkehrungen zu treffen, damit sich die Beschäftigten bei Gefahr unverzüglich in Sicherheit bringen und schnell gerettet werden können. Der Arbeitgeber hat einen Flucht- und Rettungsplan aufzustellen, wenn Lage, Ausdehnung und Art der Benutzung der Arbeitsstätte dies erfordern.
  • Um Gefahren zu vermeiden oder zu beseitigen, muss der Arbeitgeber Sicherheitseinrichtungen, insbesondere Sicherheitsbeleuchtungen, Feuerlöscheinrichtungen, Signalanlagen, Notaggregate und Notschalter, in regelmäßigen Abständen sachgerecht warten und auf ihre Funktionsfähigkeit prüfen.
  • Von besonderer Bedeutung ist, dass die Betriebe die Belange von Menschen mit Behinderungen berücksichtigen müssen.

Durchführung und Wirksamkeit der Maßnahmen überprüfen

Natürlich müssen Sie die Umsetzung und Wirksamkeit der festgelegten Maßnahmen auch überprüfen. Dabei müssen Sie feststellen,

  • ob die Maßnahmen vollständig umgesetzt wurden
  • ob sie dazu geführt haben, die Gefährdungen zu beseitigen bzw. hinreichend zu reduzieren,
  • ob neue Gefährdungen entstanden sind.

Sollten weitere oder andere Maßnahmen erforderlich sein, weil z.B. trotz der Umsetzung der festgelegten Maßnahmen Schutzziele nicht erreicht werden, dann wiederholen Sie einfach die vorherigen Teilschritte.

Die Dokumentation gemäß § 3 Abs. 3 ArbStättV ist Bestandteil der Unterlagen nach § 6 ArbSchG. Sie muss vorliegen, bevor Mitarbeiter die Tätigkeiten aufnehmen. Die Dokumentation dient mit als Grundlage für die Planung und die Gestaltung der betrieblichen Prozesse, z.B. für Neu- und Umbauten, Unterweisungen, Betriebsanweisungen. Sie erleichtert es, Verantwortliche und Termine im Hinblick auf Maßnahmen des Arbeitsschutzes nachvollziehbar festzuhalten.

Gefährdungsbeurteilung fortschreiben

Die Gefährdungsbeurteilung ist ein lebendes Dokument: Sie müssen es regelmäßig überprüfen und bei Bedarf aktualisieren. Kommt es zu kritischen Situationen (z.B. Beinaheunfälle, gefährliche Betriebszustände oder Schadensfälle), sollten Sie die Gefährdungsbeurteilung auf jeden Fall anpassen.

Gefährdungsbeurteilung Brandschutz mühelos selbst erstellen

Für die Gefährdungsbeurteilung Brandschutz im Speziellen sind die ASR A2.2 und die TRGS 800 bedeutend. Die ASR A2.2 konkretisiert die Anforderungen an die Ausstattung mit und das Betreiben von Brandmelde- und Feuerlöscheinrichtungen in Arbeitsstätten sowie die damit verbundenen organisatorischen Maßnahmen. Die TRGS 800 gilt für Tätigkeiten mit brennbaren oder oxidierenden Gefahrstoffen, bei denen Brandgefährdungen entstehen können.

In diesen beiden Regeln aber das Vorgehen für Ihre Gefährdungsbeurteilung Brandschutz nachzulesen, ist ein Kampf durch Behördendeutsch und für Sie unwichtige Sonderfälle. Wie es einfacher, schneller und rechtlich sicher geht, ohne gleich horrende Summen für einen Experten ausgeben zu müssen?

Das zeigt Ihnen die neue WEKA-Software „Gefährdungsbeurteilung Brandschutz plus“.

Systematisch und verständlich leitet Sie die clevere Software durch die einzelnen Schritte einer rechtssicheren Gefährdungsbeurteilung Brandschutz. Dabei entscheiden Sie selbst: Orientieren Sie sich an der TRGS 800 oder der ASR 2.2? Die Software kann beides.

Sie müssen nur Basiswissen über Ihre Räumlichkeiten bereithalten. Ihre Brandgefährdung und die benötigten Löschmitteleinheiten berechnet die Software automatisch. Mühelos bilden Sie Ihre Betriebsstruktur ab und eine Outlook-Anbindung sowie die Zuweisung von Verantwortlichkeiten helfen dabei, Schutzmaßnahmen zu delegieren und zu terminieren.

Neue Software erhältlich ab November: Gefährdungsbeurteilung Brandschutz plus

Die Gefährdungsbeurteilung Brandschutz erstellen verwalten und dokumentieren

  • Gefährdungsbeurteilung Brandschutz nach TRGS 800
  • Ermittlung der Löscheinheiten nach ASR A2.2
  • Umfangreiche Fachinformationen

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Autor: Lars-Oliver Laschinsky (Dozent für Brand- und Explosionsschutz der BGETEM, für EIPOS und Haus der Technik)