23.06.2016

Notfallmanagement

Ingenieur in der Produktion

Unter dem Begriff Notfallmanagement werden sämtliche Maßnahmen zusammengefasst, die im Notfall einem reibungslosen Ablauf der Evakuierung, Personenrettung und Schadensbegrenzung dienen, sowie solche Maßnahmen, die der Prävention von Notfällen dienen.

Neben einer systematischen Planung der im Notfall einzuhaltenden Schritte beinhaltet ein vollständiges Notfallmanagement vor allem präventive und vorbereitende Maßnahmen wie Schulung, Unterweisung und Üben von professionellem Verhalten in Notfall- und Krisensituationen. Grundlage für das Notfallmanagement ist eine ausführliche Risikobewertung für den individuellen Betrieb.

Schritte des Notfallmanagements

Grundvoraussetzung eines ausführlichen Notfallmanagements ist die Erfassung der Risiken und des Ist-Zustands im Betrieb. Denn erst wenn die vorhandenen Sicherheits- und Notfallmaßnahmen mit allen potenziellen Risiken verglichen wurden, können Schwächen entdeckt werden und neue Aspekte in die Planung mit einfließen.

Die erforderlichen Maßnahmen, die aus der Risikobewertung hervorgehen sollten, werden dann klar definiert und verschiedenen Funktionsträgern zugeteilt. Festgestellte Defizite werden behoben und beschlossene Maßnahmen umgesetzt. Schulungen und Übungen zu den Notfallmaßnahmen beziehen dann alle Personen in das Notfallmanagement ein.

Der Erfolg der festgelegten Maßnahmen kann in nicht angekündigten Übungen zumindest teilweise geprobt werden. Hier zeigen sich eventuell weitere Probleme, die in den Verbesserungsprozess mit einfließen können.

Funktionsträger im Notfallmanagement

Zu den wichtigsten Funktionsträgern im Notfall- und Krisenmanagement gehören Ersthelfer und Betriebssanitäter, die aufgrund ihrer Ausbildung in der Lage sind, verunfallte, vergiftete oder verletzte Personen zu versorgen, bis professionelle Hilfe eintrifft.

Auch die Sicherheitsfachkraft, der Brandschutzbeauftragte, der Betriebsarzt und die Abteilungsvorgesetzten spielen wichtige Rollen im betrieblichen Notfallmanagement, die jedoch je nach Konzept unterschiedlich sein können. Neben präventiven Tätigkeiten fallen darunter im Notfall Aufgaben wie die sichere Evakuierung von einzelnen Abteilungen, Einweisen der Rettungskräfte oder die Erstbekämpfung von Feuer.

Prozessorientiertes Notfallmanagement

Ein gutes Notfallmanagement innerhalb eines Betriebs beginnt mit einer prozessorientierten Herangehensweise. Mögliche Notfälle werden durchdacht und dafür werden wiederum Strategien und Optionen erarbeitet. Dies geschieht unter Berücksichtigung der aktuellen gesetzlichen Regelungen, der örtlichen Gegebenheiten und der speziellen im Betrieb vorherrschenden Gefahrenherde. Beispielsweise sind in Betrieben mit Gefahr von Strahlenexposition angemessene Einrichtungen bereitzustellen, was wiederum in Betrieben ohne Gefahr von Strahlenexposition wegfällt.

Auf diese Weise soll möglichen Notfällen vorgebeugt werden. Außerdem werden auch Konzepte erstellt, die regeln, wie nicht nur der einzelne Mitarbeiter, sondern auch die Geschäftsleitung im Falle eines Notfalls zu reagieren hat. Für die detaillierte Ausarbeitung und Überwachung der Vorgänge ist ein Notfallmanager zu ernennen, der auch die weiteren Abläufe organisiert.

Sind diese Vorschläge gut ausgearbeitet, beginnt die nächste Phase der prozessorientierten Planung: Nicht nur wird das Notfallmanagementprogramm in die Produktionsabläufe eingebunden, sondern auch die sogenannten Tools, also Hilfsmittel wie Feuerlöscher oder Fluchtpläne, werden in der Firma an offensichtlichen und gut erreichbaren Orten angebracht. Der folgende Schritt ist das praxisorientierte Notfallmanagement.

Praxisorientiertes Notfallmanagement

Im Bereich des praxisorientierten Notfallmanagements werden eventuelle durch Panik und Unwissenheit verschuldete Fehlreaktionen der Mitarbeiter kalkuliert. Um diesen zusätzlichen Risikofaktoren vorzubeugen, soll in diesem Arbeitsschritt die Schulung der Mitarbeiter beginnen: Nicht nur Informationen zum Gebrauch der Tools sollen gelehrt werden, sondern auch klar vorgeschriebenes Verhalten bei Notfällen.

So sollen auch Evakuierungshelfer oder Ersthelfer ernannt werden, die beim Ausbruch eines Notfalls angewiesen sind, zu handeln. Ständiges Training der Mitarbeiter und eine wiederholte Kontrolle der Meldungseinrichtungen gewährleisten zusätzlich die Sicherheit des Unternehmens und der Arbeitnehmer.

Nicht nur die Mitarbeiter sollten immer wieder durch Schulungen und Sensibilisierungen auf den neuesten Stand der Handlungsweisen bei einem Notfall gebracht werden, auch die wiederholte Kontrolle der Sicherheitstools ist eminent wichtig für die richtige Anwendung des Notfallmanagements. So entsteht ein permanenter Kreislauf von Kontrolle und Aktualisierung.

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