Fachbeitrag | Organisation und Dokumentation
12.01.2015

Was gehört zur Brandschutzdokumentation?

Die Brandschutzdokumentation ist keine unnötige Bürokratie, sondern sie hilft bei der Organisation und Kontrolle der Brandschutzmaßnahmen. Im Brandfall liefert sie zudem wichtige Nachweise.

Brandschutzdokumentation© moodboard /​ Thinkstock

„Mit Papier löscht man kein Feuer!“ – diese Aussage bekommt man durchaus zu hören, wenn man das Thema Brandschutzdokumentation in Betrieben anspricht.

Dahinter steckt eine gewisse Abneigung gegen Dokumentationen. Brandschutzdokumentationen werden mitunter als unnötiger Mehraufwand oder lästiges Übel empfunden. So mancher Brandschutzbeauftragte sieht in der geforderten Dokumentation auch ein Misstrauen oder eine heimliche Kontrolle seiner Tätigkeit. Mit solchen Vorstellungen sollte dringend aufgeräumt werden, denn die Brandschutzdokumentation ist extrem wichtig.

Wenn Dokumente Leben retten

Gerade im Brandschutz kann eine gute Dokumentation zum Lebensretter werden oder zumindest den Lebensrettern wichtige Hinweise liefern. Zudem ist eine umfassende Brandschutzdokumentation eine wichtige Hilfe bei der Organisation und der Kontrolle der Maßnahmen im Brandschutz. Was aber sollte in der Brandschutzdokumentation nicht fehlen.

Mit der Bestellung fängt es an

Damit der betriebliche Brandschutz bei Rückfragen mit den richtigen Personen in Verbindung gebracht werden kann, sollte eine Brandschutzdokumentation die Bestellung des oder der Brandschutzbeauftragten enthalten. Auch die Benennung und Ausbildung der Brandschutzhelfer (§ 10 ArbSchG) sollte dokumentiert sein.

Die Brandschutzordnung

Zentral ist auch die Brandschutzordnung mit den Teilen A-C:

  • Teil A richtet sich an alle Menschen, die sich in dem Gebäude des Betriebs aufhalten,
  • Teil B richtet sich vor allem an die Mitarbeiter des Betriebs und
  • Teil C richtet sich an die Mitarbeiter des Betriebs, die mit Brandschutzaufgaben betraut sind.

DIN 14096 beschreibt, wie eine Brandschutzordnung erstellt wird.

Risiken in den Blick nehmen

Die Gefährdungsbeurteilung hat auch im Brandschutz eine entscheidende Bedeutung. Die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung und die Brandrisikoanalyse gehören deshalb ebenfalls zur Brandschutzdokumentation. Sie sind Grundlage für ein Brandschutzkonzept, das natürlich auch als Dokumentation vorliegen sollte.

Zur Beurteilung der Gefährdung durch Explosionsstoffe ist auch ein Explosionsschutzdokument (§ 6 Betriebssicherheitsverordnung) notwendig.

Die Brandschutzunterweisung

Mögliche Gefährdungen gehen auch vom Fehlverhalten der Beschäftigten aus, das durch entsprechende Unterweisungen vermieden werden soll. Der Nachweis der Brandschutzunterweisung gehört deshalb auch zur Brandschutzdokumentation.

Arbeitsmittel prüfen

Zudem müssen die Arbeitsmittel so beschaffen sein, dass sie kein Brandrisiko darstellen (§ 7 Betriebssicherheitsverordnung). Die Prüfungsunterlagen zu den Arbeitsmitteln sind somit auch Teil der Brandschutzdokumentation. Werden Heißarbeiten ausgeführt, muss ein Heißerlaubnisschein vorliegen, der wiederum zur Brandschutzdokumentation gehört.

Für den Brandfall vorgesorgt

Kommt es trotz allem zu einem Brand, sind

  • Feuerwehrplan (DIN 14095),
  • Feuerwehrlaufkarten (DIN 14675),
  • Alarmplan und nicht zuletzt
  • die Übersicht zu den Flucht- und Rettungswegen (§ 4 ArbStättV)

entscheidend. Hier zeigt sich am deutlichsten, wie wichtig eine saubere Brandschutzdokumentation ist.

Unsere Checkliste Brandschutzdokumentation fast noch einmal alle diese Punkte zusammen.

Autor: Oliver Schonschek 

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