Fachbeitrag | Organisation und Dokumentation
12.01.2015

So gelingt die Brandrisikoanalyse

Auf Basis der Brandrisikoanalyse kann der Brandschutzbeauftragte feststellen, ob zusätzliche Brandschutzmaßnahmen erforderlich sind und wie diese aussehen müssen.

Brandgefahren ermitteln und senken mit Brandrisikoanalyse© vitanovski /​ iStock /​ Thinkstock

Wenn Sie für eine Gefährdungsbeurteilung im Brandschutz oder zur Vorbereitung eines Brandschutzkonzepts die Brandrisiken analysieren wollen, verdeutlichen Sie sich zuerst, welche Voraussetzungen für einen Brand notwendig sind:

1. die stofflichen Voraussetzungen Sauerstoff (in ausreichender Konzentration) und brennbarer Stoff

2. die notwendige Zündenergie oder Zündtemperatur

Wie gefährlich ein Brand werden kann, entscheiden Parameter wie die Zündbereitschaft der brennbaren Stoffe, die Zündwahrscheinlichkeit und die mögliche Ausbreitungsgeschwindigkeit des Brands.

Suche nach Zündquellen und brennbaren Stoffen

Die Zündbereitschaft wiederrum hängt davon ab, ob und welche Zündquellen in der Nähe der brennbaren Stoffe vorliegen. Die möglichen Zündquellen verfügen über eine unterschiedliche Zündenergie und sind deshalb auch unterschiedlich bei der Ermittlung des Brandrisikos zu bewerten. So hat eine Feuerzeugflamme ein anderes Risikopotenzial als eine Schweißbrennerflamme.

Zudem sind die notwendige Zündtemperatur und die Brennbarkeit der Stoffe unterschiedlich. So gibt es

  • selbstentzündliche Stoffe,
  • leicht entzündliche Stoffe,
  • entzündliche Stoffe und
  • hochentzündliche Stoffe (Gefahrstoffverordnung).

Betriebsabläufe und Gegebenheiten am Arbeitsplatz

Eine sehr hohe Zündwahrscheinlichkeit und ein hohes Brandrisiko liegen vor, wenn durch den Betriebsablauf oder die Gegebenheiten am betrachteten Arbeitsplatz hochentzündliche Stoffe und Zündquellen mit hoher Zündenergie zusammentreffen. Betrachten Sie bei der Analyse des Arbeitsplatzes jedoch nicht nur den üblichen Betriebsablauf, sondern auch Sonderfälle wie eine Betriebsstörung oder Wartungsarbeiten. Zu klären ist auch ein mögliches Brandrisiko außerhalb der üblichen Betriebszeiten.

An die Brandausbreitungsgeschwindigkeit denken

Denken Sie bei Ihrer Brandrisikoanalyse auch daran, dass sich Brände unterschiedlich schnell ausbreiten können.

So ist ein lokaler, eng begrenzter Brandherd anders zu beurteilen als ein Brand, der schnell um sich greifen kann. Wie schnell sich ein Brand nun tatsächlich ausbreiten kann, hängt unter anderem von der Lagerung und der Art der brennbaren Stoffe (Aggregatzustand, Brandklassen) ab sowie von den baulichen und organisatorischen Gegebenheiten (z.B. Feuerwiderstandsklassen der Wände und Türen, Belüftung, Funktionstüchtigkeit der Brandmeldeanlage, Verteilung der Brandmelder).

Brandrisiken ermitteln und senken

Um also die Brandrisiken zu bestimmen, müssen Sie jeweils die Zündbereitschaft der Stoffe am untersuchten Ort, die Zündwahrscheinlichkeit und die Brandausbreitungsgeschwindigkeit bestimmen. Dabei unterstützt Sie unsere Checkliste Brandrisikoanalyse.

Überlegen Sie dann auf Basis der Brandrisikoanalyse, wie sich

•    die Zündbereitschaft senken (z.B. Rauchverbot),

•    die Zündwahrscheinlichkeit minimieren (z.B. sichere Lagerung von brennbaren Stoffen) und

•    die Brandgeschwindigkeit verringern (z.B. durch saubere Trennung der Brandabschnitte) lassen.

Autor: Oliver Schonschek

Produkte und Veranstaltungen

Produktempfehlungen