Fachbeitrag | Informieren und Recht
13.07.2015

Die Brandverhütungsschau – wichtiges Instrument im vorbeugenden Brandschutz

Eine Brandverhütungsschau, auch Brandschau oder Feuerbeschau genannt, ist ein wirksames Instrument, um potenzielle Brandgefahren zu ermitteln. In der Brandverhütungsschau sind alle Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes zusammengefasst, um primär die Entstehung und Ausbreitung von Bränden zu verhindern und im Brandfall eine wirksame Brandbekämpfung und Rettung sicherzustellen. Die Maßnahme wird häufig in sogenannten Sonderbauten, also Gebäuden mit erhöhtem Brand- oder Explosionsrisiko, durchgeführt. Die wesentlichen Grundlagen zur Anordnung und Durchführung einer Brandverhütungsschau finden sich in den landesspezifischen Feuerschutzgesetzen.

An der gesetzlich vorgeschriebenen Brandverhütungsschau nimmt der Brandschutzbeauftragte stets persönlich teil und begleitet die Brandschutzdienststelle (z.B. Feuerwehr) bei der Durchführung.© Fuse /​ Thinkstock

Brandschutzbeauftragte sowie Mitarbeiter, denen besondere Pflichten im Brandschutz übertragen sind, können zwischen den in regelmäßigen Zeitintervallen vorgeschriebenen behördlichen Brandverhütungsschauen einen wertvollen Beitrag zur Sicherheit des Betriebs liefern, wenn sie die Kernpunkte einer Brandverhütungsschau im täglichen Brandschutz-Controlling prüfen. Insoweit können die regelmäßigen Begehungen durch den Brandschutzbeauftragten, insbesondere wenn sie systematisch durchgeführt und dokumentiert werden, auch gleichzeitig zur Vorbereitung der Brandverhütungsschau dienen.

Zur Brandverhütungsschau kommt ein Brandschutztechniker oder die Feuerwehr

Der Brandschutzbeauftragte nimmt an der gesetzlich vorgeschriebenen Brandverhütungsschau stets persönlich teil und begleitet die Brandschutzdienststelle (z.B. Feuerwehr) bei der Durchführung. Diese, nicht mit der sogenannten „wiederkehrenden Prüfung“ der Bauaufsichtsbehörde zu verwechselnde Brandverhütungsschau, findet allerdings ebenfalls in vorgeschriebenen festen Zeitabständen statt. In zahlreichen Kommunen werden beide Pflichtaufgaben der Behörden zeitgleich und gemeinsam durchgeführt.

Für alle Beteiligten – Eigentümer, Brandschutzbeauftragter, Brandschutzdienststelle – ist der „Brandschutz“-Paragraf aus der jeweiligen Landesbauordnung (sowie der Musterbauordnung) eine maßgebliche Grundlage für die Vorbereitung und Durchführung der Brandverhütungsschau:

„Bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit oder die natürlichen Lebensgrundlagen nicht gefährdet werden. Dabei sind die der Wahrung dieser Belange dienenden allgemein anerkannten Regeln der Technik sowie die materiellen Anforderungen des Bauordnungsrechtes zu beachten.“

Die konkrete Umsetzung ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In der Regel aber umfasst die Brandverhütungsschau die Überprüfung von bau- und brandschutzrechtlichen Dokumenten (bspw. Bau- oder Feuerwehrpläne) sowie die praktische Begehung von Flucht- und Rettungswegen und Inspektion der Feuerschutzeinrichtungen.

Zuständig für die Brandverhütungsschau sind die Kommunen

Die Brandverhütungsschau ist eine Aufgabe der Gemeinde. Daher steht es in ihrer Organisationshoheit, die mit der Brandverhütungsschau beauftragten Brandschutztechniker in die Organisation der Gemeinde einzugliedern. Steht der Gemeinde eine hauptamtliche Feuerwehr oder eine Berufsfeuerwehr zur Verfügung, wird die Brandverhütungsschau von Feuerwehrbeamten durchgeführt. Der örtlich zuständigen Feuerwehr ist in jedem Fall die Gelegenheit zur Teilnahme an der Brandverhütungsschau zu geben. Ergänzend werden in einigen Bundesländern durch Erlass des jeweiligen Innenministeriums die Aufgaben und die Aufgabendurchführung der Brandschutzdienststellen konkretisiert.

 

Autor: WEKA MEDIA Redaktion 

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