Fachbeitrag | Unterweisung 04.05.2016

Umgang mit Gefahrstoffen: Unterweisung ist Pflicht

Die Gefahrstoffunterweisung ist eine wichtige Maßnahme zum Erreichen von Arbeitssicherheit und muss einmal jährlich erfolgen. Richtig durchgeführt, verspricht sie auch die größten Erfolge. Dabei gilt es jedoch ein paar Punkte zu beachten.

Wichtig bei der Gefahrstoffunterweisung ist, dass sich der Verantwortliche im Vorfeld Gedanken über die jeweils zu behandelnden Themen und das konkrete Ziel der Unterweisung macht. Nur so kann eine Gefahrstoffunterweisung nachhaltig wirken.

Außer von den Gefahrstoffen selbst gehen auch von den Arbeitsweisen Gefahren aus. Hinsichtlich der Unfallgefahren und des Gesundheitsschutzes wird idealerweise mit gut verstandenen und eingeübten Routineverfahren gearbeitet, für deren Durchführung eine angemessene Zeit verfügbar ist. Darüber hinaus sind sich die Mitarbeiter der möglichen Gefahren bewusst und haben deshalb eine entsprechende Sicherheitskultur im Umgang mit ungewöhnlichen Abläufen entwickelt.

Gefahren bei der Arbeit mit Gefahrstoffen

Leider ist dieser Idealzustand nicht sehr verbreitet. Die organisatorischen Randbedingungen leiden oft unter Defiziten dieser Art:

  • nicht vollständig verstandene oder schlecht eingeübte Verfahren
  • großer Zeitdruck
  • eine fehlende Sicherheitskultur

bergen grundsätzlich das Risiko von Unfällen in sich. Diese stellen eine große Gefahr für Gesundheit und Leben der Beschäftigten dar. Auch spätere Berufskrankheiten können hier ihren Ursprung finden.

Eine nachhaltige Gefahrstoffunterweisung bedeutet also vor allem, die Risiken im Umgang mit den verwendeten Arbeitsstoffen und den organisatorischen Randbedingungen Arbeit mit Gefahrstoffen bewusst zu machen und sie konsequent und weitgehend zu minimieren.

Die Gefahrstoffunterweisung ist Pflicht

Alle Mitarbeiter müssen regelmäßig in Bezug auf den sicheren Umgang mit Gefahrstoffen unterwiesen werden, und zwar:

  • vor Aufnahme der Tätigkeit im Labor
  • danach mindestens einmal jährlich
  • bei Einführung neuer Verfahren, Arbeitsmittel oder gefährlicher Arbeitsstoffe
  • bei Änderung der Vorschriften

Die Unterweisung Gefahrstoffe erfolgt mündlich, bezogen auf den Arbeitsplatz oder auf die Stoffe, mit denen gearbeitet wird.

Außerhalb oder neben der festgelegten Systematik können auch aktuelle Anlässe zum Inhalt einer Unterweisung über Gefahrstoffe gemacht werden, z.B.

  • ein kleinerer Labor-Unfall,
  • eine Verletzung eines Mitarbeiters,
  • Einführung einer neuen Arbeitsmethode oder neuer Arbeitsstoffe,
  • Schwangerschaft einer Mitarbeiterin,
  • Bericht über einen Schadensfall in einem anderen Labor, denn aus Schaden – vor allem bei anderen – wird man bekanntlich klug.

Der Verantwortliche könnte sich auch von den Mitarbeitern Vorschläge machen lassen, worüber sie eine Unterweisung für notwendig halten.

Inhalte der Unterweisung im Umgang mit Gefahrstoffen können z.B. sein:

  • allgemeine Gefahren bei der Arbeit im Labor
  • notwendige Schutzmaßnahmen
  • Hinweise zum sicheren Umgang mit gefährlichen Arbeitsstoffen
  • sachgerechte Aufbewahrung von Chemikalien und Druckgasflaschen
  • sachgerechte Entsorgung von Chemikalien und Probenresten
  • Regeln für den Gefahrenfall
  • Maßnahmen der ersten Hilfe

Junge Frauen sind insbesondere auf mögliche Gefahren und bestehende Beschäftigungsbeschränkungen während einer Schwangerschaft hinzuweisen.

Wie geht es nach einer Gefahrstoffunterweisung weiter?

Am Ende einer Schulung oder eines Schulungsblocks empfiehlt es sich, die übermittelten Sachverhalte zu den Gefahrstoffen bei den Unterwiesenen abzufragen, insbesondere auch mit dem Ziel der Selbstkontrolle.

Inhalt, Teilnehmer und Datum der Unterweisung sind schriftlich festzuhalten und von den Unterwiesenen durch Unterschrift zu bestätigen.

 

Autor: Peter Neurieder