Fachbeitrag | Unterweisung
12.01.2015

Was ist der Unterschied zwischen Einweisung und Unterweisung

Unterweisung und Einweisung sind nicht einfach zwei Bezeichnungen für eine Arbeitsschutzschulung, sondern unterschiedliche Schulungsmaßnahmen. Trotzdem gehören sie eng zusammen, wenn die Gesundheit am Arbeitsplatz geschützt werden soll.

Einweisung am Arbeitsplatz© monkeybusinessimages /​ iStock /​ Thinkstock

Eigentlich sollen Fachbegriffe ja genaue, eindeutige Bezeichnungen ermöglichen. Leider sorgen sie aber auch für so manche Verwirrung. Das gilt nicht nur für Begriffe, die aus anderen Sprachen entlehnt wurden. Auch bei Bezeichnungen wie Unterweisung und Einweisung ist nicht direkt klar, ob es sich um zwei Begriffe für die gleiche Schulungsmaßnahme handelt oder nicht.

Unterweisung findet sich im Arbeitsschutzgesetz

Den Begriff Unterweisung finden Sie explizit im Arbeitsschutzgesetz (§ 12 Unterweisung). In der Biostoffverordnung (§ 12 BioStoffV) spricht man auch von der Unterrichtung der Beschäftigten. In § 9 Betriebssicherheitsverordnung sind die Begriffe Unterrichtung und Unterweisung enthalten. § 14 der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist ebenfalls der Unterrichtung und Unterweisung der Beschäftigten gewidmet. Die Unterweisung ist zudem natürlich Thema in der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“, dort zu finden unter § 4.

Einweisungen gehören zum Arbeitsschutz

Den Begriff Einweisung finden Sie jedoch nicht im Arbeitsschutzgesetz. Dennoch gehören Einweisungen zwingend zum Arbeitsschutz dazu. Was man genau unter einer Einweisung verstehen sollte, wird deutlich, wenn man sich die Bestandteile einer Unterweisung genauer ansieht.

Die Einweisung ist Bestandteil der Unterweisung

So gehört zur Unterweisung immer auch eine Einweisung

  • in die betrieblichen Besonderheiten,
  • in die genauen Arbeitsabläufe und
  • in die Sicherheitsmaßnahmen am konkreten Arbeitsplatz.

Zu einer Unterweisung gehört also die Einweisung dazu, z.B. in die richtige Anwendung neuer Geräte, Techniken und Verfahren.

Praxisbeispiel: Einweisung in eine Maschine

Wenn ein Beschäftigter Bediener einer neuen oder geänderten Maschine werden soll, muss er zusätzlich zur mindestens einmal jährlich stattfindenden Unterweisung eine Einweisung

  • in die konkrete Bedienung dieser Maschine,
  • in die besonderen Risiken und
  • in die Sicherheitsfunktionen

erhalten. Eine maschinenspezifische Einweisung sollte dem zukünftigen Bediener insbesondere die Anweisungen und Warnhinweise des Herstellers (Betriebsanleitung) zur Kenntnis bringen.

Keine Erstunterweisung ohne Einweisung

Da für neue Beschäftigte im Betrieb die konkrete Situation am neuen Arbeitsplatz sowie die Verfahren und Geräte, die dort eingesetzt sind, allesamt neu sind, ist bei der Erstunterweisung die Einweisung ein zentraler Bestandteil.

Unterschied Unterweisung und Einweisung

Die Frage, ob Einweisung und Unterweisung zwei Begriffe für das Gleiche sind oder nicht, können Sie also so beantworten:

Die Einweisung ist Teil der Unterweisung, nicht aber das Gleiche.

Eine reine Einweisung an einem neuen oder geänderten Arbeitsgerät reicht nicht für die Sicherheit.

Umgekehrt reicht aber eine Unterweisung ohne konkrete, arbeitsplatzbezogene Einweisung ebenso wenig.

Prüfen Sie deshalb mit unserer Checkliste Einweisung, ob die Einweisung als wichtiger Teil der Unterweisung und Einarbeitung den richtigen Stellenwert in Ihrem Unternehmen hat. Laden Sie sich außerdem die Muster-Unterweisungen Leitern und Tritte – Grundlagen und Leitern und Tritte im Büro herunter.

Autor: Oliver Schonschek

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