24.04.2020

Arbeitsschutz im Homeoffice

Richtig ausgestattet ist Ihr Mitarbeiter im Homeoffice in jedem Fall, wenn es sich dabei um einen fest eingerichteten Telearbeitsplatz handelt, den Sie nach § 2 der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) arbeitsvertraglich oder per Vereinbarung festgelegt haben. Dann müssen Sie als Arbeitgeber für die Ausstattung sorgen, nämlich mit Mobiliar, Arbeitsmitteln und Kommunikationseinrichtungen. Aber auch, wenn das nicht der Fall ist, schweben Sie nicht gleich im rechtsfreien Raum.

externer Bildschirm, extra Tastatur und extra Maus: Wichtige Voraussetzungen für den Arbeitsschutz im Homeoffice

Arbeitsschutz muss auch im Homeoffice immer gewährleistet sein. Auch wenn Sie es in der jetzigen Corona-Situation (natürlich) nicht geschafft haben, flächendeckend für Ihre gesamte Bürobelegschaft gesetzlich geregelte Telearbeitsplätze zu vereinbaren und einzurichten, gelten immer noch das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und das Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Nur die Arbeitsstättenverordnung gilt in einem mündlich abgesprochenen Homeoffice nicht.

Kurzüberblick

Die gesetzliche Definition unterscheidet zwischen Telearbeit und mobilem Arbeiten.

Telearbeitsplätze sind vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich der Beschäftigten, für die er eine wöchentliche Arbeitszeit und die Dauer dieser Arbeitsweise festgelegt hat. Die Ausstattung des Arbeitsplatzes entspricht daher den betrieblichen Büroarbeitsplätzen.

Werden aber Mitarbeiter zeitweilig und ohne vertragliche Festlegung von anderen Arbeitsplätzen aus tätig als denen im Büro, handelt es sich um mobiles Arbeiten. Der Arbeitnehmer kann seine Arbeitsleistung im Prinzip von überall aus erbringen, für die Einrichtung seines Arbeitsplatzes ist er selbst zuständig.

Auch ohne Telearbeit den Arbeitsschutz im Homeoffice sichern

Als Arbeitgeber müssen Sie in jedem Fall grundsätzlich gemäß

  • § 3 ArbSchG für die Sicherheit und Gesundheit Ihrer Mitarbeiter sorgen,
  • § 5 ArbSchG Gefährdungen beurteilen und
  • § 12 ArbSchG zur Arbeit im Mobile Office unterweisen.

Auch was die Ausstattung bei mobiler Arbeit angeht, unterscheiden sich die Anforderungen nur bedingt von denen, die für den Arbeitsplatz im betrieblichen Büro gelten.

Mitarbeiter können zwar vorübergehend durchaus an ihrem Küchentisch arbeiten, aber wenn sie täglich acht Stunden vor dem Bildschirm sitzen sollen, ist ein Laptop allein ergonomisch nicht ausreichend. Dafür benötigen sie als zusätzliche externe Geräte mindestens Monitor, Tastatur und Maus.

Arbeitsplatz im Homeffice richtig ausstatten richten Sie sich nach der DGUV

Fakt ist: Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie leisten derzeit viele Ihrer Mitarbeiter mit ihrem privaten Laptop acht Stunden am Tag Bildschirmarbeit. Wenn es sich um vertraglich vereinbarte Telearbeit handeln würde, müssten Sie sie eigentlich mit den nötigen Arbeitsmitteln ausstatten.

Auch wenn der Gesetzgeber grundsätzlich im Homeoffice weniger strenge Erwartungen an die ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes stellt (dies wurde in der Arbeitsstättenverordnung mit der Definition des Telearbeitsplatzes ausdrücklich festgelegt), sollten Sie Ihre Mitarbeiter in der ganz besonderen Situation der Corona-Pandemie zu Hause so gut wie möglich ausstatten.

Auf der sicheren Seite sind Sie als Arbeitgeber, wenn Sie sich auch beim Homeoffice an Kapitel 8 der DGUV Information 215-410 „Anforderungen an die Gestaltung von Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen“ halten. Darin finden Sie auf über 60 Seiten alles, was Sie wissen müssen.

Probleme mit Arbeitszeiten im Homeoffice? Feste Termine helfen!

Wie Ihre Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz ausstatten, ist jedoch nur die eine Seite. Als Arbeitgeber müssen Sie auch dafür sorgen, dass sich Mitarbeiter hinsichtlich ihrer Arbeitszeiten, Pausen etc. an die Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG) halten. Das lässt sich aber im Homeoffice ohnehin nur bedingt überprüfen, und durch die Corona-Pandemie noch weniger. Sie werden jetzt kaum bei allen Ihren Mitarbeitern vorbeischauen können.

Die Gefahr ist groß, dass Mitarbeiter sich selbst ausbeuten, weil sie die zeitliche Kontrolle über ihre Arbeit verlieren und dazu neigen, weniger Pause zu machen als im Büro. Aber ebenso gibt es in heimischer Umgebung viele Ablenkungen, die zur Prokrastination („Aufschieberitis“) verleiten. Manche Menschen freuen sich über die Freiheit, die das flexible Arbeiten in den eigenen vier Wänden mit sich bringt. Andere kommen nicht so gut damit zurecht, ihren Arbeitstag selbst einzuteilen und zu gestalten.

Um hinsichtlich der Arbeitszeiten auf der sicheren Seite zu sein, sollten Mitarbeiter mit Kollegen und Vorgesetzten feste Termine vereinbaren, um sich im Videochat zu treffen. Alternativ können sie sich selbst Fristen setzen, die ihnen helfen, ihren Tagesablauf zu kontrollieren.

Unterweisen Sie jetzt Ihre Mitarbeiter zum Arbeitsschutz im Homeoffice

Ausstattung, Arbeitszeit, Arbeitsweise: Bei mobilem Arbeiten bedrohen viele Gefährdungen die Gesundheit der Mitarbeiter. Mit dem richtigen Wissen können Ihre Mitarbeiter aber einige selbst umschiffen. Unterweisen Sie deshalb jetzt Ihre Mitarbeiter, die von zu Hause aus arbeiten. So nehmen diese ihr Homeoffice selbst in die Hand.

Tipp

In „Notfallwissen Infektionsschutz“ finden Sie jetzt Infos und fertige Vorlagen, die Sie Ihren Mitarbeitern zum Einrichten ihres Arbeitsplatzes an die Hand geben können nicht nur in Bezug auf Tischhöhen, Stühle und Arbeitsgeräte, sondern auch bezüglich Licht, Lärm, Arbeitszeiten, Pausen und psychische Belastungen:

  • Unterweisung mobiles Arbeiten
  • Checkliste Homeoffice – für Arbeitgeber
  • Checkliste Homeoffice – für Arbeitnehmer
  • Kinderbetreuung im Homeoffice
  • Psychische Belastungen im Homeoffice
  • Arbeitsschutz im Homeoffice
  • Versicherungsschutz im Homeoffice
  • Brandschutz zu Zeiten von Homeoffice und Betriebspause
  • u.v.m.

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Damit Homeoffice funktioniert, muss vor allem die Kommunikation funktionieren. Das wiederum ist jetzt die Aufgabe der jeweiligen Vorgesetzten.

Autoren: Martin Weyde , WEKA Redaktion