16.11.2020

Brandschutz im Homeoffice: Eigentlich gar nicht so schwer

Durch die Corona-Pandemie ist das mobile Arbeiten im Homeoffice für viele Beschäftigte schon zur Normalität geworden. Viele dieser Arbeitsplätze sind improvisiert. Dabei wird häufig der Brandschutz im Homeoffice vernachlässigt, Gefahren werden ausgeblendet. Insbesondere der Umgang mit Geräten und Stromkabeln kann hinsichtlich des Brandschutzes Probleme verursachen.

Mehrfachsteckdose überlastet und brennt

Mehrfachsteckdosen sind optisch wenig attraktiv und werden häufig hinter Möbelstücken verborgen. Dabei gerät nicht selten in Vergessenheit, dass man beim erstmaligen Einrichten des Homeoffice mehrere Mehrfachstecker hintereinander angeschlossen hat. Werden dann zu viele Geräte gleichzeitig betrieben, können sie sich erhitzen und eine Brandgefahr bewirken. Diese droht auch, wenn Mehrfachsteckdosen zwar nicht hintereinandergeschaltet sind, aber mehrere energieintensive Geräte versorgen. Insbesondere in den Wintermonaten werden elektrische Heizlüfter angeschlossen ohne nachzudenken.

Sie können selbst feststellen, ob Ihre Mehrfachsteckdosen überlastet sind:

  • Lesen Sie zunächst die auf der Mehrfachsteckdose angegebene Leistung ab.
  • Dann können Sie von den einzelnen Geräten ablesen, wie hoch deren Verbrauch ist, und die Zahlen addieren.
  • Überschreitet die Wattzahl der angeschlossenen Geräte die höchstzulässige Wattzahl der Mehrfachsteckdose, sollten Sie Geräte anderweitig an das Stromnetz anschließen. Nutzen Sie zumindest nicht alle Geräte gleichzeitig.

Für den Brandschutz wichtig ist auch, dass Sie als Mehrfachsteckdosen nur Markenprodukte verwenden. Diese erkennen Sie an dem CE-Zeichen und dem Prüfsiegel eines anerkannten Instituts, z.B. des TÜV. Ältere oder günstig im Ausland erstandene Mehrfachsteckdosen sollten ausgetauscht werden.

Zustand der Kabel und Geräte prüfen

Prüfen Sie, ob die sichtbaren Stromkabel Quetschungen oder die Isolierungen äußere Schädigungen aufweisen. Falls ja, trennen Sie die Kabel und ggf. die Geräte vom Strom und kümmern Sie sich um eine Reparatur oder alternative Anschlussmöglichkeiten. Kaputte Geräte haben nichts mehr am Stromnetz zu suchen. Koppeln Sie sie ab. Bei Wackelkontakten von Steckdosen oder Schaltern müssen diese schnell repariert werden.

Haftung des Arbeitgebers – Hausratversicherung überprüfen

Entstehen durch Brände im Homeoffice bzw. daran anschließend in der ganzen Wohnung eines Beschäftigten Schäden, haftet der Arbeitgeber über seine Betriebshaftpflichtversicherung nur dann, wenn das Unternehmen den Brand verschuldet oder mitverschuldet hat. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Wartungsarbeiten nicht wie vom Hersteller empfohlen bzw. gesetzlich vorgeschrieben durchgeführt wurden.

Ein weiterer Haftungsfall könnte für das Unternehmen eintreten, wenn fällige Reparaturen auf sich warten ließen oder Geräte mit gefährlichen Defekten (z.B. Schäden an der Kabelisolierung) trotz Meldung des Beschäftigten nicht ersetzt wurden.

In der Regel aber sind Brandgefahren durch die Hausratversicherung abgedeckt. Prüfen Sie die Höhe der von der Versicherung maximal zu ersetzenden Schadensumme – häufig ist diese zu niedrig angesetzt.

Feuerlöscher, Verbandskästen und Rauchmelder im Homeoffice

Nach der Arbeitsstättenverordnung muss der Arbeitgeber für das Homeoffice weder Feuerlöscher noch Verbandskästen bereitstellen. Dies gilt auch für das mobile Arbeiten, das derzeit aufgrund der Corona-Pandemie von vielen Beschäftigten praktiziert wird.

Wenn der Arbeitgeber jedoch Feuerlöscher bereitstellt, müssen diese entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen regelmäßig geprüft werden. In den meisten Bundesländern sind Rauchmelder in Aufenthaltsräumen von Privatwohnungen vorgeschrieben. Gerade im Homeoffice machen solche Rauchmelder aufgrund der Vielzahl elektrischer Geräte und der intensiven Nutzung besonders viel Sinn.

Autor: Martin Buttenmüller (Martin Buttenmüller ist Autor und Chefredakteur des Fachmagazins Arbeitsschutz-Profi AKTUELL)