31.08.2015

So erstellen Sie Betriebsanweisungen

Die Pflicht des Unternehmers, immer dann eine Betriebsanweisung (BA) zu erstellen, wenn eine Gefährdung der Beschäftigten vorliegt, wird durch staatliche Arbeitsschutzvorschriften und berufsgenossenschaftliche Regelungen begründet. Erstellt ein Unternehmer keine Betriebsanweisungen, kann dies als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld belegt werden.

Arbeitsmittel

In der Regel gestalten Unternehmer die Betriebsanweisung nicht selbst, sondern lassen von der Fachkraft für Arbeitssicherheit die Betriebsanweisung erstellen. Oft wirken auch die Vorgesetzten der jeweiligen Arbeitsbereiche mit. Sinnvoll kann es sein, auch die betroffenen Mitarbeiter einzubeziehen, da diese über besondere praktische Erfahrungen verfügen.

Darum müssen Sie eine Betriebsanweisung erstellen

Betriebsanweisungen tragen entscheidend dazu bei, den Beschäftigten Gefahren, Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln bei der Arbeit mit einem bestimmten Arbeitsmittel oder einem bestimmten Stoff vertraut zu machen. Umgekehrt sind nach dem Arbeitsschutzgesetz auch die Beschäftigten verpflichtet, die ihnen zur Verfügung gestellten Arbeitsmittel einschließlich der Schutzvorrichtungen bestimmungsgemäß zu verwenden und dabei auch die Betriebsanweisungen des Unternehmers zu beachten. Ergibt etwa eine Sichtprüfung vor Arbeitsbeginn offensichtliche Mängel des Arbeitsmittels, darf er es nicht benutzen und muss sofort seinen Vorgesetzten über den Mangel informieren.

Aufbau einer Betriebsanweisung

Obwohl der Aufbau von Betriebsanweisungen nicht zwingend vorgeschrieben ist, haben sich die folgenden Gliederungspunkte bewährt. Häufig erstellt man Betriebsanweisungen für Arbeitsmittel mit blauem, Betriebsanweisungen für Gefahrstoffe mit orangefarbenem und Betriebsanweisungen für biologische Arbeitsstoffe mit grünem Rand. In der Regel ergänzen Piktogramme sowie Hinweis- oder Verbotszeichen die Darstellung optisch und machen die BA anschaulicher.

Arbeitsbereich oder Tätigkeit

Hier ist der Ort, um Betriebs- oder Tätigkeitsbereiche, Arbeitsmittel, Arbeitsstoffe oder Arbeitsverfahren möglichst präzise zu benennen. Sinnvoll kann es auch sein, hier Adressaten zu nennen, die bestimmte Tätigkeiten ausführen, also etwa die Qualifikation für eine bestimmte Arbeitsaufgabe festzulegen. Bei Bedarf kann der Arbeitgeber an dieser Stelle auch Eingrenzungen vornehmen, also etwa eine zeitlich begrenzte Gültigkeit einer Betriebsanweisung für Reparatur- oder Instandhaltungsaufgaben festlegen.

Gefahren für den Menschen (und die Umwelt)

Um die Mitarbeiter an die Bedeutung sicherheitsgerechten Verhaltens zu erinnern, müssen die wichtigsten Unfall- und Gesundheitsgefahren benannt werden. Dabei kann es auch notwendig sein, auf Gefahren für Sachwerte und für die Umwelt einzugehen.

Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln
Hierher gehören Handlungsanleitungen, die der Beschäftigte konkret umsetzen kann. Der Unternehmer muss nicht nur Schutzmaßnahmen (etwa Helmtragepflicht) und Verhaltensregeln (etwa Schutzeinrichtungen an Maschinen nicht zu manipulieren) benennen, sondern auch – soweit erforderlich – persönliche Schutzausrüstungen (PSA) zur Verfügung stellen. Gegebenenfalls sind für PSA separate Betriebsanweisungen zu erstellen.

Verhalten bei Störungen

Oft ist es erforderlich, Verhaltenshinweise für bestimmte Störfälle zu geben. Infrage kommen Sofortmaßnahmen wie das Abschalten oder Sichern einer Anlage, aber auch die Meldung an Vorgesetzte, falls das Geschehen außer Kontrolle gerät. Ebenfalls sinnvoll sind Angaben zu den Voraussetzungen der Wiederinbetriebnahme etwa einer Anlage.

Verhalten bei Unfällen

Gerade Personenunfälle verlaufen oft dramatisch. Klare Anweisungen für solche Belastungssituationen helfen, auch bei Panik das Richtige zu tun. Auch Angaben über geeignete Löschmittel im Brandfall sowie zusätzlich erforderliche persönliche Schutzausrüstungen können notwendig sein.

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Hier kann festgelegt werden, wie eine Unfallstelle gesichert werden soll, wie man Verletzte birgt, wie man den betrieblichen Ersthelfer, Arzt und Vorgesetzten oder externe Rettungskräfte alarmiert – natürlich jeweils mit Angabe der Rufnummer bzw. Durchwahl.

Instandhaltung

Falls notwendig, ergänzen Angaben zur Instandhaltung die Betriebsanleitung. Sind die Maßnahmen besonders komplex, sollte man eigene BA zur Instandhaltung erstellen.

Entsorgung

Oft müssen Arbeitsmittel fachgerecht entsorgt werden. Deshalb sind Hinweise auf Sammelstellen oder zuständige Mitarbeiter sinnvoll.

Folgen der Nichtbeachtung

Manche Unternehmer weisen hier noch einmal auf potenzielle gesundheitliche Folgen der Nichtbeachtung von Sicherheitsmaßnahmen und -regeln hin, um die Mitarbeiter erneut zu sicherheitsgerechtem Verhalten zu motivieren.

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Autor: Sabine Kurz