13.03.2019

Betriebsanweisungen für Tätigkeiten mit Maschinen

Bevor Ihre Kollegen eine Maschine zum ersten Mal einsetzen dürfen, müssen Sie ihnen eine Betriebsanweisung zur Verfügung stellen, sagt § 12 der Betriebssicherheitsverordnung. Fünf getackerte Seiten schnell mal im Flur aufzuhängen, reicht dafür nicht aus. Was Sie bei der Erstellung und Anbringung von Betriebsanweisungen für Maschinen beachten müssen, lesen Sie hier.

Betriebsanweisung für Tätigkeiten mit Maschinen

Eine Maschinenbetriebsanweisung weist auf die individuellen Gefahren durch die jeweilige Maschinen hin und fasst knapp zusammen, wie Mitarbeiter mit ihr umgehen sollten. Es reicht nicht, die Betriebsanweisung für eine Maschine im Büro oder auf dem Flur auszuhängen. Sie muss direkt neben der Maschine zu sehen sein, auf die sie sich bezieht. Darauf können Sie nur verzichten, wenn Ihre Gefährdungsbeurteilung ergeben hat, dass mit keinen nennenswerten Gefährdungen zu rechnen ist.

Betriebsanweisung für Maschinen erstellen: Das müssen Sie beachten

Selbstverständlich sind Ihre Kollegen dann auch verpflichtet, sich an die Vorgaben in der Betriebsanweisung zu halten. Deshalb müssen Sie diese so kompakt formulieren, dass alle mühelos verstehen und schnell erfassen können, worum es geht. Für überflüssiges Beiwerk ist kein Platz, und das wirkt sich nicht nur auf die Texte, sondern auch auf die Gestaltung aus:

  • Betriebsanweisungen sollten möglichst nicht mehr als eine Seite umfassen.
    • Wenn das nicht ausreicht, sollten Sie die Informationen lieber auf mehrere Betriebsanweisungen für unterschiedliche Aufgaben oder Abläufe verteilen.
    • Deshalb sollte sich der Inhalt auch auf Gefährdungen beschränken, die speziell bei der Arbeit an dieser bestimmten Maschine entstehen. Auf allgemeine Gefährdungen in Ihrem Betrieb sollten Sie verzichten.
    • Stellen Sie Gefahren, Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln in kurzen Sätzen dar.
    • Verzichten Sie möglichst auf Substantive (Nominalstil), Fremdwörter und Abkürzungen.
    • Formulieren Sie möglichst direkt: „Machen Sie dies! Lassen Sie das!“
    • Die Schrift muss gut lesbar sein, deshalb sollten Sie auf exotische und zu kleine Schriften verzichten.
    • Piktogramme am Rand tragen zur übersichtlichen Gestaltung bei.
    • An der Zusatzfarbe ist schnell erkennbar, wofür eine Betriebsanweisung gedacht ist – z.B. Blau für Maschinen oder Orange für Gefahrstoffe.

  • Der Inhalt einer Betriebsanweisung ergibt sich aus der Maschine, für die sie gedacht ist.

Tipp

Setzen Sie bei der Erstellung der Betriebsanweisung nicht auf Ihre Fantasie, sondern setzen Sie sich lieber mit Kollegen zusammen, die schon an dieser oder ähnlichen Maschinen gearbeitet haben und sich auskennen. So wird die Betriebsanweisung nicht nur vollständiger, Ihre Kollegen akzeptieren sie auch eher, da sie selbst dazu beigetragen haben.

Bei Maschinen besonders wichtig: Der DGUV zufolge duldet jeder dritte Betrieb, dass die Mitarbeiter Schutzeinrichtungen umgehen – meistens, um einfacher oder schneller arbeiten zu können. Wenn eine Maschine solche Einrichtungen besitzt, darf in der Betriebsanweisung deshalb dieser Satz nicht fehlen: „Setzen Sie auf keinen Fall die Sicherheitseinrichtungen außer Kraft.“

 

Autor: Martin Weyde