13.08.2018

Anforderungen an die Gefährdungsbeurteilung für Arbeitsmittel

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, vor der Verwendung von Arbeitsmitteln die auftretenden Gefährdungen zu beurteilen (Gefährdungsbeurteilung) und daraus notwendige und geeignete Schutzmaßnahmen abzuleiten. Was es bei der Gefährdungsbeurteilung für Arbeitsmittel alles zu beachten gibt, lesen Sie in diesem Beitrag.

Gefährdungsbeurteilung für Arbeitsmittel

Arbeitsmittel dürfen erst verwendet werden, nachdem der Arbeitgeber

  1. eine Gefährdungsbeurteilung für Arbeitsmittel durchgeführt hat,
  2. die dabei ermittelten Schutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik getroffen hat und
  3. festgestellt hat, dass die Verwendung der Arbeitsmittel nach dem Stand der Technik sicher ist.

Das alles schreibt die Betriebssicherheitsverordnung zwingend vor.

Hinweis: Was sind Arbeitsmittel?

Zu den Arbeitsmitteln zählen alle vom Arbeitgeber bereitgestellten und bei der Arbeit verwendeten Geräte, Werkzeuge, Maschinen oder Anlagen. Dies können beispielsweise auch Fahrzeuge, Schiffe, Leitern und Gerüste sein. Außerdem zählen überwachungsbedürftige Anlagen zu den Arbeitsmitteln.

Gefährdungsbeurteilung für Arbeitsmittel auch bei CE-Kennzeichnung?

Auch wenn eine CE-Kennzeichnung vorhanden ist, entbindet das den Arbeitgeber nicht von der Pflicht, eine Gefährdungsbeurteilung für Arbeitsmittel durchzuführen. Natürlich muss er bereits bei der Auswahl und der Beschaffung der Arbeitsmittel darauf achten, dass diese nicht die Gesundheit der Mitarbeiter gefährden. Dabei hat der Arbeitgeber besonders die individuell mit dem Arbeitsmittel verbundenen Gefahren zu berücksichtigen.

Welche Gefährdungen sind wichtig?

In die Beurteilung sind alle Gefährdungen einzubeziehen, die bei der Verwendung von Arbeitsmitteln ausgehen, und zwar von:

  1. den Arbeitsmitteln selbst,
  2. der Arbeitsumgebung und
  3. den Arbeitsgegenständen, an denen Tätigkeiten mit Arbeitsmitteln durchgeführt werden.

Besondere Gefährgungen durch Arbeitsmittel berücksichtigen

Bei der Gefährdungsbeurteilung für Arbeitsmittel ist insbesondere Folgendes zu berücksichtigen:

  • die Gebrauchstauglichkeit von Arbeitsmitteln einschließlich der ergonomischen, alters- und alternsgerechten Gestaltung,
  • die sicherheitsrelevanten einschließlich der ergonomischen Zusammenhänge zwischen Arbeitsplatz, Arbeitsmittel, Arbeitsverfahren, Arbeitsorganisation, Arbeitsablauf, Arbeitszeit und Arbeitsaufgabe,
  • die physischen und psychischen Belastungen der Beschäftigten, die bei der Verwendung von Arbeitsmitteln auftreten,
  • vorhersehbare Betriebsstörungen und die Gefährdung bei Maßnahmen zu deren Beseitigung.

Der Arbeitgeber muss die Belange des Arbeitsschutzes in Bezug auf die Verwendung von Arbeitsmitteln angemessen in seine betriebliche Organisation einbinden und hierfür die erforderlichen personellen, finanziellen und organisatorischen Voraussetzungen schaffen. Insbesondere muss er sich darum kümmern, dass er alle mit der Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zusammenhängenden Faktoren, einschließlich der psychischen, ausreichend berücksichtigt bei der Gestaltung

  • der Arbeitsorganisation,
  • des Arbeitsverfahrens
  • des Arbeitsplatzes

sowie bei der Auswahl und beim Zur-Verfügung-Stellen der Arbeitsmittel.

Festlegung von Schutzmaßnahmen

Ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung, dass Gefährdungen durch technische Schutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik nicht oder nur unzureichend vermieden werden können, hat der Arbeitgeber geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen. Wie immer gilt auch hier: Technische Schutzmaßnahmen haben Vorrang vor organisatorischen, diese haben wiederum Vorrang vor personenbezogenen Schutzmaßnahmen. Die Verwendung persönlicher Schutzausrüstung ist für jeden Beschäftigten auf das erforderliche Minimum zu beschränken.

Bei der Festlegung der Schutzmaßnahmen muss der Arbeitgeber die Vorschriften der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) einschließlich der Anhänge beachten und die nach § 21 Absatz 6 BetrSichV bekannt gegebenen Regeln und Erkenntnisse berücksichtigen. Wenn er diese Regeln und Erkenntnisse berücksichtigt, ist davon auszugehen, dass die in der Verordnung gestellten Anforderungen erfüllt sind. Von den Regeln und Erkenntnissen kann er abweichen, wenn Sicherheit und Gesundheit durch andere Maßnahmen zumindest in vergleichbarer Weise gewährleistet werden.

Der Arbeitgeber hat außerdem dafür zu sorgen, dass Arbeitsmittel, für die in § 14 ff. und im Anhang 2 und 3 der Betriebssicherheitsverordnung Prüfungen vorgeschrieben sind, nur verwendet werden, wenn die Prüfung von Arbeitsmitteln durchgeführt und dokumentiert wurden.

Der Arbeitgeber hat die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen zu überprüfen, bevor er die Arbeitsmittel zum ersten Mal verwendet. Der Arbeitgeber hat weiterhin dafür zu sorgen, dass Arbeitsmittel vor ihrer jeweiligen Verwendung durch Inaugenscheinnahme und erforderlichenfalls durch eine Funktionskontrolle auf offensichtliche Mängel kontrolliert werden und Schutz- und Sicherheitseinrichtungen einer regelmäßigen Funktionskontrolle unterzogen werden.

Arbeitsmittel im Einsatz

Die vom Arbeitgeber bereitgestellten Arbeitsmittel müssen für den vorgesehenen Einsatzzweck geeignet sein. Außerdem dürfen sie nur in der Weise zum Einsatz kommen, in der sie laut der Betriebsanleitung des Herstellers vorgesehen sind. Arbeitsmittel dürfen nur von entsprechend ausgebildeten und ausreichend unterwiesenen Mitarbeitern benutzt werden. Die Benutzung der Arbeitsmittel muss in jedem Fall eine Gefährdung anderer ausschließen. Nach der Verwendung von Arbeitsmitteln müssen gegebenenfalls geeignete Aufbewahrungsmöglichkeiten vorhanden sein.

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Autor: WEKA Redaktion