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10.02.2017

Neue PSA-Verordnung bringt zusätzliche Anwenderpflichten

Der Countdown für die neue PSA-Verordnung läuft. Nur noch bis 21.04.2018 haben Betriebe Zeit, sich auf die Änderungen einzustellen. Dann endet die Übergangsfrist. Auch für Anwender von PSA ergeben sich Neuerungen. Zum Beispiel durch erweiterte Unterweisungspflichten zum Umgang mit Persönlicher Schutzausrüstung.

© Kuzma /​ iStock /​ Thinkstock

Die neue PSA-Verordnung ist bereits seit 20. April 2016 in Kraft. Die Verordnung gilt unmittelbar und lässt den 28 EU-Mitgliedstaaten keinen Spielraum für eine unterschiedliche Umsetzung. Es gilt aber eine Übergangsfrist von zwei Jahren. Noch bis 21.04.2018 haben Hersteller, Behörden und Zertifizierungsstellen also Gelegenheit, sich auf die Änderungen vorzubereiten.

Neue Unterweisungspflichten

Wichtig dabei: Neuerungen für den Arbeitsschutz ergeben sich unter anderem aus einer veränderten Klassifizierung von PSA. Den drei Kategorien sind unterschiedliche Prüfanforderungen zugeordnet. Vor allem Produkte wie Gehörschutz, Rettungswesten oder PSA zum Schutz gegen Kettensägeschnitte fallen ab 21.04.2018 unter die Kategorie III. Folglich unterliegen sie damit einer Produktionskontrolle durch eine notifizierte Stelle. Aus der neuen Einstufung von PSA ergibt sich auch eine Konsequenz für deren Anwender. Gegenüber bisheriger Regelung in Deutschland gilt für PSA der Kategorie III die Pflicht zur Unterweisung der Beschäftigten.

Folgende Persönliche Schutzausrüstung ist daher ab 21.04.2018 unterweisungspflichtig:

  • Gehörschutz
  • Rettungswesten
  • PSA zum Schutz gegen Kettensägenschnitte
  • PSA zum Schutz gegen Hochdruckstrahlen
  • PSA zum Schutz gegen Messerschnitte
  • PSA zum Schutz gegen Verletzungen durch Projektile

 

Tipp: Nutzer der Unterweisungsdatenbank Arbeitsschutz sind im Vorteil. Sie werden bis Ablauf der Übergangsfrist mit allen Unterweisungen in PowerPoint versorgt. Die Unterweisungen können an betriebliche Gegebenheiten angepasst werden.

Neue Vorgaben zur Konformitätserklärung

Lediglich auf Nachfrage musste die so genannte Konformitätserklärung bisher vorgelegt werden können. Sie bestätigt, dass das Produkt den Anforderungen der PSA-Verordnung entspricht. Nach der neuen PSA-Verordnung müssen Hersteller die Konformitätserklärung künftig jedem einzelnen Produkt beifügen. Oder es muss in der Anleitung eine Internet-Adresse angegeben werden, unter der man auf die EU-Konformitätserklärung zugreifen kann.

Hersteller, Händler und Importeure in der Pflicht

Der Geltungsbereich der Verordnung nimmt künftig alle Hersteller, Händler und Importeure in die Pflicht. Bisher mussten nur die Hersteller prüfen, ob ihre PSA den Anforderungen an Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit entsprechen. Ab 2018 müssen auch Händler und Importeure sicherstellen, dass sie geprüft wurden. Das müssen sie über eine entsprechende Bescheinigung nachweisen können.

EU-Baumusterprüfung

Bislang galten EU-Baumusterprüfungen unbegrenzt. Die neue PSA-Verordnung schreibt vor, dass sie nur noch für höchstens fünf Jahre ausgestellt werden. Das heißt, dass der Hersteller sein Produkt nach spätestens fünf Jahren genau prüfen muss. Im Anschluss muss er der Zertifizierungsstelle bestätigen, dass sich nichts geändert hat. Oder er muss etwaige Änderungen durch diese Stelle unabhängig prüfen lassen.

Tipp: Die EU-Kommission hat bereits angekündigt, dass die PSA-Verordnung durch eine Auslegungshilfe in Form eines Leitfadens ergänzt werden soll.

Autor: WEKA Redaktion

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