Fachbeitrag | VOB 06.07.2017

Wann schuldet der Handwerker Schutzmaßnahmen für seine Bauleistung?

Der Schutz der erbrachten Bauleistungen kann sehr aufwendig sein, etwa wenn große Flächen eingehaust werden müssen. Viele Auftragnehmer meinen, von ihnen können solche Maßnahmen nicht verlangt werden, jedenfalls nicht kostenlos. In der Folge belassen sie die Leistungen völlig ungeschützt.

Schutzmaßnahmen der Bauleistung

Es mag Fälle geben, in denen der Aufwand für den Auftragnehmer tatsächlich unzumutbar ist. Allerdings ist dies nicht schon generell bei sehr aufwendigen oder teuren Schutzmaßnahmen der Fall. Die Grenze ist erst erreicht, wenn der Schutz den Auftragnehmer in nicht mehr hinnehmbarer Weise belastet. Das ist aber nur selten der Fall. So hat die VOB-Stelle Niedersachsen z.B. entschieden, dass es dem Auftragnehmer zumutbar sei, eine 20 Kilometer lange Lärmschutzwand während der Bauzeit von drei Jahren (!) gegen Graffitis zu schützen.

Es liegt auf der Hand, dass der Auftragnehmer im eigenen Interesse alles daransetzen muss, dass die Gefahr von Beschädigungen (gerade in Fällen mit hohem Schutzaufwand) so schnell wie möglich auf den Auftraggeber übergeht. Deshalb muss der Auftragnehmer die Möglichkeit von Teilabnahmen prüfen und nach Fertigstellung sofort die Annahme verlangen.

Autor: Markus Fiedler (Rechtsanwalt)