11.09.2017

ADR 2019: die kommende Auflage ist bereits in Planung

Das ADR 2019 steht vor der Tür. Gerade erst werden die Inhalte des aktuellen ADR 2017 in der Praxis umgesetzt, da feilt die UN-Wirtschaftskommission für Europa bereits an künftigen Neuerungen.

Am ADR 2019 arbeiten die Gefahrgutexperten der UN-Wirtschaftskommission für Europa (UN ECE) bereits jetzt. Und das, obwohl die Regelungen der Auflage 2017 gerade erst in der Praxis ankommen.

Eine Neuerung wird die Angaben im Beförderungspapier bei Freistellungen betreffen. Wer in den nächsten Monaten ohnehin seine Software oder Datenbanken aktualisiert, sollte dies vorausschauend berücksichtigen.

Erleichterungen bei Gefahrgut-Transporten können genutzt werden, wenn z. B. bestimmte Mengengrenzen pro Beförderungseinheit nicht überschritten werden. In diesem Fall können auch Fahrer ohne Gefahrgutfahrer-Ausbildung eingesetzt werden. Unterabschnitt 1.1.3.6 ADR regelt diese Freistellungen im Detail.

ADR 2019 soll Unklarheiten in der Praxis beseitigen

In der Praxis gab es jedoch Probleme: Um überhaupt festzustellen, ob die Freistellung genutzt werden kann, ist eine gewisse Portion Gefahrgut-Sachverstand nötig. Um zu prüfen, ob die Mengengrenzen eingehalten werden, muss klar sein, in welche Beförderungskategorie die Güter gehören. Eine Tabelle ordnet Gefahrgüter je nach Gefährlichkeit in eine der Beförderungskategorien von Null bis Vier. Daraus ergeben sich die Mengengrenzen. Sind Güter aus verschiedenen Beförderungskategorien auf dem Fahrzeug, muss der Wert berechnet werden.

Um künftig diese Feststellung zu erleichtern müssen Absender mit der Änderung im nächsten ADR 2019 für jede Beförderungskategorie die Gesamtmenge und den berechneten Wert im Beförderungspapier angeben.

Wirtschaftsverbände und der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) kritisieren die Regelung. Sie verweisen darauf, dass alle Personen, die an Gefahrgutbeförderungen beteiligt sind, unterwiesen werden müssen. Das betrifft auch die Fahrer ohne Gefahrgutführerschein. In dieser Unterweisung können die Anwendung der Freistellungsregelung und die Berechnung geübt werden. Ein anderer Kritikpunkt: Die neue Reglung nur dann wirksam, wenn bereits der Absender die Freistellung nach Unterabschnitt 1.1.3.6 nutzt. Das sei in der Praxis jedoch bei vielen Absendern nicht der Fall.

Autor: WEKA Redaktion