06.04.2020

Wie eine Energiemanagement-Software dem Energieteam hilft

Funktionen und Vorteile guter Energiemanagement-Software: Visualisierung von Energiedaten, Alarmfunktion, Rückschlüsse auf den Verschleiß von Maschinen uvm.

Energie im Zentrum, Funktionen der Energiemagement-Software rings herum

Steht die Entscheidung, eine automatisierte und stationäre Energiedatenerfassung einzuführen, führt der Weg kaum an einer hierfür konzipierten Software vorbei. Bei der Eingabe des Suchbegriffs „Energiemanagement-Software“ ergeben sich fast eine Million Einträge, beim weniger beliebten, aber oft treffenderen Begriff „Software + Energiedatenerfassung“ findet Google immerhin noch knappe 14.000 Treffer.

Auch wenn die Software-Systeme oft ähnlichen Gattungen zugeordnet werden und ähnliche Features aufweisen, so gibt es auf dem Markt nicht „die Energiemanagement-Software“ und darüber hinaus auch keine verbindliche Definition, was darunter zu verstehen ist.

Definieren lässt sie sich am ehesten noch über ihre Funktionen. Eine Energiemanagement-Software (EM-Software) kann im Idealfall automatisiert eingehende Energiedaten auswerten und visualisieren und bietet Möglichkeiten für das Berichtswesen und das Alarmmanagement. Zum Energiemonitoring eignet sie sich vor allem, wenn sich verschiedene Datenbankeinträge miteinander zu einer Kennzahl verknüpfen lassen.

Hilfe bei der Wahl der richtigen Software

Eine Hilfe im Dschungel der unterschiedlichen Angebote bietet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz das BAFA. Auf der Website des Amts ist eine Liste förderfähiger Energiemanagement-Software zu finden.

Die hier gelisteten Software-Systeme decken den Bedarf ab, der durch das BAFA als Mindestanforderungen an eine Energiemanagement-Software gestellt wird. Diese Systeme sind für den Einsatz in Unternehmen mit bestehenden Energiemanagementsystemen nach der ISO 50001 gut geeignet, verfügen über diverse Möglichkeiten der Datenauswertung, der Visualisierung, des Berichtswesens, des Alarmmanagements und der Schnittstellenbildung. Selbstverständlich ist der Umfang dieser Systeme auch für die Unterstützung von Energieaudits hilfreich und liefert umfangreiche Hintergrundinformationen. Auch die Frage, ob ein TÜV-Zertifikat besteht, kann die Auswahl an Softwarelösungen noch einmal einschränken.

Funktionen guter Energiemanagement-Software

  • Möglichkeit der Datenauswertung und Kennzahlenbildung
  • Visualisierung von Energiedaten (Verfügbarkeit verschiedener Diagrammtypen)
  • Erstellung von Berichten über die lang- und kurzfristige Verbrauchsentwicklung mittels Kennzahlen
  • Alarmfunktion bei Überschreitung individuell definierter Grenzwerte und Übermittlung mittels gängiger Kommunikationskanäle
  • Integrationsmöglichkeit der Energiemanagement-Software in bestehende Software– und Leittechniksysteme, Funktion, um Daten in und von gängigen Formaten zu ex- und importieren und
  • eine Funktion, mittels derer alle angeschlossenen Messgeräte aufgelistet werden können (Datenpunktliste)

Vorteile einer Energiemanagement-Software

  • unterschiedliche Datenquellen lassen sich in einer Datenbank sammeln: Breite Datenbasis für Aussagen
  • aufbauend auf derselben Datenbankbasis: Mehrere Detaillierungsebenen für die unterschiedlichen Bedürfnisse unterschiedlicher Zielgruppen möglich
  • gibt Überblick über Energieeffizienzmaßnahmen und deren Wirkung und ermöglicht es, den Stand bei der Erfüllung der Energieziele zu kontrollieren.
  • bei Verknüpfung der Energie- und Prozessdaten lassen sich Rückschlüsse auf den Verschleiß von Maschinen ziehen. Wenn zum Beispiel ein Motor einen höheren Energieverbrauch als gewöhnlich hat, könnte das auf das Ende seiner Lebensdauer hindeuten.
Autoren: Matthias Lisson , Prof. Dr. Stephan Ruhl , Jörg Fehling , WEKA Redaktion