Fachbeitrag | Energieaudit
27.05.2015

Ablauf eines Energieaudits nach DIN EN 16247

Die DIN EN 16247 definiert die Eigenschaften eines Energieaudits und legt Prozess sowie die Anforderungen fest. Wie aber läuft ein solches Energieaudit ab?

Energieaudit nach DIN EN 16247© cmcderm1 /​ Thinkstock

Unabhängig von seiner Größe ist ein Energieaudit für jedes Unternehmen eine wichtige Maßnahme, um seinen Energieeinsatz systematisch zu analysieren und in einem zweiten Schritt seine Energieeffizienz zu steigern. Unternehmen, die nicht unter die KMU-Definition fallen, werden vom Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) sogar verpflichtet, erstmalig bis zum 05.12.2015 ein Energieaudit durchzuführen. Die DIN EN 16247 definiert die Eigenschaften eines qualitativ guten Energieaudits und legt seine einzelnen Prozessschritte und deren jeweilige Anforderungen fest.

 

Qualität: die Eigenschaften des Energieaudits nach DIN EN 16247

Laut DIN EN 16247 muss der Energieauditprozess bestimmte Eigenschaften aufweisen, die mit folgenden Adjektiven beschrieben werden:

Angemessen: Das Audit muss den Erwartungen der zu auditierenden Organisation angepasst sein, was Gründlichkeit, Ziele und deren Anwendungsbereich betrifft.

Vollständig: Die Organisation muss durch das Energieaudit charakterisiert werden, wobei Ausgangssituation und Randbedingungen zu berücksichtigen sind.

Repräsentativ: Die erfassten Daten müssen relevant sein und zuverlässige Aussagen machen.

Rückverfolgbar: Die erfassten Daten und die Ergebnisse müssen für außenstehende Dritte nachvollziehbar sein.

Zweckdienlich: Das Audit muss die Ziele und Erwartungen der Organisation im Auge behalten, z.B. Möglichkeiten der Energieeinsparung aufzeigen.

Verifizierbar: Die Ergebnisse des Audits müssen es ermöglichen, die Zielerreichung durch umgesetzte Maßnahmen zu kontrollieren.

 

Ablauf: die einzelnen Schritte im Energieaudit nach DIN EN 16247

Auch die durchzuführenden Prozessschritte des Energieaudits sind in der DIN EN 16247 festgelegt und umfassen sieben Abschnitte, die zwar chronologisch dargestellt sind, jedoch auch wiederholt und/oder parallel durchgeführt werden können:

  1. Einleitender Kontakt: Der Auditor spricht mit der Organisation über Ziele, Anwendungsbereiche und Grenzen, stimmt den Zeitplan ab und holt erste Daten und Dokumente ein.
  2. Auftaktbesprechung: Feste Vereinbarungen bezüglich verantwortlicher Personen, Sicherheitsregeln, Messungen und Terminplanung werden getroffen.
  3. Datenerfassung: Historische und aktuelle Daten werden eingeholt, energieverbrauchende Systeme, Prozesse und Einrichtungen erfasst, Konstruktions- und Wartungsdokumente eingesehen.
  4. Außeneinsatz: Das zu prüfende Objekt wird vor Ort durch einen Auditor inspiziert und sein Energieeinsatz evaluiert.
  5. Analyse (Kernelement): Die bestehende Energiesituation des Objekts wird analysiert, Möglichkeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz bestimmt und Maßnahmen zur Energieeinsparung definiert.
  6. Abschlussbericht: Der Auditor erstellt einen Bericht, der das Audit beschreibt und die Ergebnisse zusammenfasst.
  7. Abschlussbesprechung: Die Ergebnisse werden der auditierten Organisation übergeben.
Autor: Susanne Niemuth-Engelmann

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