03.07.2017

Ladungssicherung: Kräfte und Hilfsmittel richtig berechnen

Wie stark die Ladungssicherung für ein bestimmtes Ladegut sein muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Fügt man all diese Faktoren zusammen, entsteht eine komplizierte mathematische Formel.

Rechnen

Eine genaue Berechnung der Kräfte und Hilfsmittel für die Ladungssicherung kann nur über eine komplizierte mathematische Formel durchgeführt werden. Erst dadurch lässt sich exakt bestimmen, welche Sicherungskraft notwendig ist und wie viele Zurrgurte man dafür benötigt. Für den Alltag gibt es daher Hilfsmittel: Rechenschieber und Tabellen, die die Rechenarbeit ”übernehmen“.

Praktische Hilfen für die Berechnung

Damit kann jeder Verlader und Fahrer die erforderliche Sicherungskraft auf einen Blick bestimmen – ganz ohne Kopfrechnen. Die Hilfen gibt es für das Direkt- und das Niederzurren, sie kosten zwischen 2,50 und 5,50 Euro und sollten in keinem Transporter oder Lkw fehlen.

Diese Hilfsmittel geben immer nur Näherungswerte an – und nicht die exakten Werte laut Formel. Die Angaben in den Hilfen sind daher generell aufgerundet – als Sicherheitsreserve.

Damit Sie die Rechenschieber richtig einstellen oder den richtigen Wert aus einer Tabelle ablesen können, müssen Sie zunächst einige Daten ermitteln:

Niederzurren (Kraftschluss)

Diagonalzurren (Formschluss)

FG – Gewichtskraft des Ladeguts FG – Gewichtskraft des Ladeguts
S(TF) -Vorspannkraft laut Etikett der Zurrgurte/-ketten LC – Zulässige Zugkraft laut Etikett der Zurrgurte/-ketten
μ – Gleitreibbeiwert μ – Gleitreibbeiwert
α – Zurrwinkel α – Zurrwinkel
β – Zurrwinkel β

Ein Beispiel: Es soll ein Bauteil aus Metall mit dem Gewicht von 3 t transportiert werden. Für den Transport steht ein Transporter mit einer Holzpritsche zur Verfügung, aber keine Antirutschmatte. Folglich müssen Sie als Gleitreibbeiwert 0,2 annehmen. Egal, ob diagonal- oder niedergezurrt: Der Zurrwinkel α beträgt 60°, der Zurrwinkel β 45°. Der Laster ist mit Zurrgurten ausgestattet, die laut Etikett eine Vorspannkraft von 500 daN erreichen.

Für das Niederzurren würde man folglich – legt man die handelsüblichen Tabellen zugrunde – 14 Zurrgurte benötigen:
Angenommen, dieselben Gurte sind für eine Zugkraft LC von maximal 2.500 daN im direkten Zug ausgelegt, würde sich als Alternative das Diagonalzurren anbieten. Beim Diagonalzurren kommen vier Gurte zum Einsatz.

Weil es nicht für alle ermittelten Werte passende Gurte gibt, gilt selbstverständlich: Verwenden Sie bei solchen Zwischenwerten ausschließlich Gurte mit einer höheren zulässigen Zugkraft LC.

Hinweis: Benutzen Sie für eine Ladungssicherung immer Gurte mit der identischen Belastbarkeit. Nur dann lassen sich die Kräfte mit den Formeln und Rechenhilfen eindeutig bestimmen.

Vorteil Rechenschieber und -scheiben

Tabellen werden sehr umfangreich und daher unübersichtlich, wenn sie alle Möglichkeiten widerspiegeln sollen. Werden in Ihrem Unternehmen Waren mit stark variierenden Gewichten und Reibungswerten verladen bzw. transportiert, sind Tabellen nur bedingt praktikabel. Außerdem sind die Werte in den Tabellen – zur Sicherheit – stark nach oben gerundet. In vielen Fällen lassen sich die erforderlichen Sicherungskräfte genauer bzw. schneller mit Rechenschiebern und -scheiben bestimmen.

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Autoren: Joachim Boenisch , WEKA Redaktion