09.10.2017

IMDG-Code: Gefahrgüter sicher auf See transportieren

Wer gefährliche Waren auf dem Meer transportieren will, muss sich an den IMDG-Code (International Maritime Dangerous Goods Code) halten. Von Kennzeichnungspflichten über das Verpackungsmaterial bis hin zur Lagerung regelt er sämtliche Themen, die beim Gefahrguttransport auf Schiffen wichtig sind.

IMDG-Code

Dabei gleicht der IMDG-Code weitgehend den Vorschriften, die für die Beförderung gefährlicher Güter auf Straße oder Schiene gelten. Denn wie sie basiert er auf den Modellvorschriften der Vereinten Nationen. Unterschiede finden sich überall dort, wo es die besonderen Bedingungen auf dem Meer erforderlich machen – etwa bei der Frage, welche Güter gemeinsam verstaut werden dürfen, bei den Vorschriften zum Brandschutz oder zum Packen von Beförderungseinheiten.

Geschichte des Regelwerk

Der IMDG-Code hat zunehmend an Bedeutung gewonnen, seitdem ihn die Internationale Seeschiffahrtsorganisation (IMO) 1965 ins Leben rief. 1974 empfahl das Internationale Übereinkommen zum Schutz des menschlichen Lebens auf See (SOLAS) seinen Vertragsstaaten, den Code als Richtlinie anzuerkennen. Seit dem 01.01.2004 ist er sogar ein verbindliches Rechtsinstrument im Rahmen von SOLAS. Seeschiffe, die gefährliche Güter in verpackter Form befördern, müssen sich also zwingend an seine Bestimmungen halten.

Der IMDG-Code im Wandel der Zeit

Der IMDG-Code aus dem Jahr 2017 hat natürlich wenig mit dem aus dem Jahre 1965 gemein. Um dem technischen Fortschritt und den gestiegenen Anforderungen an die Sicherheit von Menschen und Umwelt gerecht zu werden, durchläuft er alle zwei Jahre einen umfangreichen Revisionsprozess. Die Änderungen des IMDG-Codes nennt man „Amendments“.

Zum einen haben die Änderungen der UN-Modellvorschriften entsprechende „Amendments“ des IMDG-Codes zur Folge. Neuerungen beantragen jedoch auch die Mitgliedsstaaten der IMO. Dabei beziehen sie sich ausschließlich auf die Besonderheiten von Seeschiffen. Ob die Vorschläge ihren Platz im IMDG-Code finden entscheidet dann ein Unterausschuss der IMO.

Auf dieser Webseite der IMO finden Sie die aktuelle Version des IMDG-Codes. Die amtliche deutsche Übersetzung des Codes und seiner Änderungen gibt das Verkehrsministerium im Verkehrsblatt bekannt.

Aufbau und Inhalt des IMDG-Codes

Der IMDG-Code entspricht in seinem Aufbau den UN-Modellvorschriften. Er besteht aus sieben Teilen, die sich auf zwei Bände verteilen.

Band eins enthält:

1 Allgemeine Vorschriften, Begriffsbestimmungen, Schulung
2 Klassifizierung
4 Vorschriften für die Verwendung von Verpackungen und Tanks
5 Verfahren für den Versand (Kennzeichnung, Dokumentation)
6 Bau– und Prüfvorschriften für Verpackungen, IBC, Großverpackungen, Tanks und MEGC
7 Vorschriften für die Beförderung.

Teil 3 besteht aus einem Verzeichnis der Trenngruppen und einer Gefahrgutliste. Diese beschreibt für die verschiedenen gefährlichen Güter, was bei deren Transport beachtet werden muss.

Den gesamten Beitrag lesen Sie in: Online-Paket Gefahrguttransport.

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Autor: Uwe Kraft