Expertentipp | Energieeffizienz
21.01.2016

Energiepolitik im Unternehmen

Hört man das Wort „Energiepolitik“, so denkt man zunächst an die Energiepolitik eines Staates oder einzelner Länder. Doch auch wer in seinem Privathaushalt die Heizkosten senkt, betreibt Energiepolitik. In einem Unternehmen beschreibt der Begriff die grundsätzliche energiepolitische Ausrichtung und die daraus abgeleiteten Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz.

Energiepolitik© LeoWolfert /​ Thinkstock

Die Einführung eines Energiemanagementsystems (EnMS) nach DIN EN ISO 50001 in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) fordert die Festlegung von energiepolitischen Richtlinien, an denen sich der Betrieb mit seinen Mitarbeitern sowie seinen Produkten und Prozessen orientiert.

Die Entscheidung für ein EnMS ist daher für Betriebe oft auch eine Art energiepolitischer „Reset“. Möglicherweise hat man bereits einige Energiesparmaßnahmen umgesetzt; eine systematische Auseinandersetzung mit genauer Energiedatenerfassung und Analyse der ermittelten Werte hat aber oft zu diesem Zeitpunkt noch nicht stattgefunden. Das EnMS eröffnet die Chance, sich ein differenziertes Bild des energietechnischen Ist-Zustands zu machen und sich grundsätzlich energiepolitisch neu aufzustellen.

Forderungen der DIN EN ISO 50001

Die Festlegung der Energiepolitik ist eine Aufgabe des Topmanagements. Sie wird in einem strategischen Dokument schriftlich festgehalten und definiert die Bereiche Energieeinsatz, Energieverbrauch und Energieeffizienz. Folgende Forderungen stellt die DIN EN ISO 50001 an die Energiepolitik eines Unternehmens:

Angemessenheit: Die Energiepolitik soll sich an Art und Umfang des Energieverbrauchs im jeweiligen Unternehmen orientieren.

Rechtskonformität: Die Einhaltung der gültigen Gesetze und Verordnungen ist unabdingbare Voraussetzung jeder Energiepolitik.

Ständige Verbesserung: Die energiebezogene Leistung wird kontinuierlich überprüft und optimiert.

Verfügbarkeit: Es wird gewährleistet, dass die für die Einhaltung der Energiepolitik erforderlichen Ressourcen und Informationen bereitgestellt werden.

Das Dokument wird an einem zentralen Zugriffsort abgelegt, sodass jeder Mitarbeiter sich über die Energiepolitik seines Unternehmens informieren kann. Dabei werden die durchgeführten Maßnahmen und Ergebnisse kontinuierlich dokumentiert und aktualisiert.

Praxistipps zur Energiepolitik im Unternehmen

Unternehmen, die bei der Formulierung ihrer Energiepolitik ihre Ziele sehr hoch stecken, müssen damit rechnen, in der Zukunft daran gemessen zu werden. Darum sollten sie frühzeitig über die konkreten Maßnahmen zur Umsetzung anspruchsvoll formulierter Visionen nachdenken.

Es reicht nicht, dass das Topmanagement ehrgeizige Ziele festlegt. Diese müssen anhand vieler Einzelschritte im Tagesgeschäft jedes einzelnen Mitarbeiters umgesetzt werden. Darum ist innerbetriebliche Kommunikation das A und O gelungener Energiepolitik. Neben der oben genannten zentralen Bereitstellung der Dokumente gehören dazu vor allem Schulungen und Praxisübungen, wie z.B. die Demonstration von Messinstrumenten. Aber auch Sondermaßnahmen wie Ideenwettbewerbe oder Aktionstage können zur Mitarbeitersensibilisierung hinsichtlich der Energiepolitik des Unternehmens beitragen.

Autor: Susanne Niemuth-Engelmann

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