Fachbeitrag | Energieeffizienz 29.07.2015

Energiecontrolling: Maßnahmen und Ziele

Durch gezieltes Energiecontrolling wird die Energieleistung eines Unternehmens verbessert. Die gesteigerte Energieeffizienz spart deutlich Kosten.

Energiecontrolling

Um den Energieverbrauch eines Unternehmens zu überwachen und mit den Energiezielen abzugleichen, braucht man ein sinnvolles Energiecontrolling. Dazu gehört nicht nur die detaillierte Kenntnis des Energieverbrauchs im eigenen Unternehmen, sondern auch die kluge Auswertung der erfassten Daten. Intelligentes Energiecontrolling konzentriert sich auf folgende Bereiche:

Energiedatenerfassung

Bei der Energiedatenerfassung gibt es neben der manuellen Erfassung (Ablesen der Zählerstände, Kontrolle der Verbrauchsabrechnungen) auch die Möglichkeit der automatisierten Datenerfassung mithilfe spezieller Hard- und Software. Der Energieverbrauch in Gebäuden und Produktionsanlagen wird hierbei automatisch erfasst und in einer Datenbank gespeichert. Die Verbrauchszahlen werden dabei den entsprechenden Kostenstellen exakt zugeordnet. Durch die kontinuierliche Erfassung in bestimmten Zeitrhythmen, z.B. Stunden- oder Minutentakt, wird ein hoher Differenzierungsgrad erreicht, der zu genaueren Auswertungsergebnissen führt und z.B. ermöglicht, Leerläufe zu identifizieren.

Kennzahlenbildung und Vergleiche (Benchmarking)

Die Kenntnis des absoluten Energieverbrauchs allein reicht nicht aus, um die Energieeffizienz eines Unternehmens zu verbessern. Je nach Unternehmen machen unterschiedliche Kennzahlen Sinn, mit deren Hilfe Vergleiche angestellt werden können. Geeignete Fragen sind hier z.B.:

  • Wie hoch ist der Energieverbrauch je Produktionsmenge? (= spezifischer Energieverbrauch)
  • Wie hoch ist der Energieverbrauch eines bestimmten Prozesses im Verhältnis zum Gesamtenergieverbrauch? (= Energieintensität)

Außerdem wird durch Kennzahlenbildung das sogenannte „Benchmarking“ ermöglicht, also der direkte Vergleich eines Unternehmens mit den entsprechenden Kennzahlen der Wettbewerber.

Energiedatenanalyse

Die Analyse der ermittelten Daten dient der Beurteilung des energetischen Ist-Zustands, um so zu einem Soll-Ist-Vergleich zu gelangen und Optimierungsansätze zu ermitteln.

Zur Grobanalyse gehört die Identifizierung der Hauptenergieverbraucher. Hat man die Bereiche mit dem größten Energieverbrauch bestimmt, können hier meist schnell und effizient Einsparpotenziale erschlossen werden.

Die Feinanalyse konzentriert sich auf die differenziertere Analyse der erfassten Großverbraucher. Hier kommen Einzelmessungen zum Tragen, die anlagenspezifische Parameter erfassen, z.B. Lastgänge oder Leckagen.

Energieberichte

Im Energiebericht werden die Ergebnisse der Energiedatenanalyse dokumentiert. In fortlaufenden Energieberichten zeigt sich die Entwicklung des Energiemanagementsystems in einem Unternehmen. Außerdem kann der Energiebericht dazu genutzt werden, um Mitarbeiter regelmäßig über den Stand zu informieren. Viele Softwaresysteme zur Energiedatenerfassung bieten die Möglichkeit, eine automatische Berichterstellung zu integrieren.

Autor: Susanne Niemuth-Engelmann