Norm | DIN EN ISO 50001
28.07.2016

Die Normenfamilie der DIN EN ISO 50001

Die Entscheidung für ein Energiemanagementsystem (EnMS) bringt Unternehmen langfristig Einsparpotenziale und Kostensenkungen. Doch zunächst verlangt sie eine intensive Einarbeitung in die Normenfamilie der ISO 50001. Denn nur, wer auch die Spezifizierungen kennt, kann alle Vorteile eines EnMS nutzen.

Normenfamilie der DIN EN ISO 50001© Bato1995 /​ Thinkstock

Dieser Beitrag widmet sich der Frage: Wie spielen die einzelnen Normen der Normenfamilie der DIN EN ISO 50001 zusammen?

Normative Verweisungen

Sogenannte „normative Verweisungen“ sind integraler Bestandteil einiger Normen. Es handelt sich bei ihnen um Hinweise auf zusätzliche Dokumente, deren Kenntnis für die Anwendung der jeweiligen Norm erforderlich ist. So wird z.B. in der ISO 9001 auf die ISO 9000:2015 hingewiesen, die man ebenfalls berücksichtigen muss.
Anders als andere Normen enthält die ISO 50001 keine normativen Verweisungen. Daraus darf man nicht den falschen Schluss ziehen, es reiche aus, nur die ISO 50001 zu kennen. Will man erfolgreich ein EnMS in seinem Unternehmen einführen, sollte man sich mit der gesamten Normenfolge beschäftigen.

Weitere Normen der Normenfamilie der DIN EN ISO 50001

In den Jahren nach der Veröffentlichung der ISO 50001:2011 wurden zusätzliche Standards entwickelt, die für die Zertifizierung ebenfalls eine Rolle spielen. Zu ihnen gehören

  • ISO 50002: Anleitung für die Durchführung von Energie-Audits
  • ISO 50003: Regelung zu Anforderungen an Stellen, die Audits und Zertifizierungen von EnMS anbieten, sowie die Forderung, dass ein EnMS nachweislich die Energieeffizienz verbessert
  • ISO 50004: Anleitung zur Umsetzung, Aufrechterhaltung und Verbesserung eines EnMS
  • ISO 50006: Leitfaden für Anwender mit methodischen Ansätzen und Praxisbeispielen zu Energiekennzahlen
  • ISO 50015: Leitlinien zur Messung und Überprüfung der Energieleistung von Organisationen

Zusammenspiel der Normen

 

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© TENAG GmbH

Betrachtet man die Inhalte dieser Spezifizierungen, so zeigt sich, warum sie für den Erfolg des EnMS wichtig sind. Wie Zahnräder einer komplexen Mechanik greifen sie ineinander und tragen erst in ihrer Gesamtheit zum reibungslosen Ablauf des PDCA-Zyklus (= Plan –> Do –> Check –> Act) bei.

Beispiel: Die ISO 50003 fordert indirekt eine regelmäßige Leistungsverbesserung, denn sie schreibt dem Auditor vor, andernfalls eine „Hauptabweichung“ festzustellen. Mit dieser Aufforderung an die Unternehmen zur erkennbaren Effizienzsteigerung ist mittelbar auch eine Forderung nach verbesserten Messmethoden und moderner Messtechnik verbunden. Um dieser Forderung nachzukommen, muss man wiederum die ISO 50006 und die ISO 50015 kennen.

Zum einen sind die jüngeren Normen der Normenfamilie also detaillierte Ergänzungen zu den Regularien der ISO 50001, zum anderen bieten sie praktische Tools zu ihrer Umsetzung an.

Autor: Susanne Niemuth-Engelmann

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