25.07.2017

Revision der ISO 50001: Was wird sich verändern?

Eine neue Version der ISO 50001 wird voraussichtlich im Januar 2019 veröffentlicht. Welche Veränderungen hält die Revision der ISO 50001 für ihre Anwender bereit? Wir fassen zusammen, was bekannt ist.

revision der iso 50001

Pünktlich zu ihrem fünften Geburtstag Ende letzten Jahres fiel der Startschuss für die Revision der ISO 50001. Seitdem arbeiten sich Experten von rund 30 Ländern unter dem Vorsitz der ISO durch den Text, auf der Suche nach Passagen und Inhalten, die einer Verbesserung bedürfen. Das Ergebnis der bisherigen Sitzungen nennt sich „Committee Draft 3“, im Herbst dieses Jahres soll der endgültige Entwurf stehen.

Die Revision ist ein ganz normaler Bestandteil im Lebenszyklus beinahe jeder freiwilligen Norm. Diese werden alle fünf Jahre überarbeitet, um in einer sich verändernden Welt ihre Gültigkeit zu behalten.

Umstellung auf die High-Level-Structure

Dass sich die ISO 50001:2019 strukturell massiv von der ISO 50001:2011 unterscheiden wird, ist kein großes Geheimnis mehr. Sie teilt in Zukunft mit anderen großen Managementsystem-Normen (ISO 9001, ISO 14001 etc.) die High Level Structure (HLS). Die ISO-Direktiven haben dafür im Annex SL eine einheitliche Struktur, einheitliche Definitionen sowie Grundanforderungen für ISO-Managementsystem-Normen zusammengestellt. Das soll die Integration in ein gemeinsam geführtes Managementsystem erleichtern. Der Aufbau der Norm wird sich also wie folgt verändern:

ISO 50001:2011 ISO 50001:2019 (HLS)
1 Scope 1 Scope
2 Normative references 2 Normative references
3 Terms and definitions 3 Terms and definitions
4 Energy management system requirements 4 Context of the organization
4.1 General requirements 5 Leadership
4.2 Management responsibility 6 Energy planning
4.3 Energy policy 7 Support
4.4 Energy planning 8 Operation
4.5 implementation and operation 9 Performance evaluation
4.6 Checking 10 Improvement
4.7 Management review

Weitere mögliche Veränderungen der Revision der ISO 50001

In den bisherigen Sitzungen haben die Experten auch über folgende Änderungen diskutiert:

  • Kontext der Organisation: Die Organisation muss externe oder interne Belange identifizieren, die die Fähigkeit des Energiemanagementsystems (EnMS) beeinflussen, die energetische Leistung zu verbessern.
  • Verantwortung des Top-Managements: Der Entwurf der neuen ISO 50001 bindet das Top-Management stärker als bisher in den Erfolg des EnMS ein. Nach der alten ISO 50001 sollte es lediglich sicherstellen, dass zentrale Aktivitäten zum Aufbau des EnMS stattfinden. Die Revision der ISO 50001 sieht vor, dass das Top-Management Verantwortung für die Wirksamkeit des EnMS trägt. Es soll sich aktiv in die Aktivitäten, die das EnMS am Leben halten, einbringen.
  • Kontinuierliche Verbesserung: Die revidierte ISO 50001 fokussiert aller Wahrscheinlichkeit nach die kontinuierliche Verbesserung stärker als die Version von 2011. Ziele und Aktionspläne sollen wesentliche Energieeinsätze beachten und Methoden zur Verifizierung erreichter Effizienzverbesserungen berücksichtigen. Die kontinuierliche Verbesserung der energetischen Leistung beweist eine Organisation durch Messungen und durch ihre Monitoring-Aktivitäten. Auf dem Tisch liegt auch der Vorschlag, dass Organisationen bereits in der Planungsphase ein Messkonzept aufstellen müssen.
  • Risikobasiertes Denken: Risiken und Chancen für die Fähigkeit des Energiemanagementsystems, die energetische Leistung zu verbessern, sollen bedacht werden. Dort, wo erforderlich, soll eine Organisation Maßnahmen ergreifen, um Risiken abzuwehren oder Chancen zu nutzen.
Autor: WEKA Fachredaktion