04.08.2016

Grundlagen zu Löschanlagen

Notausgang

Eine Löschanlage hat vor allem die eine Funktion: Brände zu löschen. Löschanlagen werden unterteilt in

  • ortsfeste (stationäre) Löschanlagen
  • halbstationäre (teilbewegliche) Löschanlagen

Sie werden eingesetzt zum

  • Raumschutz (Schutz der Gesamtheit der in einem brandschutztechnisch abgetrennten Raum befindlichen Einrichtungen)
  • Objektschutz (Schutz einer einzelnen Einrichtung, z.B. Maschine, innerhalb eines Raums oder im Freien)
  • Personenschutz (Löschanlagen, die im Rahmen eines Brandschutzkonzepts ein wesentlicher Teil des Konzepts zum Schutz von Menschenleben sind).

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

  • DGUV Regel 105–001 Einsatz von Feuerlöschanlagen mit sauerstoffverdrängenden Gasen
  • DGUV Information 205–001 Arbeitssicherheit durch vorbeugenden Brandschutz
  • DGUV Information 205–004 Sicherheitseinrichtungen beim Einsatz von Feuerlöschanlagen mit Löschgasen

Arten von Löschanlagen

Zum Schutz von Räumen, Objekten und Personen existieren verschiedene Arten von Löschanlagen. Abhängig von den Löschmitteln werden sie den folgenden drei Oberkategorien zugeordnet:

  • Wasserlöschanlagen: Hierzu zählen die häufig verwendeten Sprinkleranlagen in Bürogebäuden oder Lagerhallen, Sprühwasserlöschanlagen sowie Wassernebel-Löschanlagen und Schaumlöschanlagen.
  • Gaslöschanlagen: Hierzu zählen Löschanlagen, die als Löschmittel mit Kohlenstoffdioxid gefüllt sind, bzw. sämtliche chemischen Löschanlagen.
  • Weitere Löschanlagen sind Pulver-Löschanlagen und Explosionsschutzanlagen.

Gleich, um welche Löschanlage es sich handelt, wird das entsprechende Löschmittel stets durch Rohrleitungen auf direktem Weg zum Brandherd geleitet. Wann und in welcher Form die Löschanlagen ausgelöst werden, hängt von der Befüllmenge und der Bauart ab.

Ortsfeste Feuerlöschanlagen

Ortsfeste Feuerlöschanlagen bestehen aus einem Löschmittelvorrat und einem Rohrleitungssystem mit geeigneten Aufgabevorrichtungen (Beispiele: Sprinkler, Löschdüse), über die in dem Einsatzfall das Löschmittel ausgetragen wird. Sie werden entweder automatisch indirekt durch Brandmelde- und Löschsteueranlagen oder direkt durch mechanische Branderkennungs- und Auslöseelemente (Beispiele: Glasfass, Schmelzlot) oder manuell ausgelöst. Sie sollen einen Brand selbsttätig löschen oder ihn so lange eindämmen, bis die Feuerwehr eintrifft, um ihn zu löschen. Nach der Art der verwendeten Löschmittel werden unterschieden:

  • Wasserlöschanlagen
    • Sprinkleranlagen
    • Sprühwasserlöschanlagen
    • Wassernebellöschanlagen
    • Schaumlöschanlagen
  • Gaslöschanlagen
    • Inertgaslöschanlagen
    • Kohlendioxidlöschanlagen
    • Argonlöschanlagen
    • Stickstofflöschanlagen
    • Inertgaslöschanlagen mit Gasgemischen (Inergen, Argonite)
  • Pulverlöschanlagen
  • sonstige Löschanlagenarten, z.B. aktive Brandvermeidungssysteme, Explosionsschutzanlagen

Aktive Brandvermeidungssysteme wirken wie Stickstofflöschanlagen, sie führen dem zu schützenden Raum vorbeugend Stickstoff zu, sodass ein Brand gar nicht erst entstehen kann. Anders als bei der „reaktiven Brandbekämpfung” durch Feuerlöschanlagen oder Feuerwehren, die erst auf bereits ausgebrochene Brände reagieren, schließt ein aktives Brandvermeidungssystem durch Reduktion des Sauerstoffanteils in dem zu schützenden Bereich Brände von vornherein aktiv aus.

Halbstationäre Löschanlagen

Halbstationäre Sprühwasserlöschanlagen verfügen über fest in einem zu schützenden Bereich installierte Rohre und offene Löschdüsen sowie eine Brandmeldeanlage mit Alarmübertragung zur Feuerwehr. Im Gegensatz zu stationären Sprühwasserlöschanlagen verfügen halbstationäre Sprühwasserlöschanlagen nicht über eine eigene Wasserversorgung, sondern über einen Anschluss zur Wassereinspeisung durch die Feuerwehr. Sie ermöglichen den Einsatzkräften einen schnellen und gezielten Löschangriff. Halbstationäre Löschanlagen sind in der Regel Wasserlöschanlagen.

Autoren: Peter Proschek , WEKA Redaktion

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