04.08.2018

Sprinkleranlagen: Das müssen Sie beachten

Sprinkleranlagen sind ortsfeste, ständig betriebsbereite Löschanlagen, die dem Raumschutz dienen. Das Löschwasser wird durch festverlegte Rohrleitungen bis unmittelbar an die Brandstelle geleitet, wo es durch Sprinkler (Düsen) versprüht wird.

Sprinkleranlage

Sprinkleranlagen erkennen, melden und bekämpfen Brände. Die Sprinkler öffnen sich bei festgelegten Temperaturen, um Wasser auf die vom Brand betroffenen Teilflächen zu sprühen. Der Wasserstrom durch das Alarmventil löst einen Brandalarm aus. Die Nennöffnungstemperatur wird im Allgemeinen auf die Temperaturbedingungen der Umgebung abgestimmt. Nur die Sprinkler öffnen sich, die in der Umgebung des Brands ausreichend erwärmt werden.

Sprinkler sind im Bereitschaftszustand geschlossen und öffnen sich erst bei einer bestimmten Temperatur im Brandbereich. Sie schließen sich nicht selbsttätig nach Unterschreiten der Auslösetemperatur, sondern die Sprinkleranlage muss von Hand abgeschaltet werden. Erfolgt die Abschaltung nicht rechtzeitig, können Wasserschäden entstehen. Zur Vermeidung von Wasserschäden werden Sprinkleranlagen mit Alarmierungseinrichtungen versehen, durch die Personen herbeigerufen werden sollen, die die Anlage abschalten können.

Öffnet sich ein Sprinkler, so entsteht im Rohrleitungssystem ein Druckabfall. Der Druckabfall löst die Alarmierung aus, öffnet die Alarmventile und steuert die Wasserversorgung. Das Wasser wird zunächst aus dem Druckluftwasserbehälter durch die Druckluft zur Brandbekämpfung gefördert. Entleert sich der Behälter, so wird durch den Druckabfall im Behälter die unerschöpfliche Wasserquelle (Sprinklerpumpe) in Betrieb gesetzt.

Eine Sprinkleranlage besteht aus einer oder mehreren Wasserversorgungen und einer oder mehreren Sprinklergruppen. Jede Gruppe besteht aus einer Alarmventilstation und einem Rohrnetz mit daran installierten Sprinklern. Die Sprinkler sind an vorgegebenen Stellen unter Dächern oder Decken und, wenn erforderlich, in Regalen, unter Zwischenböden sowie an anderen besonderen Stellen eingebaut.

Eine automatische Sprinkleranlage ist dafür ausgelegt, einen Brand schon im Entstehungsstadium zu entdecken und zu löschen oder das Feuer unter Kontrolle zu bringen, sodass es mit anderen Mitteln gelöscht werden kann.

Die Sprinkleranlage sollte sich, bis auf wenige Ausnahmen, über das gesamte Gebäude erstrecken. Bei einigen Anforderungen aus dem Personenschutz kann es sein, dass eine zuständige Stelle den Sprinklerschutz nur für bestimmte Bereiche und nur zur Erhaltung sicherer Bedingungen für die Evakuierung von Personen vorschreibt.

Auch bei Vorhandensein einer Sprinkleranlage sind andere Mittel zur Brandbekämpfung notwendig. Es ist wichtig, die vorbeugenden Maßnahmen für den Brandschutz auf dem Betriebsgelände als Ganzes zu betrachten. Zu berücksichtigen sind die Feuerwiderstandsdauer baulicher Anlagen, Fluchtwege, Brandmeldeanlagen, Brandschutzmaßnahmen gegen spezielle Risiken, Feuerlöscheinrichtungen, sichere Arbeitsmethoden und Warentransport, Überwachung durch die Unternehmensleitung und eine gute Organisation.

Wesentliche Kenngrößen für die Bemessung einer Sprinkleranlage sind:

  • die Brandgefahrenklasse

    Zu schützende Gebäude oder Bereiche mit einer oder mehreren der folgenden Nutzungen und Brandgefahren sind einer der folgenden Brandgefahrenklassen zuzuordnen.

  • die Wirkfläche

    Angenommene maximale Fläche, über der für die Auslegung davon ausgegangen werden kann, dass Sprinkler sich bei einem Brand öffnen.

  • die Wasserbeaufschlagung und Mindestmenge Wasser in mm/min, für die eine Sprinkleranlage ausgelegt ist, ermittelt aus der Ausflussrate an einer bestimmten Gruppe von Sprinklern, in l/min, geteilt durch die Schutzfläche, in m2

Arten von Sprinkleranlagen

Nassanlagen

Nassanlagen sind ständig mit unter Druck stehendem Wasser gefüllt. Sie sollten nur in Risiken ohne Frostgefahr und solchen, in denen die Umgebungstemperatur 95 °C nicht übersteigt, installiert werden. Bei vermaschten Rohrnetzen und Ringleitungsanordnungen müssen Nassanlagen verwendet werden.

In frostgefährdeten Bereichen können Rohrleitungen durch Frostschutzmittel oder eine elektrische Begleitheizung vor dem Einfrieren geschützt oder als Tandemanlage, als Trocken- oder Nass-Trocken-Anlage ausgelegt werden.

Wenn möglich, müssen die Sprinkler stehend installiert werden, um mechanische Beschädigungen und das Ansammeln von Verunreinigungen in den Sprinklerfittings zu verhindern sowie die Entwässerung des Rohrnetzes zu erleichtern.

Trockenanlagen

Trockenanlagen sind normalerweise hinter dem Trockenalarmventil mit Luft oder Inertgas unter Druck gefüllt. Vor dem Trockenalarmventil steht Wasser unter Druck an. Es ist eine ständige Luft-/Inertgas-Versorgung zur Haltung des Drucks im Rohrleitungsnetz vorzusehen. Die Anlage wird ständig in dem vom Alarmventilhersteller empfohlenen Druckbereich gehalten. Trockenanlagen dürfen nur dort installiert werden, wo Frostgefahr besteht oder die Temperatur 95 °C übersteigen kann, z.B. in Trockenöfen.

Alle Sprinkler in Trockenanlagen müssen stehend installiert werden, es sei denn, es werden hängende Trockensprinkler oder Seitenwandsprinkler verwendet.

Nass-Trocken-Anlagen

Nass-Trocken-Anlagen enthalten entweder ein Nass-Trocken-Alarmventil oder eine Kombination aus einem Nassalarmventil und einem Trockenalarmventil. Während des Winters ist die Anlage hinter dem Nass-Trocken-Alarmventil bzw. Trockenalarmventil mit Luft oder Inertgas unter Druck und der Rest der Anlage vor dem Alarmventil mit Wasser unter Druck gefüllt. Zu anderen Jahreszeiten ist die Anlage als Nassanlage geschaltet.

Alle Sprinkler in Nass-Trocken-Anlagen müssen stehend installiert werden, es sei denn, es werden hängende Trockensprinkler oder Seitenwandsprinkler verwendet.

Vorgesteuerte Anlagen

Bei vorgesteuerten Anlagen werden zwei Typen unterschieden.

Vorgesteuerte Anlage, Typ A

Es handelt sich um eine Trockenanlage, bei der die Alarmventilstation durch eine automatische Brandmeldeanlage und nicht durch das Öffnen der Sprinkler aktiviert wird. Falls die Brandmeldeanlage ausfällt, muss die vorgesteuerte Anlage wie eine Trockenanlage arbeiten. Der Luft-/Inertgas-Druck in der Anlage muss ständig überwacht werden. Es ist zu beachten, dass ein manuell zu betätigendes Ventil an geeigneter Stelle zu installieren ist, um das vorgesteuerte Ventil im Notfall aktivieren zu können.

Vorgesteuerte Anlagen vom Typ A sollten nur in Bereichen installiert werden, in denen bei einem versehentlichen Austreten von Wasser erheblicher Schaden entstehen könnte.

Vorgesteuerte Anlage, Typ B

Es handelt sich um eine Trockenanlage, bei der die Alarmventilstation entweder von einer automatischen Brandmeldeanlage oder durch das Öffnen der Sprinkler aktiviert wird. Unabhängig vom Ansprechen der Brandmelder bewirkt ein Druckabfall in den Rohrleitungen das Öffnen des Alarmventils.

Vorgesteuerte Anlagen vom Typ B können überall dort installiert werden, wo eine Trockenanlage erforderlich und eine schnelle Brandausbreitung zu erwarten ist, z.B. bei Hochregalanlagen. Sie können auch statt gewöhnlicher Trockenanlagen mit und ohne Schnellöffner oder Schnellentlüfter eingesetzt werden.

Sprinkler

Sprinkleranlagen sind für sehr unterschiedliche Objekte wie z.B. Versammlungsstätten, Hotels, Fabrikationshallen, Hochregallager, Verkaufsstätten usw. vorgesehen. Die hier auftretenden unterschiedlichen Brandrisiken sowie die verschiedenen Bauarten und Raumgestaltungen erfordern es, dass die Sprinkler den jeweiligen Erfordernissen entsprechend gestaltet sind. Die Sprühcharakteristik des Sprinklers wird hauptsächlich durch die Form des Sprühtellers und durch die Art der Montage (stehend, hängend, horizontal) bestimmt. Zu unterscheiden sind:

  • Normalsprinkler
    Normalsprinkler, die stehend oder hängend angebracht sind, eignen sich für Räume mit Deckenkonstruktionen ohne Feuerwiderstand. Sie benetzen und kühlen im Brandfall auch die Decke.
  • Schirmsprinkler, stehend
    Schirmsprinkler eignen sich besonders für Räume mit sichtbar verlegten Sprinklerrohren, z.B. in Industrie- oder Lagerhallen.
  • Schirmsprinkler, hängend
    Hängende Schirmsprinkler sind für Räume mit Sprinklerrohren in abgehängten Decken geeignet und werden hauptsächlich in Verkaufsstätten und Versammlungsstätten eingesetzt.
  • Flachschirmsprinkler, stehend
    Stehende Flachschirmsprinkler eignen sich für Räume mit sichtbar verlegten Sprinklerrohren und Sprühbehinderungen z.B. durch Wände, Mauervorsprünge.
  • Flachschirmsprinkler, hängend
    Hängende Flachschirmsprinkler eignen sich für Räume mit Kassetten- bzw. Rasterdecken. Sie sind besonders geeignet, um im Brandfall eine ausreichende Wurfweite zu gewährleisten.
  • Seitenwandsprinkler
    Stehende oder hängende Seitenwandsprinkler sind für Räume erforderlich, in denen wegen baulicher Gegebenheiten wie z.B. schmale Flure, Unterzüge, Pfeiler oder andere Hindernisse der Einbau anderer Sprinkler in optimalem Abstand nicht möglich ist.
  • Weitwurf-Wandsprinkler
    Horizontale Weitwurf-Wandsprinkler eignen sich für Räume, in denen die Sprinklerrohre an der Decke nicht verlegt werden können.
  • ESFR-Sprinkler
    ESFR-Sprinkler (Early Suppression Fast Response) sind schnell wirkende, leistungsfähige Sprinkler, die zur Löschung von Bränden in bestimmten Risiken geeignet ist.

Wasserversorgung

Wasserversorgungen müssen in der Lage sein, automatisch mindestens die für die Anlage erforderlichen Druck-Durchflussraten-Bedingungen zu liefern. Das Wasser muss frei von faserigen oder sonstigen Schwebstoffen sein, die ein Verstopfen der Rohrleitungen zur Folge haben können. Salz- oder Brackwasser darf nicht ständig in den Sprinklerleitungen sein. Bei den Wasserversorgungen muss es sich um eine oder mehrere der folgenden Ausführungen handeln:

  • öffentliches Wasserleitungsnetz
  • Vorratsbehälter
  • unerschöpfliche Wasserquellen
  • Druckluftwasserbehälter

Fertigstellung

Nach Fertigstellung der Anlage muss der anerkannte Errichter ein Installationsattest an VdS Schadenverhütung , Bereich Technische Prüfstelle, senden. Der Prüfer der zuständigen Stelle führt dann eine Abnahmeprüfung durch. Das Gleiche gilt für bestehende Anlagen, an denen Änderungen vorgenommen wurden.

Regelmäßige Prüfung und Wartung

Wichtig ist, dass Sprinkleranlagen ordnungsgemäß gewartet werden, damit sichergestellt ist, dass sie im Bedarfsfall funktionieren. Diese Aufgabe kann leicht übersehen oder unzureichend beachtet werden. Ist das der Fall, so birgt dies Lebensgefahr für die Benutzer der Gebäude und das Risiko empfindlicher finanzieller Verluste in sich. Die Bedeutung einer ausreichenden Wartung kann nicht hoch genug bewertet werden.

Wenn Sprinkleranlagen außer Betrieb sind, ist in besonderem Maße auf andere Brandschutzmaßnahmen zu achten, und die zuständigen Stellen sind vom Außerbetriebnehmen in Kenntnis zu setzen.

Die Sprinkleranlage ist regelmäßig, d.h. mindestens einmal im Jahr, durch einen Prüfer der zuständigen Stelle zu prüfen. Der Prüfbericht muss bestätigen, dass die Anlage diesen Richtlinien entspricht, ordnungsgemäß gewartet wurde und voll funktionstüchtig ist. Alle Fehler und Mängel müssen im Prüfbericht aufgeführt werden. Die Fristen zur Beseitigung der Mängel sind von der zuständigen Stelle anzugeben.

Verantwortliche Person

Der Betreiber muss eine verantwortliche Person und deren Stellvertreter benennen, die nach entsprechender Unterweisung durch den Errichter sicherstellen müssen, dass die Anlage in betriebsbereitem Zustand gehalten wird. Name, Anschrift und Telefonnummer der verantwortlichen Person sowie die ihres Stellvertreters sind gut sichtbar in der Sprinklerzentrale anzubringen. Der Betreiber muss dafür sorgen, dass

  • die Anlage jederzeit diesen Richtlinien entspricht,
  • die Anlage jederzeit betriebsbereit ist,
  • die Anlage entsprechend den Anweisungen des Errichters und diesen Richtlinien überwacht, gewartet und geprüft wird,
  • die Anlage auf der Basis eines Vertrags mindestens einmal im Jahr von einem Prüfer der zuständigen Stelle geprüft wird,
  • alle Fehler und Mängel innerhalb von Fristen, die die zuständige Stelle festlegt, beseitigt werden.
Autor: Peter Proschek