07.04.2016

Vorbeugender Brandschutz

Brandschutz

Unter vorbeugender Brandschutz versteht man präventive Maßnahmen, die der Verhinderung eines Brands im Vorfeld dienen; hierzu zählen auch die Eindämmung bei Brandausbruch und das Schaffen von Voraussetzungen für den abwehrenden Brandschutz, beispielsweise in der Form von Flucht- und Rettungswegen.

Bereiche des vorbeugenden Brandschutzes

Der vorbeugende Brandschutz lässt sich in folgende drei Teilbereiche unterteilen:

  • baulicher Brandschutz: Auswahl von Bauteilen und -stoffen, das Schaffen von Brand- und Rauchabschnitten und Flucht- und Rettungswegen
  • Anlagentechnischer Brandschutz umfasst alle technischen Anlagen die eine Brandbekämpfung und -erkennung ermöglichen, aber auch alle weiteren technischen Anlagen, die diesen unterstützen.
  • Organisatorischer Brandschutz umfasst alles von der Bestellung von Brandschutzbeauftragten über die Brandschutzunterweisung bis zur Erstellung von Alarmplänen, aber auch die Implementierung einer unternehmensinternen Brandschutzkultur in Form von Schulungen, Unterweisungen und Übungen.

Baulicher Brandschutz

  • Gebäudeabmessungen, -abgrenzungen und -lage
  • Brennbarkeit der Baustoffe
  • Feuerwiderstandsdauer der Bauteile und -elemente
  • Lage und Bemessung von Flucht- und Rettungswegen
  • Flächen für die Feuerwehr

Anlagentechnischer Brandschutz

  • Erkennen von Bränden
  • Melden, Warnen und informieren
  • Löschen, Löschanlagen, Löschmittel
  • Auslösen von Brandfallsteuerungen
  • Rauch- und Wärmeabführung

Betrieblich-organisatorischer Brandschutz

  • Brandschutzmanagement
  • Alarmorganisation, Notfallpläne
  • Mitarbeiterinformation
  • Brandschutzhelfer

Wesentliche Ziele

Wesentliche Ziele des Brandschutzes sind:

  • Vorbeugung der Entstehung eines Brands und der Ausbreitung von Feuer und Rauch
  • im Falle eines Brands die Ermöglichung wirksamer Löscharbeiten
  • Schutz der Gesundheit und des Lebens der Nutzer und der Retter durch ausreichend geschützte Rettungswege
  • der Schutz der Gebäudesubstanz, des Inventars, der Betriebsbefähigung
  • Schutz der Umwelt vor giftigen Brand- bzw. Reaktionsgasen

Um diese Ziele erreichen zu können, müssen verschiedene Randbedingungen beachtet werden. Dazu gehören neben dem Nutzungskonzept, den Arbeits- und Betriebsabläufen für das Gebäude (z.B. Anzahl der Nutzer, Häufigkeit und Intensität ortsunkundigen Besucherverkehrs, Materialflüsse bei Produktionen) auch die Gebäudegeometrie wie z.B. die Fläche, die interne Zugänglichkeit und die Höhe (z.B. Muster-Hochhausrichtlinie hinsichtlich Brandüberschlag).

Die Planung von Löscharbeiten erfordert zudem die Berücksichtigung der Grenzabstände zu benachbarten Gebäuden, die Anbindung an die öffentlichen Verkehrswege und die Aufstell- und Bewegungsfläche für die Feuerwehr.

Wesentlicher Bestandteil der Planung ist natürlich auch die Beurteilung der Brandgefahr, d.h. die Prüfung der Entzündungsgefahr und der Brandbelastung durch brennbare Materialien.

Autor: Michael Becker