22.05.2018

Bestellung zum Brandschutzbeauftragten

Zur Bestellung eines Brandschutzbeauftragten ist nicht jedes Unternehmen verpflichtet. Daher sollten im Betrieb die branchen- und betriebsspezifischen Brandgefährdungen anhand einer Gefährdungsbeurteilung ermittelt und die damit verbunden Risiken bewertet werden. Nicht selten stellt sich dann heraus, dass es für die Position eines Brandschutzbeauftragten durchaus Bedarf gibt.

Löschwassereinspeisung

Die Bestellung zum Brandschutzbeauftragten erfolgt in der Regel auf Basis der Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung Brandschutz. In ihr ermitteln Sie die branchen- und betriebsspezifischen Gefährdungen, daher kann sie Ihnen für die Entscheidung, ob Sie einen Brandschutzbeauftragten bestellen sollten, eine gute Entscheidungsgrundlage liefern.

Bestellung Brandschutzbeauftragter bei erhöhter Brandgefährdung

Nach § 5 Abs. 3 ArbSchG können sich Gefährdungen insbesondere durch folgende Faktoren ergeben:

  1. die Gestaltung und die Einrichtung der Arbeitsstätte und des Arbeitsplatzes,
  2. physikalische, chemische und biologische Einwirkungen,
  3. die Gestaltung, die Auswahl und den Einsatz von Arbeitsmitteln, insbesondere von Arbeitsstoffen, Maschinen, Geräten und Anlagen sowie den Umgang damit,
  4. die Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren, Arbeitsabläufen und Arbeitszeit und deren Zusammenwirken,
  5. unzureichende Qualifikation und Unterweisung der Beschäftigten sowie
  6. psychische Belastungen bei der Arbeit.

Führt eine Gefährdungsbeurteilung zu dem Ergebnis, dass im Betrieb eine Brandgefährdung besteht, die über eine normale Brandgefährdung hinausgeht und/oder sind aufgrund erhöhter Risiken, zum Beispiel durch bauliche Gegebenheiten, besondere Maßnahmen zur Erreichung der Schutzziele erforderlich, empfiehlt sich unbedingt die Bestellung eines Brandschutzbeauftragten. Das empfiehlt seit der Ausgabe 2018 auch die ASR A2.2, die unter Punkt 7.4 den Brandschutzbeauftragten komplett neu aufgenommen hat:

Ermittelt der Arbeitgeber eine erhöhte Brandgefährdung, kann die Benennung eines Brandschutzbeauftragten zweckmäßig sein.  Dieser berät und unterstützt den Arbeitgeber zu Themen des betrieblichen Brandschutzes. https://www.weka.de/brandschutz/die-neue-asr-a2-2-massnahmen-gegen-braende/

Der Arbeitgeber kann seine Aufgaben als oberster Brandschutzverantwortlicher natürlich immer noch selbst übernehmen oder anderweitig lösen, doch mit der Aufnahme des Brandschutzbeauftragten ist der Gesetzgeber der Notwendigkeit ein Stück nähergekommen.

Eine „normale“ Brandgefährdung liegt vor, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Brandentstehung, die Geschwindigkeit der Brandausbreitung, die dabei frei werdenden Stoffe und die damit verbundene Gefährdung für Personen, Umwelt und Sachwerte vergleichbar sind mit einer Büronutzung.

Voraussetzungen für die Bestellung zum Brandschutzbeauftragten

Für das Amt und damit zur Bestellung eines Brandschutzbeauftragten ist nicht jeder Mitarbeiter geeignet. Vor allem Beschäftigte, die sich in der Freizeit zum Beispiel bei einer Freiwilligen Feuerwehr engagieren, übernehmen als Brandschutzbeauftragte Verantwortung im betrieblichen Brandschutz. Jeder hat jedoch die Möglichkeit, sich ausbilden zu lassen. Dafür ist keine besondere Vorbildung oder Qualifikation notwendig. Teilnehmer an der Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten sollten aber eine abgeschlossene Berufsausbildung besitzen.

Für Betriebe mit erhöhter Brandgefährdung wird für den Brandschutzbeauftragten eine besondere Qualifikation empfohlen, wie zum Beispiel:

  • Personen mit feuerwehrtechnischer Ausbildung,
  • Absolventen der Ausbildung Werkfeuerwehrmann,
  • Fachkräfte für Arbeitssicherheit sowie
  • Hochschul-/FH-Absolventen mit Studienschwerpunkt Brandschutz.

Grundsätzlich die Befähigung zum Brandschutzbeauftragten besitzen aufgrund ihrer Ausbildung

  • Personen mit einer abgeschlossenen Ausbildung zum gehobenen oder höheren feuerwehrtechnischen Dienst oder vergleichbaren Ausbildungen nach den entsprechenden Laufbahnregelungen der einzelnen Bundesländer sowie
  • Personen mit abgeschlossenem Hochschul- oder FH-Abschluss Brandschutz, die die in der DGUV Information 205-003 „Aufgaben, Qualifikation, Ausbildung und Bestellung von Brandschutzbeauftragten“ geforderten Kenntnisse nachweisen können.

Aktive Feuerwehrangehörige mit erfolgreich abgeschlossener Ausbildung zum Zugführer gemäß Feuerwehr-Dienstvorschrift 2 oder nach jeweiligem Landesrecht gleichwertigen Lehrgängen und Personen mit einer abgeschlossenen Ausbildung mit mindestens 140 Lehreinheiten zum Brandschutztechniker sind für eine verkürzte Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten qualifiziert

Ganz wichtig: Für den Fall, dass die Ausbildung eines Beschäftigten zum Brandschutzbeauftragten bereits länger als fünf Jahre zurück liegt oder dieser daran gehindert ist, eine Fortbildung als Brandschutzbeauftragter zu belegen, so ist er verpflichtet, an einer Ausbildung im Sinne der DGUV Information teilzunehmen.

An Weisungen sind Brandschutzbeauftragte nicht gebunden

Ein vom Arbeitgeber bestellter Brandschutzbeauftragter sollte zu allen den betrieblichen Brandschutz betreffenden Fragestellungen rechtzeitig eingebunden werden und zwar möglichst bereits im Planungsstadium. Nur so ist gewährleistet, dass er seine Fachkunde umfassend mit einbringen kann, um den vorbeugenden Brandschutz im Betrieb effizient zu gestalten.

Beachten Sie, dass Brandschutzbeauftragte bei der Anwendung ihrer brandschutztechnischen Fachkunde weisungsfrei sind. Sie dürfen wegen der Erfüllung der ihnen übertragenen Aufgaben nicht benachteiligt werden. Vergleichbar mit der betrieblichen Stellung einer Fachkraft für Arbeitssicherheit sollten Brandschutzbeauftragte unmittelbar dem Arbeitgeber unterstellt sein.

Autor: Markus Horn