17.12.2018

Bestellung zum Brandschutzbeauftragten

Zur Bestellung eines Brandschutzbeauftragten ist nicht jedes Unternehmen verpflichtet. Daher sollten im Betrieb die branchen- und betriebsspezifischen Brandgefährdungen anhand einer Gefährdungsbeurteilung ermittelt und die damit verbunden Risiken bewertet werden. Nicht selten stellt sich dann heraus, dass es für die Position eines Brandschutzbeauftragten durchaus Bedarf gibt.

Bestellung zum Brandschutzbeauftragten Löschwassereinspeisung

Die Bestellung zum Brandschutzbeauftragten erfolgt in der Regel auf der Basis dessen, was die Gefährdungsbeurteilung Brandschutz zu Tage gebracht hat. In ihr ermitteln Sie die branchen- und betriebsspezifischen Gefährdungen. Daher liefert sie Ihnen für die Entscheidung, ob Sie einen Brandschutzbeauftragten bestellen sollten, eine gute Grundlage.

Bestellung Brandschutzbeauftragter bei erhöhter Brandgefährdung

Nach § 5 Abs. 3 ArbSchG können sich Gefährdungen insbesondere durch folgende Faktoren ergeben:

  1. die Gestaltung und die Einrichtung der Arbeitsstätte und des Arbeitsplatzes,
  2. physikalische, chemische und biologische Einwirkungen,
  3. die Gestaltung, die Auswahl und den Einsatz von Arbeitsmitteln, insbesondere von Arbeitsstoffen, Maschinen, Geräten und Anlagen sowie den Umgang damit,
  4. die Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren, Arbeitsabläufen und Arbeitszeit und deren Zusammenwirken,
  5. unzureichende Qualifikation und Unterweisung der Beschäftigten sowie
  6. psychische Belastungen bei der Arbeit.

Ergibt eine Gefährdungsbeurteilung, dass im Betrieb eine Brandgefährdung besteht, die über ein normales Level hinausgeht und/oder sind aufgrund erhöhter Risiken, zum Beispiel durch bauliche Gegebenheiten, besondere Maßnahmen zur Erreichung der Schutzziele erforderlich, empfiehlt sich unbedingt die Bestellung eines Brandschutzbeauftragten. Das rät seit der Ausgabe 2018 auch die ASR A2.2, die unter Punkt 7.4 den Brandschutzbeauftragten komplett neu aufgenommen hat:

Ermittelt der Arbeitgeber eine erhöhte Brandgefährdung, kann die Benennung eines Brandschutzbeauftragten zweckmäßig sein.  Dieser berät und unterstützt den Arbeitgeber zu Themen des betrieblichen Brandschutzes. https://www.weka.de/brandschutz/die-neue-asr-a2-2-massnahmen-gegen-braende/

Der Arbeitgeber kann seine Aufgaben als oberster Brandschutzverantwortlicher natürlich immer noch selbst übernehmen oder anderweitig lösen. Doch immerhin findet der Brandschutzbeauftragte jetzt in der ASR A2.2 eine namentliche Erwähnung.

Eine „normale“ Brandgefährdung liegt vor, wenn

  • die Wahrscheinlichkeit einer Brandentstehung,
  • die Geschwindigkeit der Brandausbreitung,
  • die dabei frei werdenden Stoffe und
  • die damit verbundene Gefährdung für Personen, Umwelt und Sachwerte

vergleichbar sind mit einer Büronutzung.

Tipp

Ein Muster für die schriftliche Bestellung zum Brandschutzbeauftragten finden Sie im Downloadbereich.

Voraussetzungen für die Bestellung zum Brandschutzbeauftragten

Nicht jeder Mitarbeiter eignet sich für die Bestellung zum Brandschutzbeauftragten. Vor allem Beschäftigte, die sich in der Freizeit zum Beispiel bei einer Freiwilligen Feuerwehr engagieren, übernehmen als Brandschutzbeauftragte Verantwortung im betrieblichen Brandschutz.

Jeder Beschäftigte hat jedoch die Möglichkeit, sich ausbilden zu lassen. Eine besondere Vorbildung oder Qualifikation ist dafür nicht notwendig. Teilnehmer an der Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten sollten aber eine abgeschlossene Berufsausbildung besitzen.

Für Betriebe mit erhöhter Brandgefährdung wird für den Brandschutzbeauftragten eine besondere Qualifikation empfohlen, wie zum Beispiel:

  • Personen mit feuerwehrtechnischer Ausbildung,
  • Absolventen der Ausbildung Werkfeuerwehrmann,
  • Fachkräfte für Arbeitssicherheit sowie
  • Hochschul-/FH-Absolventen mit Studienschwerpunkt Brandschutz.

Grundsätzlich kommen aufgrund ihrer Ausbildung folgende Personengruppen vor allem für die Bestellung zum Brandschutzbeaufragten in Frage.

  • Personen mit einer abgeschlossenen Ausbildung zum gehobenen oder höheren feuerwehrtechnischen Dienst oder vergleichbaren Ausbildungen nach den entsprechenden Laufbahnregelungen der einzelnen Bundesländer sowie

Aktive Feuerwehrangehörige mit erfolgreich abgeschlossener Ausbildung zum Zugführer gemäß Feuerwehr-Dienstvorschrift 2 oder gemäß gleichwertiger Lehrgänge nach jeweiligem Landesrecht und Personen mit einer abgeschlossenen Ausbildung mit mindestens 140 Lehreinheiten zum Brandschutztechniker sind für eine verkürzte Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten qualifiziert

Ganz wichtig

Die Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten darf nicht länger als fünf Jahre zurückliegen. Für den Fall, dass er daran gehindert ist, eine Fortbildung als Brandschutzbeauftragter zu belegen, hat er an einer Ausbildung im Sinne der DGUV Information teilzunehmen.

An Weisungen sind Brandschutzbeauftragte nicht gebunden

Ein vom Arbeitgeber bestellter Brandschutzbeauftragter sollte zu allen Fragestellungen, die den betrieblichen Brandschutz betreffen, rechtzeitig eingebunden werden und zwar möglichst bereits im Planungsstadium. Nur so ist gewährleistet, dass er seine Fachkunde umfassend mit einbringen kann, um den vorbeugenden Brandschutz im Betrieb effizient zu gestalten.

Beachten Sie, dass Brandschutzbeauftragte weisungsfrei sind, wenn sie ihre brandschutztechnische Fachkunde anwenden. Sie dürfen nicht benachteiligt werden, nur weil sie die Aufgaben erfüllen, die ihnen übertragen wurden. Vergleichbar mit der betrieblichen Stellung einer Fachkraft für Arbeitssicherheit sollten Brandschutzbeauftragte unmittelbar dem Arbeitgeber unterstellt sein.

Autor: Markus Horn