30.01.2017

CO2-Feuerlöscher bei der Brandbekämpfung mit Vorsicht einsetzen

CO2-Feuerlöscher eignen sich vor allem beim Einsatz an Schaltschränken, in Serverräumen oder EDV-Anlagen. Doch CO2-Feuerlöscher sollten mit Bedacht zum Einsatz kommen. Sie sie sind nur für die Brandklassen B und C zugelassen, dazu ist ihr Inhalt für Menschen auch nicht ganz ungefährlich.

CO2-Feuerlöscher enthalten mit Kohlendioxid ein sehr wirksames Löschmittel, dessen Löschwirkung auf dem Stickeffekt beruht. Das heißt, dass der Sauerstoffgehalt in der Umgebungsatmosphäre des Brandes auf die löschwirksame Konzentration von < 15 Vol.-% gesenkt wird.

Kohlendioxid (CO2) ist ein Löschmittel, das außerdem elektrisch nicht leitfähig ist und folgerichtig keine Rückstände hinterlässt. Daher sind CO2-Feuerlöscher auch für Räume mit sensibler Reinraumtechnik oder Räume, an die hohe Hygieneanforderungen gestellt werden, bestens geeignet.

CO2-Feuerlöscher enthalten das Atemgift Kohlendioxid

Kohlendioxid ist aber auch ein geruchloses Atemgift. Es wirkt auf Blut, Nerven und Zellen im menschlichen Körper. Bei einer Konzentration von über 2 Vol.-% kommt es zu einer starken Erhöhung der Atemfrequenz. Damit verbunden ist eine immer schlechter werdende Versorgung der Körperzellen mit Sauerstoff. Bei über 4 Vol.-% treten zusätzlich Durchblutungsstörungen im Gehirn auf. Es kommt ferner zu Schwindelgefühl, Brechreiz und Ohrensausen. Konzentrationen über 8 Vol.-% können darüber hinaus zu Krämpfen und Bewusstlosigkeit führen. Erreicht der Kohlendioxidanteil in der Atemluft mehr als 10 Vol.-% tritt schließlich kurzfristig der Tod ein.

In Österreich ist die Verwendung von tragbaren CO2-Feuerlöschern mit Kohlendioxid als Löschmittel gemäß der österreichischen Arbeitsstättenverordnung in kleinen, engen oder schlecht zu lüftenden Räumen unzulässig.

Grundsatz ist, dass die Konzentration von Kohlendioxid in der Raumluft 5 Vol.-% nicht übersteigen darf. Dazu wurde vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Verbraucherschutz folgende Tabelle veröffentlicht:

Raumvolumina und zulässige Löschmittelmenge Kohlendioxid (Füllgewicht in kg)

Raumvolumen (m³)

5-%-Grenze für Volumen Kohlendioxid (m³)

höchstzulässige Löschmittelmenge Kohlendioxid (kg)

5

0,25

0,5

10

0,5

1

20

1

2

40

2

4

50

2,5

5

CO2-Feuerlöscher mit Kohlendioxid sind geeignet zur Bekämpfung von Bränden der Brandklasse B (Brände flüssiger oder flüssig werdender Stoffe) und der Brandklasse C (Brände von Gasen).

Praxistipp für den Brandschutz mit CO2-Feuerlöscher:

Überprüfen Sie also in Ihrem Verantwortungsbereich, wo sich vielleicht noch tragbare Kohlendioxid-Feuerlöscher befinden. Das gilt vor allem für Bereiche, wo Brände der Brandklasse A ( Brände fester Stoffe, hauptsächlich organischer Struktur, die üblicherweise unter Glutbildung verbrennen) auftreten können, z.B. in Büros.

Diese Feuerlöscher sollten aufgrund der mit ihrem Einsatz verbundenen Gefahren deshalb schnellstens ausgetauscht werden. Am besten gegen geeignete  Wasser-, Schaum- oder Pulverlöscher.

Autor: Reimund Roß