Arbeitsschutz auch in Nebenbereichen sicherstellen
Bei Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes liegt der Fokus häufig auf Bereichen wie Werkstätten, Produktionslinien und Büroräumen, in denen die eigentliche Wertschöpfung stattfindet. Räume, die nur zeitweise genutzt werden – etwa Besprechungsräume, Empfangsbereiche, Technikräume, Sozialräume oder Kleinlager – geraten dagegen oft aus dem Blickfeld.
Zuletzt aktualisiert am: 27. Juli 2026

Nebenräume werden hinsichtlich möglicher Gefährdungen im betrieblichen Alltag häufig unterschätzt, obwohl sie von vielen Beschäftigten genutzt werden. Da sich Beschäftigte dort nur kurzzeitig aufhalten und verschiedene Abteilungen die Räume nutzen, sind Zuständigkeiten häufig nicht eindeutig geregelt.
Dennoch müssen auch in diesen Bereichen Gefährdungen systematisch ermittelt und geeignete Schutzmaßnahmen umgesetzt werden. Kommunikationsbereiche, Empfangszonen, Technikräume, Sozialbereiche und Kleinlager bringen jeweils spezifische Gefährdungen mit sich. Ein wirksamer Arbeits- und Gesundheitsschutz erfordert deshalb klare Zuständigkeiten und eine regelmäßige Gefährdungsbeurteilung auch für diese Bereiche.
Kommunikations- und Besprechungsräume
Besprechungs- und Schulungsräume werden zunehmend flexibel genutzt. Mobile Bildschirme, Beamer, Steckdosenleisten und mitgebrachte Endgeräte erhöhen die Anforderungen an die sichere Gestaltung. Zu den typischen Risiken zählen Stolperstellen durch Kabel, eingeengte Verkehrswege, ungünstige Sitzhaltungen sowie Belastungen durch schlechte Beleuchtung oder unzureichende Raumakustik.
Für eine sichere Nutzung sind ausreichend dimensionierte Verkehrs- und Bewegungsflächen erforderlich. Tische und Sitzmöbel sollten standsicher und ergonomisch geeignet sein. Kabel sind so zu verlegen, dass keine Stolpergefahr entsteht, beispielsweise durch Kabelkanäle oder Bodentanks.
Zudem sollten Bildschirme blendfrei nutzbar sein und technische Geräte möglichst geräuscharm arbeiten. Werden die Räume auch von externen Besuchern genutzt, sind eine gute Erreichbarkeit sowie ausreichende Ablage- und Garderobenmöglichkeiten sinnvoll. Bei offenen Raumkonzepten sollte zudem auf Sicht- und Schallschutz geachtet werden.
Empfangsbereiche als besonderer Arbeitsplatz
Empfangsbereiche dienen häufig als Aushängeschild eines Unternehmens. Die Beschäftigten sind dort jedoch besonderen Belastungen ausgesetzt. Regelmäßig auftretende Zugluft durch häufig geöffnete Türen, Hitzeeinwirkungen im Sommer, störende Hintergrundgeräusche oder eine ungünstige Raumakustik können die Arbeitsbedingungen beeinträchtigen. Hinzu kommen Risiken durch rutschige Bodenbeläge sowie psychische Belastungen aufgrund des ständigen Kunden- und Besucherkontakts.
Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung sollte geprüft werden, ob ausreichende Arbeits- und Ablageflächen vorhanden sind und ob die Tätigkeit überwiegend im Sitzen ausgeführt werden kann. Bei längeren Stehzeiten können Stehhilfen sinnvoll sein.
Ebenso wichtig sind Maßnahmen zur Lärmminderung, beispielsweise durch schallabsorbierende Decken, Wandflächen oder Möblierung. Beschäftigte sollten zudem für schwierige Gesprächssituationen geschult werden. Für Bedrohungs- oder Notfallsituationen sind klare Handlungsanweisungen und Alarmierungswege festzulegen.
Technikräume sicher betreiben
In Technikräumen befinden sich häufig Drucker, Kopierer, Scanner oder Serveranlagen. Defekte elektrische Betriebsmittel, unsachgemäß verlegte Kabel oder umsturzgefährdete Geräte können erhebliche Sicherheitsrisiken verursachen. Zusätzlich entstehen oftmals Belastungen durch Geräuschemissionen und Abwärme.
Regelmäßige Prüfungen elektrischer Arbeitsmittel sind deshalb unerlässlich. Kabel müssen fachgerecht verlegt und Verkehrswege frei gehalten werden.
03Für einen sicheren Betrieb ist ausreichend Platz zum Bedienen und Warten der Geräte vorzusehen. Geräte und Möbel sollten standsicher aufgestellt sein. Ebenso wichtig sind geeignete Brandschutzmaßnahmen, einschließlich der Bereitstellung geeigneter Feuerlöscher und entsprechender Unterweisungen. Wenn möglich, sollten lärmintensive Geräte in separaten Technikräumen untergebracht werden.
Sozialräume fördern Gesundheit und Wohlbefinden
Pausenräume, Teeküchen und Sanitäreinrichtungen tragen wesentlich zum Wohlbefinden der Beschäftigten bei. Gleichzeitig bestehen hier verschiedene Gefährdungen, z.B. durch elektrische Geräte, nasse Böden, mangelhafte Hygiene oder heiße Flüssigkeiten.
Eine sichere Gestaltung umfasst u.a. den Einsatz von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen in Nassbereichen, rutschhemmende Bodenbeläge sowie leicht zu reinigende Oberflächen. Kaffeemaschinen, Wasserkocher und ähnliche Geräte sollten standsicher aufgestellt und ausreichend von Wasserquellen entfernt sein.
Freie Verkehrswege und eine ausreichende Beleuchtung verbessern zusätzlich die Sicherheit. Auch Raumklima, Temperatur und Luftqualität sollten berücksichtigt werden, da ungünstige Umgebungsbedingungen bestehende Gefährdungen verstärken können.
Kleinlager nicht vernachlässigen
Kleinlager für Büromaterialien, Reinigungsmittel oder Verbrauchsartikel werden häufig nur sporadisch genutzt. Dennoch können dort erhebliche Unfallrisiken entstehen. Dazu zählen umstürzende Regale, herabfallende Gegenstände oder Stürze bei der Nutzung von Leitern und Tritten.
Regale müssen standsicher montiert und sachgerecht beladen werden. Schwere Lasten sind möglichst in Bodennähe zu lagern. Beschäftigte sollten über Traglasten, sichere Lagerung und den Umgang mit Aufstiegshilfen informiert werden.
Ausreichende Beleuchtung, freie Verkehrswege sowie geeignete Werkzeuge zum Öffnen von Verpackungen tragen ebenfalls zur Sicherheit bei. Darüber hinaus sollten Rauchmelder und geeignete Feuerlöscher vorhanden sein, damit Brände frühzeitig erkannt und bekämpft werden können.