05.07.2021

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz frühzeitig erkennen

Durch die Corona-Pandemie sind Beschäftigte psychisch oft ganz besonderen Belastungen ausgesetzt, vor allem Mitarbeiter im Homeoffice. Wenn Sie als Führungskraft registrieren, dass bestimmte Mitarbeiter leiden, ist es wichtig, bei der Ansprache von Beschäftigten absolute Wertschätzung zu zeigen. Wie Sie trotz Homeoffice möglichst früh mitbekommen, wenn sich bei einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter psychische Belastungen am Arbeitsplatz zeigen, lesen Sie hier.

Junger Mann schlägt Hände überm Kopf zusammen, ist verzweifelt

Nicht alle Beschäftigten reagieren psychisch in gleicher Weise auf die Herausforderungen und besonderen Belastungen durch die Pandemie. Für einige wirken psychische Belastungen durchaus auch als Herausforderung und Ansporn, insbesondere dann, wenn die Zeit vor der Pandemie als eher belastende Routine wahrgenommen wurde. Andere Arbeitnehmer dagegen empfinden die Pandemie als Belastung und fühlen Stress, Unsicherheit und Überforderung.

Für Sie als Führungskraft stellt sich die Herausforderung, vor allem rechtzeitig „die richtige Diagnose“ zu stellen und erste Anzeichen von psychischen Gefährdungen zu erkennen.

Klare Warnzeichen, die Sie niemals ignorieren sollten

Deutliche Warnzeichen sind Berichte über Schmerzen und Arztbesuche, die keinen Befund ergaben (falls der Austausch zwischen Mitarbeiter und Führungskraft sich auf einer solchen Ebene bewegt). Hier liegt es nahe, dass die körperlichen Beschwerden (wie etwa anhaltende Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Probleme) eine psychische Ursache haben könnten.

Auch Müdigkeit, die sich in unversehens auftretendem Zuspätkommen, fahrigen Bewegungen und einem abgeschlagenen Gesichtsausdruck äußert, sollten Führungskräfte aufmerksam registrieren – und sei es über das Kamerabild in Teams, Zoom und Co.

Wie sich psychische Belastungen am Arbeitsplatz im Verhalten zeigen können

Fühlen sich Beschäftigte psychisch belastet, äußert sich dies häufig in Verhaltensänderungen. So ziehen sich manche immer mehr zurück und wirken im Kontakt mit anderen unsicher.

Andere wiederum reagieren genau umgekehrt, sie sind selbst bei kleinen Anlässen gereizt und formulieren aggressiver als sonst.

Auch Unzuverlässigkeit wie plötzlich häufiges Zuspätkommen kann ein Verhaltensmerkmal sein, das auf psychische Belastung hinweist.

Wie die Leistung unter psychischer Belastung einbrechen kann

Sie sollten unbedingt hellhörig werden, wenn Beschäftigte unvermittelt in ihrer Leistung nachlassen. Werden Abgabetermine immer häufiger nicht eingehalten oder kommen überdurchschnittlich viele und unerklärliche Fehler vor, kann dies ein Anzeichen von psychischer Überlastung sein.

Achtung auch dann, wenn es Beschäftigte bei der Arbeit plötzlich übertreiben!

Betroffene Beschäftigte, die unter psychischer Belastung leiden, bemerken natürlich ihre nachlassenden Leistungen auch selbst und versuchen dann nicht selten, dies durch nicht angeordnete Überstunden oder eine übertriebene Erreichbarkeit und Reaktionsschnelligkeit auszugleichen. Auch dies ist als Warnzeichen zu werten.

Unsere Empfehlung

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Autor: Markus Horn