23.06.2016

Gefährdungen durch Zwangshaltung und falsche Körperhaltung

Sicherheitsingenieur

Gefährdungen, die durch falsche Bewegungsabläufe entstehen – zum Beispiel durch eine falsche Körperhaltung oder durch Zwangshaltung, fallen in den Bereich der biomechanischen Gefährdungen.

Was ist Biomechanik

Die Biomechanik ist eine Wissenschaft, die sich mit dem menschlichen Körper und seinen Bewegungsabläufen beschäftigt. Sie untersucht die Bewegungen des Körpers, wie sie z.B. beim Laufen oder bei verschiedenen Arbeiten auftreten, ihre Funktionsweise und ihre Auswirkungen.

Zwangshaltung und falsche Körperhaltung können dauerhaft schädigen

Biomechanische Gefährdungen können folglich bei starken Belastungen oder falscher und ungesunder Beanspruchung verschiedener Körperteile entstehen. Am Arbeitsplatz bestehen neben offensichtlichen Gefahren folglich auch biomechanische Gefährdungen der Arbeiter. Im betrieblichen Alltag ist es deshalb die Pflicht des Arbeitgebers, biomechanische Gefährdungen, beispielsweise bei der Verwendung von Arbeitsmitteln, zu verhindern. Nur so können die Gesundheit und die Arbeitskraft der Mitarbeiter dauerhaft erhalten werden.

Zu biomechanischen Gefährdungen zählen unter anderem eine falsche Körperhaltung, die durch Zwangshaltungen ausgelöst wird, wie es z.B. bei Arbeiten in engen Räumen der Fall ist – aber natürlich auch ein falscher Bewegungsablauf, ein Verdrehen des Körpers oder falsche Belastungen, wie sie beim Bewegen schwerer Lasten auftreten können.

Gegen biomechanische Gefährdungen sind auf jeden Fall Präventionsmaßnahmen zu ergreifen. Diese können z.B. durch eine Anpassung der Arbeitshöhe oder durch die Verwendung von Hilfsmitteln (z.B. Transportmittel) umgesetzt werden.

Gefährdungen beim Heben und Tragen

Das Heben und Tragen stellt beispielsweise ein biomechanische Gefährdung dar. Es kann je nach Gewicht der Last und Körperhaltung zu Fehlbelastungen und körperlichen Beschwerden führen. Besonders häufig betroffen sind dabei die Wirbelsäule, die Muskulatur oder der Beckenboden. Um solche Fehlbelastungen zu vermeiden, sind spezifische zumutbare Lasten nicht zu überschreiten.

Darüber hinaus werden Hebe- und Tragetechniken empfohlen, die Überlastungen der Bandscheiben vorbeugen und das Risiko von Schädigungen damit minimieren. Neben einer falschen Körperhaltung sind es vor allem fehlerhafte oder hastig ausgeführte Bewegungen sowie der Verzicht auf entsprechende Hilfsmittel, die am häufigsten zu gesundheitlichen Problemen führen.

Beispiele für eine Zwangshaltung

Eine Zwangshaltung kann im betrieblichen Alltag an vielen Stellen enstehen:

  • Arbeiten mit Werkzeugen: Befinden sich beispielsweise Schraubstock und Werkstück nicht in ergonomisch richtiger Position, kann dies zu Zwangshaltungen führen, die das Muskel-Skelett-System belasten und langfristig Erkrankungen nach sich ziehen.
  • Bewegen von Lasten: Müssen beispielsweise in engen oder in niedrigen Räumen Lasten bewegt werden, kann das zu Zwangshaltungen und gleichzeitig zu einer erhöhten Unfallgefahr und Beanspruchung des Muskel-Skelett-Systems führen.
  • Schweißarbeiten: Auch hier können Zwangshaltungen des Körpers entstehen. Können Schweißarbeiten ganz oder teilweise sitzend ausgeführt werden, so sind entsprechende Sitzgelegenheiten zur Verfügung zu stellen.
  • Auch die Arbeit am Schreibtisch kann zu einer Zwangshaltung führen, wenn die Arbeitsmittel nicht ergonomisch angeordnet sind. In erster Linie muss hier auf den Monitor geachtet werden, wenn eine falsche Körperhaltung vermieden werden soll.
Autor: WEKA Fachredaktion

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