07.04.2016

Verfahren der Bodensanierung: On-site- und Off-site-Verfahren

Hand voll Erde

On site (engl.: „auf der Baustelle“) ist die Bezeichnung für Verfahren, die am Ort des Anfalls von z.B. kontaminiertem Erdreich zum Einsatz gelangen. Dem Vor-Ort-Prinzip entsprechen in der Regel mobile oder umsetzbare kleinere bis mittelgroße Anlagen, die für den jeweiligen Einsatz optimiert werden.

Off site (engl.: „abseits der Baustelle“) ist die Bezeichnung für Verfahren, die nicht am Ort des Anfalls von z.B. kontaminiertem Erdreich zum Einsatz gelangen. Off-site-Anlagen sind als stationäre Vielzweckanlagen für die Lösung verschiedener Entsorgungsaufgaben konzipiert und können kontaminiertes Erdreich mehrerer Altlasten aufnehmen und verarbeiten.

Gängige On-site- und Off-site-Verfahren

Bei beiden Sanierungsverfahren muss in jedem Fall ein Bodenaushub durchgeführt werden. Die Behandlung des Materials ist dann entweder vor Ort (on site) oder in einer geeigneten ortsfesten Anlage außerhalb des Geländes (off site) durchzuführen. Beim Ausgraben des kontaminierten Bodens kann es zu Gas- und Staubemissionen an der Luft kommen, die eventuell auch mit Geruchsbelästigungen verbunden sind. Auf alle Fälle ist eine Vermischung von unterschiedlich belastetem oder unbelastetem Boden zu vermeiden.

Derzeit existieren folgende gängigen On-site- und Off-site-Verfahren:

  • thermische Verfahren
  • Extraktionsverfahren
  • mikrobiologische Verfahren

Thermische Verfahren

Bei der thermischen Bodensanierung können hauptsächlich kontaminierte Böden mit organischen Anteilen wie Mineralölkohlenwasserstoffe, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und schwerflüchtige organische Verbindungen gereinigt werden. Die Erhitzung erfolgt entweder in Abwesenheit oder Anwesenheit von Luft.

Die Abwesenheit von Luft bewirkt eine Abtreibung, d.h., leichtflüchtige Stoffe aus Stoffgemischen werden herausgedampft, oder eine Zersetzung (Pyrolyse).

In Anwesenheit von Luft vollzieht sich eine Verbrennung der Schadstoffe. Im Prinzip können aus den Abtreibe- und Zersetzungsgasen organische Stoffe gewonnen bzw. zurückgewonnen werden. Die meisten der organischen Verbindungen gehen bei Temperaturen über 550 °C in die dampfförmige Phase über. Eine Ausnahme bilden die höhersiedenen PAKs, die abhängig von ihren Adsorptionsverhältnissen am Boden höhere Temperaturen erfordern. Die vollständige Vernichtung der Schadstoffe wird in der Regel in der Nachverbrennung bei Temperaturen zwischen 800 °C und 1000 °C vollzogen.

Autor: WEKA Redaktion