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Schreibtipp Neun Wege, Fachwissen ins Gehirn zu bringen

Basics smartPilot II

Viele Abhandlungen und Seminare haben sich bereits mit den Unterschieden von Print- und Online-Texten beschäftigt. In diesem Beitrag geht es in die Praxis: Wir liefern WEKA-Autoren neun konkrete Tipps, wie sie ihre Online-Texte fit für den Leser machen.

Schneller, direkter, persönlicher: der neue Schreibstil!

Die meisten WEKA-Fachinformationen erscheinen inzwischen online und der smartPilot, die neue Generation der WEKA-Online-Produkte, verstärkt diese Entwicklung. Auch jenseits der WEKA-MEDIA-Welt findet Lesen zunehmend auf dem Tablet oder Reader statt. Dieser Trend ist unaufhaltsam und wirkt sich spürbar auf den Schreibstil aus. Der ist schneller, direkter und persönlicher geworden.

Seit geraumer Zeit steht eine Frage im Raum, die jeden angeht, der schreibt: Wie wirkt die Online-Konkurrenz eigentlich auf Print-Produkte zurück? Verändert digitales Lesen die Art, wie gedruckte Bücher und Magazine geschrieben, gemacht und bebildert werden? Die Zeichen stehen in der Tat auf Wandel.

Anderer Schreibstil in Online-Texten

Erstens und am meisten fällt auf, wie viele Print-Texte durch Online-Angebote ergänzt werden: Videos, Audios, Infografiken – was auf Papier nicht geht, gibt es ergänzend im Netz.

Zweitens: Immer mehr Autoren geben ihren Texten eine eigene Stimme und pflegen einen persönlicheren, emotionaleren Schreibstil. Seitdem alle mailen, bloggen oder twittern, wirken Hochglanztexte, vorgestanzte Floskeln oder Amtsdeutsch nicht authentisch und aus der Zeit gefallen.

Und drittens: Die erfolgreichsten Sachbücher und Fachmagazine bestechen durch mehr erzählerische Elemente, ein aufwendigeres Layout, eine ästhetischere Haptik und mehr sorgfältig bearbeitete Bilder und Grafiken als je zuvor.

Somit steht außer Zweifel: Die Online- Konkurrenz fordert das Kulturgut Buch heraus. Kein Fachbuch verkauft sich heute mehr mit mausgrauem Fließtext allein.

Umgekehrt wünschen sich Leser, dass digitale Informationspakete redaktionell und optisch so anspruchsvoll gestaltet sind wie ein klassisches Buch.

Die Konkurrenz zwischen Print- und Digital-Produkten treibt die Qualität von Informationsvermittlung voran.

Das ist gut so. Denn egal, in welcher Form Informationen publiziert werden: Hauptsache, das Wissen kommt ins Gehirn. Wie Sie als Autoren und Herausgeber von WEKA dazu beitragen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Neun Wege, Fachwissen ins Gehirn zu bringen

Wie kommt das Wissen ins Gehirn? Eine einfache Antwort auf diese Frage haben wir nicht.

Wir wissen aber: Griffig muss es sein. Spaß muss es machen. Einen Vorteil versprechen. Und die Sinne berühren.

Hier finden Sie von A bis Z neun leicht zu realisierende Möglichkeiten, Expertenwissen gehirngerecht zu präsentieren. Ob Loseblatt-Sammlung oder smart-Pilot-Produkt: Am erfolgreichsten vermitteln Sie Expertenwissen, wenn Sie Texte gezielt mit gehirnfreundlichen Elementen anreichern. Mindestens einmal auf jeder Textseite sollten Sie Ihre Leser neugierig machen, berühren oder überraschen. Die folgenden Elemente verleihen Ihren Texten mehr Effekt.

Effekt 1: Abbildungen

Diagramme, Produktabbildungen oder Ablaufschemata sind in Fachtexten ein selbstverständliches Element der Informationsvermittlung und ersparen so manche komplizierte verbale Erläuterung. Fotos gelten im Vergleich dazu oft als überflüssig. Weil sie kein unmittelbares Wissen vermitteln, halten viele Autoren sie für überflüssig oder unangemessen verspielt. Zu Unrecht.

Bilder, die keine eindeutige Information vermitteln, bringen oft sehr zuverlässig die Synapsen zum Klingeln. Sie wecken Interesse, verleihen einem Text Resonanz und setzen einen emotionalen Anker, der das Abspeichern abstrakter Informationen fördert.

Der neue Schreibstil: bunter, lebendiger, emotionaler
Warum Autoren Bilder nutzen sollten

Praxistipp Abbildungen

Entdecken Sie attraktive Bildinhalte bei den Bilddatenbanken Fotolia oder iStock und übernehmen Sie geschützte Layout-Bilder zusammen mit der Bildnummer in Ihr Manuskript.

WEKA unterhält Konten bei beiden Bilddatenbanken und lädt bei der Produktion die Bilder in passender Auflösung und ohne Wasserzeichen herunter.

Wichtig: Informative Abbildungen profitieren von einer Bildunterschrift, atmosphärische Bilder sprechen auch ohne Erläuterung für sich.

Effekt 2: Autorenpräsentation

Das Renommee einer Autorin oder eines Autors weckt das Leserinteresse. Ein professionelles Foto stärkt die Leserbindung, eine aussagekräftige Kurzvita dokumentiert Ihre fachliche Kompetenz. Nutzen Sie diese Möglichkeiten, das Bild zu prägen, das Ihre Leser von Ihnen gewinnen – und nebenbei ein bisschen für sich Werbung zu machen.

Stellen Sie interessante Details aus Ihrer Biografie vor.
Mit einer Autorenpräsentation wecken Sie das Interesse der Leser.

Praxistipp Autorenpräsentation

Suchen Sie nach Details Ihrer Biografie, die in irgendeinem Zusammenhang mit dem Inhalt Ihrer Fachinformation stehen. Wenn Sie über Digital Natives im Unternehmen schreiben, können Sie beispielsweise durchblicken lassen, dass auch Sie der Altersgruppe angehören, die in der digitalen Welt groß geworden ist.

Wenn Sie Expertin für erneuerbare Energien sind, werden Ihre Leser gern erfahren, dass Sie auch selbst in einem Passivhaus leben.

Effekt 3: Arbeitshilfen

Arbeitshilfen bilden das Rückgrat des WEKA-Erfolgs. Unsere Kunden zählen auf viele, nützliche, intuitiv einsetzbare Tools. Checklisten und Excel-Tabellen sind dabei eine Möglichkeit von vielen. Es gibt aber auch anderes.

Nutzen Sie Arbeitshilfen, damit die Leser das Gelesene in die Praxis umsetzen können.
Viele Arbeitshilfen bietet der smartPilot „Unterweisungsdatenbank“ Arbeitsschutz.

Der smartPilot „Unterweisungsdatenbank Arbeitsschutz“ bietet z.B. von komplett fertigen PowerPoint-Präsentationen bis hin zum Bilderpool rundum alles, was Referenten das Leben leichter macht. Überraschen Sie Ihre Leser mit einem ähnlich ausgeklügelten Toolpaket.

Effekt 4: Best-Practice-Beispiele

Wie läuft es anderswo? Womit reüssiert die Konkurrenz? Wie gehen andere mit Herausforderungen um? Blicke hinter die Kulissen machen theoretisches Wissen erlebbar. Stellen Sie in den vertiefenden Inhalten des smartPilots bemerkenswerte, vorbildliche Projekte, Methoden, Systeme und natürlich auch Menschen vor – je ausführlicher, desto besser.

Der Blick durch das Schlüsselloch befriedigt nicht nur die Neugier. Er regt auch zu eigenen Veränderungen an und zeigt: Sie als Autorin oder Autor kennen die Praxis und können beurteilen, was sich lohnt und was nicht.

Praxistipp Worst-Practice-Beispiele

Worst-Practice-Beispiele stoßen ebenfalls auf Interesse, sollten aber in der Unterzahl sein. Anderenfalls können sie negativ und demotivierend wirken.

Effekt 5: Lexikon-Stichwort

Ein Lesevergnügen bieten die Lexikon-Stichwörter des smartPilot eher nicht. Dafür sind sie zu nüchtern. Kompakt erklären sie auf höchstens zwei Seiten der Autorenvorlage wekamedia.dot die wesentlichen Inhalte und Zusammenhänge und leiten den Leser zu einer breiten Palette weiterführender Informationen.

In kurzen Sätzen bereiten Sie den Leser auf die neuen Informationen vor.
Das Lexikon-Stichwort erklärt zunächst die wesentlichen Inhalte des Begriffs „Energieverbrauch“.

Als kurze, hochinformative Vorschau bereiten die Lexikon-Stichwörter das Gehirn vor, vertiefende Einzelinformationen wahrzunehmen und einzuordnen

Praxistipp Lexikon-Stichwort

Im Lexikon-Stichwort stürmen neue Informationen dicht gedrängt auf den Leser ein. Erleichtern Sie die Informationsaufnahme durch kurze, transparente Sätze.

Nicht: Da die Abfallwirtschaft als eine vorausschauend gestaltende Planung durch eine großräumige Betrachtungsweise zu einer zentralen Steuerung der Abfallströme führen kann, kommt ihr nach der Konzeption des KrWG eine überragende Bedeutung zu.

Sondern: Durch vorausschauende, großräumige Planung lassen sich Abfallströme zentral steuern. Das KrWG misst der Abfallwirtschaftplanung daher eine überragende Bedeutung bei.

Effekt 6: Merksätze

Vermutlich müssen Sie nicht lange nachdenken, wann Rom aus dem Ei schlüpfte oder die Schlacht bei Issos stattfand. Womit bewiesen wäre:

Praxistipp Merksätze

Knackig formulierte Einzelinfos zementieren sich ins Gedächtnis.

Den Effekt können Sie sich zunutze machen: Stellen Sie ab und zu eine einzelne wichtige und besonders griffig formulierte Aussage frei. Herausgestellte Sätze fallen auf und werden mit großer Wahrscheinlichkeit wahrgenommen und erinnert.

Effekt 7: O-Ton

„Menschen wollen Menschen“, lautet eine Journalistenweisheit, an der auch kein Autor vorbeikommt. Denn es gibt kaum Schlimmeres, als sich durch einen Text zu arbeiten, der nur und ausschließlich von Gesetzen, Techniken oder Prozessen handelt. Abhilfe schafft ein simples Mittel: Lassen Sie Fachleute oder Betroffene zu Wort kommen. Der folgende Textausschnitt zeigt, wie Originaltöne trockene Sachinformationen bereichern:

Der Abbiegeassistent dürfte nach Einschätzung von Martin Bulheller vom BGL von allen Assistenzsystemen das komplexeste sein. Bulheller: „Deswegen gibt es auch immer noch keinen, der automatisch bremst, nur welche, die automatisch optisch oder akustisch warnen.“ https://www.weka.de/einkauf-logistik/abbiegeassistent-fuer-lkw-foerderung-vom-bund/

Sie sehen: O-Töne bringen mit wenig Aufwand Leben, Praxisnähe und neue Gesichtspunkte in den Text. Obendrein kennzeichnen wörtliche Zitate Sie als Autor oder Autorin, der oder die gut vernetzt ist und auch jenseits des Internets recherchiert.

Effekt 8: Storytelling

Von dem Industriellen Robert Bosch erzählt man sich, dass er eine Büroklammer auf dem Fabrikboden fand.

Als er einen der Arbeiter fragte, was dort liegt, antwortete der: „Eine Büroklammer.“ „Mitnichten“, sagte Bosch. „Hier liegt mein Geld.“

Storytelling ist in Mode.

Dahinter steht die Erkenntnis, dass Geschichten unmittelbarer verstanden werden als abstrakte Informationen und Botschaften subtiler transportieren als biedere Belehrungen. Zudem werden sie öfter weitergetragen.

Die besten Geschichten sind kurz und unmittelbar einleuchtend, die allerbesten haben Sie selbst erlebt. Aber auch Anekdoten, Analogien oder Erlebnisse prominenter Wirtschaftsführer erfüllen ihren Zweck: Sie verknüpfen wirksam Botschaft und Emotion.

Praxistipp Storytelling

Werden Sie Geschichtensammler. Storys sind schnell formuliert, wenn Sie über einen Fundus selbst erlebter oder fiktiver Geschichten verfügen.

Effekt 9: Überschriften

Gelten für Online-Überschriften andere Gesetze als für Print-Überschriften? Ja!

Quantitativ: Online-Texte brauchen mehr Überschriften als Print-Texte – weil der Bildschirm das konzentrierte Lesen erschwert.

Qualitativ: Online-Überschriften müssen nutzen- und reizorientierter formuliert sein als Print-Überschriften – weil die nächste Information nur einen Mausklick oder ein Wischen entfernt ist.

Praxistipp Überschriften

Wählen Sie auch aussagekräftige Überschriften für vertiefende Inhalte und den Verweisanhang.

Die ideale Online-Überschrift enthält selten mehr als sechs Wörter. Sie verspricht entweder einen Nutzen („Früher in Rente. Wir zeigen Ihnen, wie es geht …“). Oder sie fasst den wichtigsten Inhalt des nachfolgenden Absatzes zusammen („Unterbrechung der Berufstätigkeit enorme Barriere“). Sparsam eingesetzte Reizwörter wie „enorm“ oder „die besten“ steigern das Interesse.

Autorin: Dr. phil. Doris Märtin

Dr. Märtin schreibt Sachbücher und Ratgeber, berät in Fragen rund um Kommunikation und Wirkung und arbeitet als Trainerin für Unternehmen und Seminaranbieter. Ihr Know-how über Sprachpsychologie und Business-Kommunikation teilt sie auf ihrem Blog http://sage-und-schreibe.dorismaertin.com. Zu ihren erfolgreichsten Büchern zählen Smart talk. Sag es richtig! und Leise gewinnt.

http://www.dorismaertin.de