Fachbeitrag | ISO 9001
15.05.2015

ISO 9001:2015: Führungskräfte im Qualitätsmanagement der Zukunft

Mit der Überarbeitung der ISO 9001:2015 wird erneut ein Thema in den Fokus gerückt: die oberste Leitung muss die Verantwortung für das QM-System übernehmen. Doch was genau von Geschäftsführern oder Vorständen erwartet wird und wie Sie diesen Aufgaben gerecht werden können, lesen Sie hier.

Die Führung wir mit der ISO 9001:2015 für die Wirksamkeit des QM-Systems in die Verantwortung genommen© moodboard /​ moodboard /​ Thinkstock

Bereits in der ISO 9001:2000 sollte die Verantwortung für das Qualitätsmanagement bei der obersten Leitung liegen.

Geschäftsführer und Vorstände sahen hier ihre Aufgabe häufig erfüllt, indem sie einen QMB oder den so genannten „Verantwortlichen der obersten Leitung“ benannten. Das entsprach aber nicht dem, was das ISO-Komitee eigentlich mit dieser Formulierung ausdrücken wollte.

ISO 9001:2015: Führung – alte Forderung neu formuliert

In der ISO 9001:2008 sollte dies klarer zum Ausdruck kommen. So steht hier geschrieben „Die oberste Leitung muss ihre Selbstverpflichtung bezüglich der Entwicklung und Verwirklichung des Qualitätsmanagementsystems und der ständigen Verbesserung der Wirksamkeit des Qualitätsmanagementsystems nachweisen …“.

Hieraus entstand in vielen Fällen eine so genannte „Verpflichtungserklärung“, die als Bestandteil des Handbuchs bei der Belegschaft kaum zur Kenntnis genommen wurde und für die Führung lediglich ein Lippenbekenntnis darstellte. Ebenfalls als bahnbrechende Änderung wurde das Thema „Beauftragter der obersten Leitung“ angepriesen.

So hieß es, dass jetzt eines endlich klar sei: Der Beauftragte in Qualitätsfragen muss ein Mitglied der Geschäftsleitung oder des Vorstandes sein. Tatsächlich wurde die Formulierung aber lediglich von „die oberste Leitung muss ein Leitungsmitglied benennen …“ in „ die oberste Leitung muss ein Mitglied der Leitung der Organisation benennen …“ geändert. Hier war es wahrlich schwer, den Führungskräften ein neues Aufgabenfeld zu „verkaufen“.

ISO 9001:2015 schafft endlich Klarheit

Mit der aktuellen Revision soll nun endlich der Sprung geschafft werden. Als erstes fällt der Beauftragte der obersten Leitung weg. Dies soll deutlich machen, dass die Summe der Aufgaben nicht einfach an eine Person im oder sogar außerhalb des Unternehmens übergeben werden kann, die sich meist Qualitätsmanagementbeauftragter (QMB) oder Qualitätsbeauftragter (QB) nennt.

QMB wird nicht überflüssig

Der Wegfall bedeuten jedoch nicht, dass die oberste Leitung nun alle Tätigkeiten des QMB selbst erledigen muss und der QMB daher seinen Job verliert.

Eines ist klar – Schulung muss sein!

Was aber alle Führungskräfte beachten sollten: Ohne eine konsequente Einarbeitung in das Thema Qualitätsmanagement wird diese neue Aufgabe nicht zu schultern sein. Zu nächst einmal muss verstanden werden, welchen Umfang die neue Verantwortung tatsächlich hat und wie diese Aufgaben im Unternehmen konsequent umgesetzt werden können. Zudem muss die Leitung allerdings auch mit geeigneten Methoden die Wirksamkeit des Gesamtsystems überwachen, so dass sie rechtzeitig korrigierend eingreifen kann.

Als Vorbild voran!

Außerdem müssen sich die oberste Leitung sowie die Führungskräfte der mittleren Führungsebene darüber im Klaren sein, dass sie selbst eine weitere wichtige Rolle übernehmen müssen. Sie sind die Vorbilder für ihre Mitarbeiter und zeigen ihnen den Weg auf, den sie gemeinsam gehen wollen. Denn Qualitätsmanagement wird von oben nach unten gelebt!

Künftige Anforderungen ISO 9001:2015 an die Führung

Die Geschäftsführung leitet den Bereich Qualitätsmanagement und verteilt in diesem Sinne die Aufgaben an verschiedene kompetente Personen. Sie setzt sich Ziele und überprüft, ob diese Ziele auch erreicht werden. Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten sind folglich denen eines Bereichsleiters/Abteilungsleiters sehr ähnlich. Stellen Sie sich also vor, was Sie z.B. von Ihrem Vertriebsleiter in puncto Vertrieb erwarten.

Dann ist klar, wie umfangreich die Aufgaben bezüglich Qualitätsmanagement künftig sind, zumal dieses Thema alle anderen Bereiche mit betrifft.

Autor: Stefanie Gertz 

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