Start des Deutschen Vergiftungsregisters (DVR) am BfR
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat das Deutsche Vergiftungsregister (DVR) offiziell in Betrieb genommen. Damit wird erstmals eine bundesweite, zentrale Datenbasis geschaffen, um Gesundheitsrisiken durch gefährliche Stoffe frühzeitig zu identifizieren und die Prävention zu stärken.
Zuletzt aktualisiert am: 27. April 2026

Die Leitung hat Prof. Dr. Matthias Greiner, Leiter der Abteilung Exposition am BfR. Die operative Umsetzung erfolgt in der Fachgruppe Nationales Vergiftungsregister innerhalb dieser Abteilung.
Wer meldet was?
Das Register führt Daten aus verschiedenen gesetzlich verpflichteten Quellen zusammen:
- Giftinformationszentren (GIZ): Übermitteln jährlich rund 200.000 relevante Fälle.
- Unfallversicherungsträger: Melden berufsbedingte Vergiftungsunfälle (ca. 8.000 Fälle/Jahr).
- Ärzte sind verpflichtet, ärztliche Mitteilungen über (vermutete) Vergiftungen an das Register zu steuern.
Erfasst werden standardisierte Datensätze zu:
- Art und Identität des Stoffes (GHS/REACH-relevante Daten).
- Expositionsweg (Inhalation, Hautkontakt, Verschlucken).
- Schweregrad der gesundheitlichen Beeinträchtigung sowie getroffene medizinische Maßnahmen.
Das DVR dient als Frühwarnsystem und wissenschaftliche Grundlage für die Fortentwicklung von Kennzeichnungs- und Sicherheitsvorschriften im Umgang mit Gefahrstoffen.