Nationaler Emissionshandel: Versteigerungssystem startet
Der nationale Emissionshandel (nEHS) wird im Jahr 2026 grundlegend weiterentwickelt. Erstmals erfolgt die Ausgabe der Emissionszertifikate nicht mehr zu einem festen Preis, sondern über ein Versteigerungssystem innerhalb eines gesetzlich festgelegten Preiskorridors.
Zuletzt aktualisiert am: 22. Juni 2026

Mit diesem Schritt verändert sich die Preisbildung im nationalen Emissionshandel erheblich. Unternehmen müssen künftig stärker mit schwankenden CO₂-Kosten rechnen, da sich die Zertifikatspreise innerhalb des vorgesehenen Preisrahmens stärker am Markt orientieren.
Betroffen sind insbesondere fossile Brennstoffe wie Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel. Die daraus resultierenden CO₂-Kosten wirken sich entlang der Liefer- und Wertschöpfungsketten auf zahlreiche Unternehmen aus.
Einordnung
Mit dem Übergang zum Versteigerungssystem beginnt im nationalen Emissionshandel eine neue Phase. Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) hat hierzu im Frühjahr 2026 erste konkrete Informationen zur Gesamtversteigerungsmenge und zur Ausgestaltung des Verfahrens veröffentlicht.
Der nationale Emissionshandel entwickelt sich damit zunehmend von einem administrativ festgelegten Preismodell hin zu einem marktbasierten Instrument. Unternehmen müssen künftig stärker mit Preisbewegungen und steigender Unsicherheit bei CO₂-Kosten kalkulieren.
Insbesondere energieintensive Unternehmen sowie Unternehmen mit hohem fossilen Energieeinsatz sehen sich dadurch mit zusätzlichen wirtschaftlichen Risiken konfrontiert. Gleichzeitig erhöht sich der Druck zur Verbesserung der Energieeffizienz sowie zur Umstellung auf alternative Energieträger.
Wesentliche Eckpunkte
- erstmalige Versteigerung von Zertifikaten ab 2026
- Preiskorridor zwischen 55 und 65 Euro je Tonne CO₂
- stärkere Marktpreisorientierung der CO₂-Kosten
- höhere Planungsunsicherheit für Unternehmen
- zunehmende Bedeutung von Dekarbonisierungsmaßnahmen
Für Unternehmen gewinnt damit die frühzeitige Berücksichtigung von CO₂-Kosten in Investitions- und Energieentscheidungen weiter an Bedeutung.
Weitere Informationen
DEHSt: Nationaler Emissionshandel (nEHS)
www.dehst.de/DE/Themen/nEHS/nehs_node.html