EU fördert innovative industrielle Wärmeerzeugung mit 400 Millionen Euro
Die Europäische Kommission hat 65 Projekte aus zehn europäischen Staaten ausgewählt, die im Rahmen der ersten EU-weiten Auktion für innovative industrielle Wärmeerzeugung gefördert werden. Insgesamt werden rund 400 Millionen Euro aus dem EU-Innovationsfonds bereitgestellt. Ziel ist es, den Einsatz klimafreundlicher Wärmetechnologien in energieintensiven Industrieprozessen zu beschleunigen.
Zuletzt aktualisiert am: 15. September 2026

Die Wärmeerzeugung für industrielle Prozesse zählt zu den größten Quellen energiebedingter CO₂-Emissionen in Europa. Um den Umstieg auf klimafreundliche Technologien zu beschleunigen, hat die Europäische Kommission erstmals eine europaweite Ausschreibung für die Dekarbonisierung industrieller Prozesswärme durchgeführt. Finanziert wird das Programm aus dem EU-Innovationsfonds, der sich aus Einnahmen des europäischen Emissionshandels speist.
Gefördert werden innovative Technologien zur Bereitstellung emissionsarmer Prozesswärme. Dazu gehören insbesondere Großwärmepumpen, Elektrokessel, elektrische Widerstands- und Induktionserwärmung, Plasmatechnologien sowie erneuerbare Wärmelösungen wie Solarthermie oder Geothermie. Die Förderung erfolgt über ein wettbewerbliches Auktionsverfahren, bei dem Projekte nach dem beantragten Förderbedarf bewertet werden. Die ausgewählten Vorhaben erhalten einen festen Förderbetrag je erzeugter dekarbonisierter Wärmeeinheit für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren.
Nach Angaben der Europäischen Kommission sollen die ausgewählten Projekte in den ersten fünf Betriebsjahren rund 16,3 Terawattstunden dekarbonisierte Prozesswärme erzeugen. Dadurch könnten mehr als 1,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas ersetzt und innerhalb von zehn Jahren über 6,6 Millionen Tonnen an CO₂-Emissionen vermieden werden.
Bedeutung für Unternehmen
Für Unternehmen mit hohem Prozesswärmebedarf zeigt die erste EU-weite Auktion, dass die Elektrifizierung industrieller Wärmeversorgung und der Einsatz erneuerbarer Wärmetechnologien künftig gezielt unterstützt werden. Die erfolgreiche Durchführung der Ausschreibung dürfte zugleich den Weg für weitere Förderaufrufe ebnen. Unternehmen sollten daher prüfen, ob geplante Investitionen in klimafreundliche Prozesswärme künftig über den EU-Innovationsfonds oder vergleichbare europäische Förderinstrumente unterstützt werden können.
Wesentliche Entwicklungen
- erste EU-weite Auktion zur Dekarbonisierung industrieller Prozesswärme
- 65 ausgewählte Projekte in zehn europäischen Staaten
- rund 400 Millionen Euro Förderung aus dem EU-Innovationsfonds
- Förderung u.a. von Großwärmepumpen, Elektrokesseln, Induktions- und Plasmatechnologien sowie Solarthermie und Geothermie
- Förderung als leistungsbezogener Festbetrag für bis zu fünf Jahre
- erwartete Erzeugung von 16,3 Terawattstunden dekarbonisierter Prozesswärme und Einsparung von mehr als 6,6 Millionen Tonnen CO₂ innerhalb von zehn Jahren
Weitere Informationen:
Pressemitteilung der Europäischen Kommission vom 22. Mai 2026