11.11.2016

Das AS-Interface

Das AS-Interface bzw. Aktor-Sensor-Interface ist ein weltweit standardisierter Feldbus für die unterste Prozessebene in Automatisierungsanlagen. Was Sie daüber wissen sollten, verrät unser Fachbeitrag.

Das AS-Interface zeichnet sich dadurch aus, dass es die übliche Verdrahtung komplett ersetzt. Ein solches System besteht immer aus einem sogenannten Master, speziellen Netzteilen zur Spannungsversorgung sowie den Slaves (Sensoren/Aktoren), die untereinander durch ein spezielles codiertes Kabel verbunden sind.

Der Master

Der Master stellt die intelligente zentrale Einheit des gesamten Systems dar, die den Datenaustausch zu den einzelnen Slaves steuert, deren Telegramme auswertet, neue Funktionsparameter sendet und gleichzeitig die Busfunktion überwacht.

Die Slaves

Alle Teilnehmer des Systems, die vom Master überwacht und angesprochen werden, werden als Slaves bezeichnet. Grundsätzlich werden drei verschiedene Arten von Slaves angeboten:

  • AS-Interface-Module
  • Sensoren und Aktoren mit integriertem AS-Interface-Anschluss
  • AS-Interface-Analog-Slaves

Die Leitung

Die AS-Interface-Leitung ist als gummierte Zweidrahtleitung ausgeführt, deren spezielles Profil verhindert, dass Teilnehmer verpolt angeschlossen werden können. Sie erleichtert die einfache und schnelle Montage.

Die Teilnehmer werden mithilfe der Durchdringungstechnik an die Leitung kontaktiert. Diese Methode ermöglicht einen kleinen Übergangswiderstand und garantiert eine sichere Datenverbindung.

Der große Vorteil dieses Leitungssystems ist, dass über die ungeschirmte Zweidrahtleitung gleichzeitig die Signale sowie die Versorgungenergie übertragen werden.

Mit passenden Modulen oder sogenannten T-Stücken kann bei Bedarf auf eine einfache Zweidrahtleitung übergegangen werden. Wichtig dabei ist, dass immer die technischen Randbedingungen wie

  • Leiterquerschnitte,
  • Spannungsabfall sowie
  • die Leitungslängen entsprechend der AS-Interface-Spezifikation

beachtet werden.

Das Netzteil

Die Stromversorgung stellt eine der wichtigsten und notwendigsten Bestandteile des Systems durch die speziellen AS-Interface-Netzteile dar. Sie müssen neben der Versorgung des Netzes gleichzeitig eine Datenentkopplung gewährleisten.

Deswegen dürfen für die Versorgung des Netzes keine Standardnetzteile, sondern nur spezielle AS-Interface-Netzteile verwendet werden.

Netzaufbau

Grundsätzlich ist die Netzwerktopologie beliebig wählbar. Hierbei müssen jedoch einige Besonderheiten beachtet werden:

  1. Die maximal zulässige Länge des AS-Interface-Segments darf inklusive aller Stichleitungen 100 m nicht überschreiten. Eine Erweiterung des Netzes auf maximal 300 m ist jedoch durch den Einsatz von sogenannten Repeatern möglich.
  2. Es dürfen somit maximal zwei Repeater pro Strang betrieben werden. Für jeden weiteren Repeater ist gleichzeitig ein weiteres AS-Interface-Netzteil erforderlich.
  3. Die maximale Entfernung zwischen zwei Slaves darf nicht mehr als 500 m betragen. Somit ist es sinnvoll, den Master im Zentrum einer Anlage zu positionieren.
Autor: Ernst Schneider