Nur jeder fünfte Baum ist gesund
Ein Drittel der Landesfläche Deutschlands (11,5 Mio. Hektar) ist mit Wald bedeckt. Die häufigsten Baumarten in Deutschland in den meistens gemischten Wäldern sind die Nadelbäume Fichte (20,9 %) und Kiefer (21,8 %), gefolgt von den Laubbäumen Buche (16,6 %) und Eiche (11,5 %). Der Zustand und die Vitalität deutscher Wälder, insbesondere auch kommunaler Wälder, wird jährlich im Rahmen der Waldzustandserhebung (WZE) anhand von Stichproben des Kronenzustands bewertet. So können Veränderungen und Risiken erkannt und wichtige Entscheidungen zum Schutz des Waldes getroffen werden. Die Ergebnisse der aktuellen WZE im bundesweiten Durchschnitt haben sich im Vergleich zum Vorjahr nur wenig geändert und zeigen, dass sich der Wald bislang immer noch nicht von den Folgen der extrem trocken-heißen Sommer 2018 bis 2020 erholt hat.
Zuletzt aktualisiert am: 19. Juni 2026

Obwohl die Wetterbedingungen im Jahr 2025 ungünstiger waren als im Vorjahr, hat sich der Kronenzustand im bundesweiten Durchschnitt kaum verändert. Weiterhin ist jeder fünfte Baum gesund. Sowohl bei Laub- als auch bei Nadelbäumen ist die Zahl neu abgestorbener Bäume zurückgegangen. Wie die aktuelle Waldzustandserhebung zeigt, stabilisiert sich der Wald nur langsam und hat sich von den Dürrejahren 2018 bis 2020 weiterhin nicht erholt. Besonders kritisch bleiben die Schäden bei Eiche und zunehmend auch bei der Kiefer.
Aus Sicht der kommunalen Waldbesitzer ist deshalb entscheidend, dass der Waldumbau zu klimaresilienten Mischwäldern langfristig und verlässlich gefördert werden müsse. Zudem müssten Förderprogramme wie GAK und „Klimaangepasstes Waldmanagement“ angemessen ausgestattet und unbürokratisch gestaltet bleiben. Da kommunale Wälder wichtige Leistungen für Klima, Wasser, Biodiversität und Erholung liefern, bräuchten diese Gemeinwohlleistungen eine stärkere finanzielle Anerkennung. Die Kommunen tragen die kontinuierlich steigenden Kosten für Wiederaufforstung, Pflege, Verkehrssicherung sowie den Umgang mit Schädlingen und Klimafolgen. Diese Belastung sollte nicht allein bei den Kommunen liegen. Nachhaltige, aktive Waldbewirtschaftung bleibe unverzichtbar, um stabile und widerstandsfähige Wälder für kommende Generationen zu sichern.
Die Ergebnisse im Einzelnen zeigen, das 21 Prozent der untersuchten Bäume in unseren Wäldern keinen Kronenschaden aufzeigen. Der belaubte Kronenzustand der Waldbäume gilt als wichtiger Weiser für ihre Vitalität. Der Kronenzustand der Waldbäume hat sich im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Nach wie vor ist eine hohe Kronenverlichtung bei allen Arten zu verzeichnen. Überdurchschnittlich betroffen sind ältere Bäume über 60 Jahre. Der Anteil der Bäume mit deutlicher Kronenverlichtung liegt hier bei 44 %, bei denen unter 60 Jahren dagegen nur bei 17 %. Bei der Fichte ist eine leichte Verbesserung der mittleren Kronenverlichtung festzustellen (von 27,2 auf 25,2 %). Dies kann allerdings ein Effekt des flächendeckenden Absterbens der Fichten in den Vorjahren sein, da abgestorbene Bäume in der Stichprobe durch neue Bäume am Aufnahmepunkt ersetzt werden. Die mittlere Kronenverlichtung der Kiefer hat gegenüber dem Vorjahr leicht zugenommen von 22,5 auf 24,2 %. Die Kiefer weist unter den Hauptbaumarten zwar den besten durchschnittlichen Kronenzustand auf, für die Kiefer selbst ist dies aber eine deutliche Verschlechterung. Bei der Buche ist die mittlere Kronenverlichtung von 28,5 % auf 25,2 % gesunken. Zeitgleich ging die Fruchtbildung der Buche 2025 deutlich zurück. Die Eiche zeigt weiterhin einen schlechten Zustand. Die mittlere Kronenverlichtung stieg im Jahr 2025 von 29,3 % auf 30,1 % an. Im Vergleich ist die Eiche auch 2025 wieder die Baumart mit der höchsten mittleren Kronenverlichtung der Hauptbaumarten. Zum schlechten Zustand der Eichen trägt maßgeblich der Befall durch Insekten, beispielsweise durch den Eichenprachtkäfer, und Pilze bei. Die Eiche ist aber auch die durchschnittlich älteste Baumart und somit besonders anfällig für biotische und abiotische Schäden.