Nach Amokfahrt in Leipzig
Wieder einmal hat eine Amokfahrt eine Stadt in Deutschland erschüttert: Am 4. Mai raste ein PKW über den Augustusplatz in Leipzig in die Fußgängerzone und verursachte den Tod zweier Passanten und Verletzungen weiterer Menschen. Aber nicht nur der körperliche Schaden vieler Menschen, sondern auch die psychologischen Auswirkungen einer solchen Tat erschüttern die Menschen nicht nur vor Ort, sondern generell. Herausgefordert sind durch solche Taten die Städte und ihre kommunale Verwaltung. Denn sie tragen die Verantwortung für die Sicherheit der Bewohner.
Zuletzt aktualisiert am: 13. Mai 2026

Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig und zugleich derzeitiger Präsident des Deutschen Städtetags, wies auf die Konsequenzen für die Kommunen hin und sagte kurz nach der Amokfahrt, dass wir die Innenstädte nicht zu Festungen umbauen könnten.
Er zeigte sich fassungslos angesichts dieser entsetzlichen Gewalttat, die die Stadt Leipzig ins Mark getroffen habe. Die Gedanken seien bei den Opfern, bei ihren Angehörigen und bei allen Menschen, die unter dieser Tat leiden. Ihnen zu helfen und sie zu unterstützen, habe jetzt Priorität. Zudem bekräftigte der Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, dass er in diesen schweren Stunden dankbar sei für den großen Zusammenhalt, den die Leipziger Stadtgesellschaft gleich nach der Tat gezeigt habe. Viele Bürgerinnen und Bürger hätten spontan Hilfe geleistet, Solidarität bekundet und Mitgefühl geäußert. Und auch der Polizei und den Rettungskräften dankte er für ihren außerordentlichen Einsatz.
Dankbar zeigte Jung sich zudem für die zahlreichen Solidaritätsbekundungen, die Leipzig aus Städten in ganz Deutschland und weltweit erhalten habe. Das zeige: Städte seien Orte des Miteinanders und Füreinanders. Das würde er sich auch durch diese schreckliche Tat nicht nehmen lassen. Die Städte in Deutschland müssten Orte des Zusammenlebens bleiben, in denen man sich nicht ständig mit Misstrauen begegne. Deshalb unternähmen die Städte in Deutschland ihr Bestes, um für größtmögliche Sicherheit zu sorgen. Klar ist aber auch: Wir können die Innenstädte nicht zu Festungen umbauen. Sie müssen Orte des Miteinanders und der Begegnung bleiben. Jung erklärte weiter, dass die Städte bei den Sicherheitsvorkehrungen deshalb sehr genau abwägen. Sie arbeiten vor Ort eng mit den Sicherheitsbehörden zusammen, um zu entscheiden, wo Barrieren und Poller sinnvoll sind für einen besseren Schutz. Zur Sicherheit in Städten gehört für ihn aber auch, dass wir Wege für Rettungs- und Einsatzkräfte freihalten müssen.