München verfasst Leitlinie für mehr Bäume und Grüngürtel
Ein Leben in der Stadt ohne Parks und Grünanlagen, ohne die Isarauen und die Badeseen und ohne die Naturareale im Umland, das wäre wohl für die meisten Münchenerinnen und Münchener deutlich weniger lebenswert. Die bayerische Landeshauptstadt hat daher die Leitlinie „Freiraum: So will die Stadt Grün- und Freiflächen schützen und entwickeln“ veröffentlicht, um die wertvollen Grün- und Freiflächen in der Stadt zu schützen und sie angesichts der Klimaveränderungen weiterzuentwickeln. Die vom Münchener Stadtrat Anfang dieses Jahres beschlossene Leitlinie soll sicherstellen, dass München auch in Zukunft eine lebenswerte Stadt mit viel Grün bleibt.
Zuletzt aktualisiert am: 19. Juni 2026

Ziel ist es, vorhandene Flächen besser zu nutzen, etwa durch die Verringerung von Fahrstreifen für Autos zugunsten von Bäumen und Aufenthaltsflächen wie bei der aktuell laufenden Umgestaltung der Augustenstraße. Grünflächen in der Innenstadt sollen zudem möglichst mit dem Grüngürtel am Stadtrand vernetzt werden, um frische, kühle Luft ins Stadtzentrum zu leiten. Die Stadtplaner erkennen auch den Mehrwert von Bäumen in den Innenstädten. So ist es geplant, zahlreiche Bäume in der Münchener Innenstadt zu pflanzen, die im Sommer Schatten spenden und das Stadtzentrum auf diese Weise kühlen. Ab Herbst wird das städtische Baureferat dazu schrittweise insgesamt 150 neue Bäume in der Altstadt pflanzen, die ersten davon in der Sendlinger Straße. Darüber hinaus soll die Aufenthaltsqualität im Stadtzentrum durch die Begrünung von Dächern und Fassaden verbessert werden. Ein weiteres Projekt sind Parkmeilen als Frischluftschneisen: Um von den Grünflächen in der Innenstadt bis zum Grüngürtel am Stadtrand zusammenhängende Freiflächen zu schaffen, die als Frischluftschneisen und Naherholungsräume dienen, will die Stadt sogenannte Parkmeilen schaffen. Ziel ist es, die vorhandenen Freiräume zu erhalten, ein durchgängiges Wegenetz zu schaffen und die Erholungsmöglichkeiten für die Anwohnenden auszuweiten.
In Zusammenarbeit mit den Umlandgemeinden will die Stadt zudem die Landschaftsräume im Grüngürtel rund um München schützen und weiterentwickeln. Ähnlich wie für die Parkmeilen gibt es etwa für den Landschaftspark West einen Masterplan. Der rund 200 Hektar große Landschaftspark erstreckt sich am südwestlichen Stadtrand von der Willibaldstraße in Laim über die Gemeinde Gräfelfing bis zur Würm. Auch hier geht es darum, einen zusammenhängenden Grünzug mit durchgängigen Wegen zu schaffen für Spaziergänge und Radtouren direkt vor der Haustür. Mit einem Naherholungskonzept für die Aubinger Lohe und die Feldflur Freiham will die Stadt diese Möglichkeiten auch vor den Toren des neuen Stadtteils Freiham schaffen. Um die Ansätze, Ziele und Leitprojekte der Leitlinie Freiraum zu erläutern und erfahrbar zu machen, organisiert das Referat für Stadtplanung und Bauordnung im Laufe des Jahres 2026 zahlreiche Veranstaltungen an. So findet am 18. Juni 2026 von 17 bis 19 Uhr ein Stadtspaziergang durch das Kunstareal statt. Am 4. Juli 2026 begeht die Stadt den Tag der Münchener Dachgärten und am 28. Juli 2026 lädt die Stadt zum Klimaspaziergang durch die Münchener Innenstadt ein.