Deutsch-Französische Beziehungen im Mittelpunkt
Für die Demokratiestärkung ist auch der internationale Austausch eine wichtige Komponente. Nicht nur auf politischer Ebene, sondern auch in Akademien und Universitäten wird das Netzwerken unter den Nationen großgeschrieben. So auch in Berlin am Frankreich-Tag an der Humboldt-Universität, der am 9. Juli 2026 stattfand.
Zuletzt aktualisiert am: 18. August 2026

Im Rahmen des Frankreich-Tages 2026 veranstaltete die Humboldt-Universität zu Berlin (HU) gemeinsam mit der Stiftung Genshagen eine öffentliche Podiumsdiskussion unter dem Titel „35 Jahre Weimarer Dreieck: Impulse für die Zukunft Europas“. Es diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft aus den drei Ländern Deutschland, Polen und Frankreich über die aktuelle und künftige Rolle des Weimarer Dreiecks für Europa. In dem trilateralen Gesprächs- und Kooperationsformat arbeiten Regierungen, Parlamente und die Zivilgesellschaft eng zusammen, um sich über grenzüberschreitende, europapolitische sowie internationale Angelegenheiten abzustimmen.
Im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion standen die politische Handlungsfähigkeit des trilateralen Formats, sein Beitrag zur europäischen Integration sowie seine Bedeutung angesichts innerer und äußerer Herausforderungen in Europa. Auf dem Podium saßen Dr. Anton Hofreiter, Mitglied des Deutschen Bundestages und Vorsitzender des Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union, Dr. Ryszarda Formuszewicz, Koordinatorin für deutsch-polnischen Dialog am West-Institut Poznań, sowie Prof. Dr. Pierre-Frédéric Weber, Historiker und französischer Honorarkonsul an der Universität Szczecin/Stettin. Die Diskussion wurde von Stephen Bastos, Projektleiter Europäischer Dialog der Stiftung Genshagen, moderiert.
Die Veranstaltung bringt Förderorganisationen, Forschende und Studierende sowie Politik und Zivilgesellschaft zusammen und widmet sich den deutsch-französischen Beziehungen. Im Mittelpunkt des Frankreich-Tages standen dabei die wissenschaftliche Vernetzung, der Austausch zu deutsch-französischen Forschungskooperationen sowie die Sichtbarkeit von Fördermöglichkeiten und institutionellen Partnerschaften. Dr. Yoan Vilain, Beauftragter des Präsidiums für Internationales und Europa erklärte dazu, dass ihn mit Frankreich eine Vielzahl herausragender und lebendiger Kooperationen verbinde. Diese würden seit zwei Jahren mit Spitzeneinrichtungen noch strategischer ausgebaut. Am Frankreich-Tag ginge es darum, wie man noch mehr gemeinsam forschen und lehren – und wie man gesamtgesellschaftlich von dieser akademischen Zusammenarbeit profitieren könne.
Die Humboldt-Universität zu Berlin unterhält seit vielen Jahren enge Beziehungen zu Frankreich und setzt auf vielfältige Kooperationen in Forschung, Lehre und akademischem Austausch. Dazu zählen unter anderem die strategische Partnerschaft mit Paris Sciences et Lettres, ein Austauschprogramm mit dem Collège de France, die Zusammenarbeit mit dem Campus Condorcet und Sciences Po sowie Kooperationen im Rahmen von Circle U. und integrierte Studienprogramme mit französischen Partnern wie Paris-Panthéon-Assas. Das An-Institut der HU, das Centre Marc Bloch, ist wichtiger Mittler für den sozialwissenschaftlichen Wissenschaftsaustausch beider Länder. Mit 54 Partnern in Frankreich und insgesamt 119 Verträgen ist Frankreich ein zentraler Partner der HU. Frankreich ist bei den Studierenden regelmäßig das beliebteste Erasmus-Land. Im akademischen Jahr 2025/2026 entschieden sich 167 HU-Studierende für ein Erasmus-Auslandssemester in Frankreich.